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Die Corona-Krise kommt die Gemeinde Seefeld teuer. Verkehrsprojekte sollen dennoch durchgezogen werden. 

Verkehrsprojekte sollen kommen

  • Hanna von Prittwitz
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2,5 bis 3 Millionen Euro werden der Gemeinde Seefeld dieses Jahr im Haushalt fehlen. Der Grund ist, natürlich, die Corona-Pandemie. Bürgermeister Klaus Kögel möchte in der nächsten Gemeinderatssitzung am  Dienstag, 30. Juni, trotzdem dafür plädieren, an sämtlichen, die Verkehrssicherheit betreffenden Projekten festzuhalten.

Seefeld – 

Ampel und Fußwegbau in Drößling sowie die Verkehrssituation am Oberfeld in Hechendorf: Für diese Projekte wünscht sich Kögel in vom Gemeinderat Unterstützung. In den Fraktionen sei dies vorbesprochen, und auch die Finanzlage habe man mittlerweile klarer vor Augen, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Wir rechnen mit einem Einbruch von 22 bis 25 Prozent bei der Gewerbesteuer, das sind rund 2,5 bis 3 Millionen Euro weniger.“ Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen seien zu Jahresanfang noch mit jeweils rund 7 Millionen Euro gleichauf gewesen. Daraus wird nun nichts.

Wie sich die Einkommensteuer entwickelt, ist schwer zu sagen. „Da bin ich noch zuversichtlich. Die Einnahmen sinken möglicherweise erst im nächsten Jahr, dann läuft es mit der Gewerbesteuer vielleicht schon besser“, hofft Kögel. Eine Haushaltssperre kommt für Seefelds neuen Bürgermeister nicht in Frage. „Und eine Anhebung des Gewerbesteuer-Hebesatzes von 300 Prozent möchte ich auch nicht.“ Schließlich wolle die Gemeinde als Standort für Firmen attraktiv bleiben. Derzeit ist es für Unternehmen nur in Andechs. Feldafing und Pöcking günstiger, in der Gemeinde Gilching beispielsweise liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz bei 310 Prozent, in München sogar bei 490 Prozent.

Am Oberfeld und in Drößling soll es also trotz alllem weitergehen. Am Oberfeld sind Querungsinsel, Rad- und Fußwege geplant. In Drößling baut die Gemeinde einen Fußweg, das Staatliche Bauamt eine Ampelanlage. Kögel will die angenehmen Dinge wie Bolzplatz und Skaterplatz am Oberfeld sowie die Planung des dortigen Höhenrückens ebenfalls nicht aus den Augen verlieren, im Gegenteil. Schließlich hat auch die Landesregierung den Kommunen Unterstützung zugesagt. Wie hoch diese wird, das steht noch in den Sternen. „Wir werden sensibel durch die Krise steuern“, betont Kögel. Es mache aber auch keinen Sinn, die Projekte ewig vor sich her zu schieben.

Das gilt auch für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs, „das ist mein persönlicher Ehrgeiz, den in meiner ersten Amtszeit umzusetzen“. Das Thema zählte zu Kögels Wahlkampfversprechen. Unter der Maßgabe, dass die Gemeinde die Summe auch nach Corona stemmen kann, wolle sie sich mit rund 25 Prozent an den Kosten für den Ausbau beteiligen und nicht locker lassen. „Denn wer am lautesten schreit und Kontakte nutzt, kommt trotzdem als erster dran“, witzelt Kögel.

Der Projektauftrag der Bahn mit sämtlichen Ansprechpartnern liege vor. Auch über dieses Thema werden Seefelds Gemeinderäte am Dienstag beraten. Vielleicht spiele Corona der Gemeinde auch in die Hände, sagt Kögel. „Ich könnte mir vorstellen, dass andere Kommunen Bahnprojekte erst mal ruhen lassen.“ Er würde den Ausbau des Bahnhofs gerne vom geplanten Ausbau der Gleistrasse entkoppeln. „Ich glaube, daran hängt ein aufwendigeres Genehmigungsverfahren als am Bahnhof“, sagt er. Mit Gemeinderätin Johanna Senft (BVS), die über die Jahre mit der Bahn verhandelt hatte, arbeite er eng zusammen. „Da wurde viel Vorarbeit geleistet.“

Was sein weiteres Wahlkampfversprechen angeht, nämlich einen Sportplatz in Hechendorf, dazu hält sich Kögel noch bedeckt. Über Flächen möchte er keine Spekulationen lostreten. Der Bolzplatz am Oberfeld soll aber heuer auf jeden Fall noch angestoßen werden und Mitte 2021 bespielbar sein. Die Gemeinderatssitzung beginnt um 19.15 Uhr im Anschluss an die Bauausschusssitzung im Haus Peter und Paul in Oberalting.  

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