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Im Gespräch: (vorn v.l.) Oliver Prells (PV), Fritz Hanrieder, Roland Werb und Susanne Bauer (PV). 

Ortsentwicklung

„Weiter so, mehr davon“

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Die Gruppe war kleiner, dafür wurde kontroverser diskutiert: Auch bei der zweiten Ortsteilwerkstatt der Gemeinde Seefeld vertieften sich die Bürger in Gestaltungsmöglichkeiten für ihren Ort.

Seefeld –Diesmal stand im Haus Peter und Paul der Ortsteil Oberalting-Seefeld auf dem Plan. 30 Teilnehmer hatten sich für die Werkstatt angemeldet, die der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) und die Human IT Service GmbH (HIT) im Zuge der Ortsentwicklunsplanung durchführen. An der Veranstaltung für den Ortsteil Hechendorf vor einer Woche hatten 60 Bürger teilgenommen. Für Susanne Bauer und Oliver Prells (PV) sind die Teilnehmerzahlen jedoch zu vernachlässigen. „Entscheidend ist das Ergebnis“, sagte Bauer. „Da ist heute viel rausgekommen“, bilanzierte Prells am Freitagabend.

Die Aufgabenstellung für die Werkstattteilnehmer war komplex. In vier gemischten Gruppen sollten sie anhand von Plananlagen, Flipchart und Karten erhaltenswerte und schöne, aber auch unschöne Bereiche in ihrem Ortsteil verorten. Welche Bereiche übernehmen Funktionen einer Ortsmitte? Welche haben die Schwerpunktfunktion Natur/Freiraum/Naherholung? Gibt es Potenzialflächen für Neues? Und wo gibt es Konfliktbereiche? Eine gute Stunde blieb den Seefeldern, um sich diesen Fragen zu widmen. Bei den Zusammenfassungen der Gruppen zeigte sich: Der Verkehr nervt die Oberaltinger genau so wie auch schon die Hechendorfer. Und: Die Bürger sehen die Schönheit ihres Ortes und wertschätzen sie.

Angelika Pflüger gab als Sprecherin der ersten Gruppe offen zu, „dass wir uns vor allem mit den Stärken befasst haben“. Sie lebt seit 1978 in der Gemeinde. „Es hat mich gefreut, hier mitzumachen.“ Die nicht zur Eichenallee zählenden Alleebäume an der Münchener Straße, die Natur im Aubachtal, Eisen- und Krankenhauspark, Schafsbichl, Streuobstwiese und Bolzplatz am Riedfeld, der Campingplatz mit dem Jugendplatz, der Fischereibereich und natürlich auch das Schloss – all dies müsste „unbedingt erhalten bleiben“. Viele dieser Punkte tauchten auch bei den weiteren Gruppen auf.

Konfliktpotenzial bescheinigte Pflüglers Gruppe allen Kreuzungen. „Viele fahren zu schnell und parken nicht richtig.“ Der Marienplatz sei zwar wunderschön, aber völlig zugeparkt. „Das müssen wir uns was einfallen lassen.“

Bernhard Früh, seit 1994 wohnhaft in Seefeld, hatte mit einem Teil seiner Gruppe zwei Stellen ausfindig gemacht, die er für überplanbar hielt: Eine freie Wiese hinter dem Sägewerk Schlecht und auch im Bereich parallel zur Eichenallee gebe es Potenzial, das gelte auch für Flächen beim Jahnweg. Er vertrat auch die Meinung, dass das Krankenhaus neu gebaut und dafür ein anderer Platz gesucht werden müsse. In seiner Gruppe sahen das nicht alle so. Für Ralf Weiler sind kleine Krankenhäuser nicht zukunftsfähig, er sah auch keine Möglichkeit eines Neubaus. Und beim Bereich nahe der Eichenallee handele es sich um einen empfindsamen und geschützten FFH-Bereich, wandte ein weiterer Bürger ein.

Roland Werb, Sprecher der dritten Gruppe, sah Erweiterungsmöglichkeiten am Jahnweg und an der Ulrich-Haid-Straße. Mehr Spazierwege wünschte sich die vierte Gruppe, vertreten durch Fritz Hanrieder. „Die Probleme am Eisenpark müssen unbedingt zu lösen sein“, befand er. Entwicklungsmöglichkeiten sähe die Gruppe am Jahnweg, auf dem gemeindeeigenen Grundstück neben der Klinik und auch an der Uneringer Straße ortsauswärts in Richtung 3M auf der rechten Seite.

„Es gibt sehr große Überschneidungen, aber auch Differenzen bei der Weiterentwicklung“, fasste Susanne Bauer nach der Präsentationsrunde zusammen. „Das ist ein sehr breites Bündel.“ Das Ergebnis der Werkstatt werde nun zusammengefasst. „Wir versuchen, aus allen Ergebnisse einen Plan zu machen“, kündigte Prells an. Sämtliche Vorschläge sollen langfristig auch einen roten Faden bieten für die Arbeit des künftigen Gemeinderats. Beide Moderatoren waren von dem Arbeitseinsatz der Teilnehmer begeistert. Und auch diesen hatte es offensichtlich Spaß gemacht. Ralf Weiler jedenfalls war nach einem positiven Schlusswort: „Ich finde das toll! Tolle Ideen, tolle Methode, weiter so, mehr davon“, rief er unter Applaus.

Die letzte Ortsteilwerkstatt findet am Freitag, 8. November, in der Pizzeria La Fattoria in Drößling statt. In ihr nehmen die Teilnehmer die Ortsteile Unering, Drößling und Meiling unter die Lupe. Um eine Anmeldung auf der Internetseite (www.gemeinde-seefeld.de) wird gebeten. Beginn ist um 17 Uhr.#

Die Ideen für Oberalting-Seefeld

Tempo 30 für die Hauptstraße, und zwar beginnend an der Schlossapotheke bis hin zum Marienplatz; Shared-Space im Bereich des alten Rathauses; Erweiterungen der Gewerbeflächen am Jahnweg und hinter dem Sägewerk Schlecht; ein weiterer Verkehrsspiegel an der Schlossapotheke und in Drößling an der Höhenstraße; andere Gestaltung des Marienplatzes; Radwege nach Drößling, Unering und zur Wurzn am Pilsensee; Überplanung des gemeindeeigenen Grundstücks neben der Klinik; Erweiterung der Baulinie an der Uneringer Straße in Richtung 3M.

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