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Hochkonzentriert bei der Sache: eine von sechs Arbeitsgruppen bei der Ortsteilwerkstatt in Hechendorf. Annie Schlumberger (3.v.l.) und Oliver Prells (2.v.r) schauen den Teilnehmenden über die Schulter. 

Ortsentwicklung

Rauchende Köpfe und starke Vorschläge

  • Hanna von Prittwitz
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Fast fünf Stunden lang rauchende Köpfe und viele Ideen im Hechendorfer Bürgerstadl: Dort fand die erste von drei Ortsteilwerkstätten der Gemeinde Seefeld statt. 

Hechendorf– Zum Schluss gab es jede Menge Glückwünsche für die Bürger. „Ich bin begeistert, wie viele Ideen Sie entwickelt haben, mein Kompliment“, sagte Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV). Und Annie Schlumberger von der Human IT Service GmbH (HIT) lobte die „große Motivation“ und „konstruktive Arbeitsatmosphäre“. Da hatten sich im Hechendorfer Bürgerstadel nach fast fünf Stunden Konzentration zwar die Reihen schon gelichtet. Gestartet war die erste Ortsteilwerkstatt der Gemeinde Seefeld jedoch mit gut 70 Teilnehmern. In Gruppen erarbeiteten die Hechendorfer viele Vorschläge für ihren Ortsteil, von denen möglicherweise einige schnell umsetzbar sind (siehe Kasten).

Seit Monaten arbeitet die Gemeinde Seefeld gemeinsam mit den Bürgern unter Anleitung des PV und der HIT an einem Ortsentwicklungskonzept. Einer Auftaktveranstaltung im Sommer waren Sitzungen des Lenkungskreises vorangegangen und gefolgt, auf einer Internet-Plattform gingen mehr als 500 Vorschläge und Anregungen für den gesamten Gemeindebereich mit all seinen Ortsteilen ein. In den nun folgenden Ortsteilwerkstätten sollen die Ideen verortet und vertieft werden.

Dafür bildete Schlumberger, die den Abend im Wechsel mit Prells moderierte, mehrere Gruppen. Und zwar aus Bürgern, die sich nicht kannten. Es ergaben sich sechs Teams, bunt durcheinandergewürfelt, die anhand von Ortskarten und Flipcharts eineinhalb Stunden Zeit hatten, Stärken und Schwächen zu verorten und Vorschläge aufzuzeichnen.

Tempo 30 und ein Wochenmarkt

Bei der Präsentation ergaben sich zwar Überschneidungen, vor allem aber viele gute Einfälle. Den Teilnehmern hatte es sichtlich Spaß gemacht. „Wir waren eine sehr kontroverse Gruppe“, sagte der Hechendorfer Walter Pohl mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Und sie fanden auch deutliche Worte: „Schön ist der alte Ortskern. Bis auf das Kinderhaus, das ist ein Schandfleck“, gab Niki von Dehn die Meinung seiner Gruppe wieder.

Bessere Radwegeverbindungen, einen Spielplatz nahe der Bahn und weniger Querrillen auf der Seestraße wünschten sich stellvertretend für ihre Gruppe Solveig Merten und Corinna Montrone. Das Team um Ellen Quadfaß schlug für den Bahnhofsbereich und die Hauptstraße Tempo 30 vor, zudem die Umnutzung des Parkplatzes an der Schlucht für einen Wochenmarkt. Alle Gruppen waren sich einig darüber, dass Hechendorf in einer erhaltenswerten Landschaft liegt. Von Dehn beklagte allerdings vehement das Fehlen mehrerer Bolzplätze beziehungsweise einer Sportanlage. „Das geht nur im Außenbereich.“ Großes Lob erhielt der ausgebaute Bahnhof: „Da sind wir froh, dass wir ihn haben“, sagte Pohl.

Die nächste Ortsteilwerkstatt findet am Freitag, 25. Oktober, im Haus Peter und Paul in Oberalting-Seefeld statt. Beginn ist um 17 Uhr. Jeder ist willkommen, wird aber aus organisatorischen Gründen gebeten, sich auf der Internetseite der Gemeinde www.gemeinde-seefeld.de anzumelden. Die Veranstaltung dauert bis etwa 21 Uhr. Die dritte Werkstatt ist für Freitag, 8. November, in der Pizzeria „La Fattoria“ in Drößling vorgesehen. Sie gilt für die Ortsteile Drößling, Unering und Meiling.

Die Ideen für Hechendorf

Zusammengefasst die Vorschläge der Hechendorfer: Tempo 30 auf der Hauptstraße, am Oberfeld und als schnelle Lösung für den S-Bahnhof; Querungshilfen und Rad- und Fußwege für das Oberfeld; Ausweitung Halteverbot an der Beermahd/Ecke Beermahd; Reinigung der Verkehrszeichen auf der Graf-Toerring-Straße; Umnutzung Parkplatz an der Schlucht für Wochenmarkt; Nutzung des VR-Gebäudes oder des alten Rathauses als Café; Nahversorgung durch Kleingewerbe auf jetziger Wiese an der Inninger Straße; Bolzplätze; Einrichtung von Grünflächen, die erhalten werden sollen, als Sperrflächen; Fuß- und Radweg auf dem Höhenrücken; Abtrennung für Fußgänger und Radler an der Bahnschranke; Verbindung vom Oberfeld zur Hauptstraße und zur Bahn; Rillen auf der Seestraße begradigen/umbauen; Parksituation an der Seestraße entschärfen; bessere Radwegeverbindungen insgesamt. 

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