Frisch vermählt: Petra Peters und Alex Crepaz flankiert von den Bürgermeistern Wolfram Gum (r.) und Franz Kompatscher (l.). Hinter dem Brautpaar stehen die Trauzeugen Vroni Wörsching-Jachnik und Alexander von Dehn.

Seefeld küsst Südtirol

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In Seefeld fand am Samstag eine ganz besondere Trauung statt: Seefelds Standesbeamtin Petra Peters aus Unering und Alex Crepaz, Bäckermeister aus Gossensaß, sagten Ja zueinander. Es ist die erste Ehe, die aus der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden hervorgeht.

Seefeld – Vor dem alten Seefelder Rathaus wehten die Fahnen von Seefeld und Gossensaß, Gemeinde Brenner in Südtirol, im Septemberwind. Die Bollerschützen standen bereit, um das frisch vermählte Paar mit Getöse zu beglückwunschen: Im bis zum letzten Platz besetzten Rathaussaal hatten sich Petra Peters (44) und Alexander Crepaz (44) das Ja-Wort gegeben. Die Trauung nahmen die Bürgermeister der seit 1980 partnerschaftlich verbundenen Gemeinden vor: Wolfram Gum und Franz Kompatscher hatten gemeinsam vor dem Brautpaar Platz genommen, das Wort führte Gum.

Wie so oft, so spielt auch in der Liebegeschichte von Petra Peters und Alex Crepaz der Zufall eine tragende Rolle. Kennengelernt haben sie sich schon 2004 bei der 1200-JahrFeier Oberaltings. Damals funkte es nicht, weil beide anderweitig liiert waren. „Aber wir haben uns schon bemerkt“, erzählt Petra Peters. Die entscheidendere Begegnung fand 2011 in der Pizzeria in Drößling statt. Gum kam zufällig mit Crepaz vorbei, und da saß Petra Peters mit der Rathaus-Belegschaft. „Er wollte uns verkuppeln“, erzählt Peters. Alle hätten gelacht und sich gefreut. „Aber uns war das zu einfach“, sagt Peters und schmunzelt.

Nochmal vergingen Jahre. Dann, am 1. Mai 2015, nahm Petra Peters in ihrer Funktion als Kreisbrandmeisterin an der Weihe eines Feuerwehrfahrzeugs in Herrsching teil. Auf dem Heimweg nach Unering schaute sie „in voller Montur“ beim Maifest in Drößling vorbei. Dort traf sie Crepaz wieder. Dieser war nur deswegen in Drößling, weil das Maifest in Hechendorf abgesagt worden war. Aus dem kurzen Vorbeischauen von Peters wurde ein langer Abend mit Alex. „Und irgendwann hat er mich dann angeschaut und gesagt: Eigentlich wärst es Du.“

„Schicksalsschwere Worte“, wie Gum in seiner Traurede befand. Zwei Wochen lang telefonierten die heiden täglich, dann war die Sache klar. Am 31. Dezember 2018 feierten sie Verlobung. Zur Hochzeit in Seefeld waren natürlich die Familien und Freunde beider versammelt, und das sind jede Menge. Dazu Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hechendorf und auch der Schützengesellschaft Hechendorf-Güntering. Denn Schützenmeister Josef Schneider und Feuerwehr-Vorstand Alexander von Dehn gehören zu den treibenden Kräften in der Partnerschaft.

„Diese Eheschließung ist schon etwas ganz Besonderes“, freute sich Gum. Dass Bürgermeister Kompatscher ebenfalls extra angereist war, sei ihm eine Ehre. „Und letztlich trauen wir eine gestandene Standesbeamtin, die selbst schon viele Trauungen vorgenommen hat.“

Crepaz bringt drei Kinder mit in die Ehe, 13, 17 und 19 Jahre alt. Er wird weiter in Gossensaß leben, weil er dort den familieneigenen Bäckerei-Betrieb führt. „Es bleibt eine Fernbeziehung“, sagt Petra Peters, die in Zukunft Petra Crepaz heißt. Sie mache sich aber keine Sorgen, „denn das haben wir in den vergangenen Monaten schon geübt“. Petra Peters fuhr auch schon mit dem Fahrrad nach Tirol. „Wir sehen uns jedes Wochenende“, sagt sie. Für beide ist es die zweite Ehe. Gefeiert wurde am Samstag mit um die 100 Gästen in der Partyhütte der Familie Aumiller in Steinebach. Zum Abschluss gab’s ein Feuerwerk.

Peters Reaktion auf die Liebeserklärung am 1. Mai war übrigens auch eine ganz besondere. „Ich war baff“, sagt die bodenständige Frau. „Mir haben die Worte gefehlt.“ Wer sie kennt, weiß: Das ist selten.

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