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Vorübergehende Schutzmaßnahme für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart: Ein Elektrozaun soll Gelegeräuber wie den Dachs und den Fuchs von den Kiebitzen im Aubachtal fernhalten. 

Naturschutz

Schutzmaßnahme für die Kiebitze

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Der Dachs hat schon erste Gelege aufgefressen, nun soll ein elektrischer Zaun die kleine Kiebitz-Population im Aubachtal bei Hechendorf schützen.

Hechendorf – Um gefährdete Arten schützen zu können, sind manchmal drastischere Mittel nötig. So auch in Hechendorf. Weil Füchse, Dachse und auch frei laufende Hunde die langsam wachsende Kiebitzpopulation im Aubachtal gefährden, haben Naturschützer in Absprache mit Landwirt, Regierung von Oberbayern und Unterer Naturschutzbehörde einen Elektrozaun aufgestellt.

Constanze Gentz, Vorsitzende der Seefelder Ortsgruppe im Bund Naturschutz, weiß selbst um die Wirkung. „Wir werden auch schon drauf angesprochen, ob das nicht übertrieben ist“, sagt sie offen. Seit drei Jahren kümmert sich Gentz um die zögerlich wachsende Population auf dem Acker – in Zusammenarbeit mit Behörden und dem Landwirt. Unterhalb des Ackers hat ein Dachs seinen Bau, er hat sich schon einige Eier schmecken lassen. Auch dem Fuchs fehlen die natürlichen Feinde – die Kiebitz-Küken, Pulli genannt, sind eine leichte Beute. Gentz hofft, dass der Zaun die Vögel schützt. Schön findet sie das Konstrukt auch nicht. „Aber der Kiebitz zählt zu den gefährdeten Arten, der Bestand ist in den vergangenen 25 Jahren bayernweit um 88 Prozent zurückgegangen.“ Man versuche, die letzten Bestände zu schützen. „Wir sind sehr dankbar, dass wir das vorübergehend machen dürfen und wissen die Unterstützung zu schätzen“, sagt Gentz an Behörden und Landwirt gewandt.

Derzeit sind auf dem Acker etwa zehn Kiebitze unterwegs. Einige Gelege seien nach dem Dachs-Besuch verschwunden, berichtet Gentz. Sie hofft auf Nachgelege, wenn jetzt Ruhe einkehrt. Denn einige Vögel würden noch balzen und sich paaren. An dem Zaun-Aufbau waren Mitglieder des LBV, des BN und der Ortsgruppe beteiligt. Der Zaun wird abgebaut, sobald die Pulli flügge sind.  

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