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Pfarrer Roland Böckler segnete heuer 30 Motorräder für eine sichere Saison 2018.

Tradition

Ein Segen für allzeit gute Fahrt

Der BMW-Club hat zur Motorradsegnung nach Seefeld eingeladen - und rund 30 Fahrer sind mit ihren Maschinen gekommen. Pfarrer Roland Böckler sprach den Segen.

Seefeld – Es war diese Schrecksekunde vor drei Jahren, als Jörn Hodey (47) mit seinem BMW-Motorrad um ein Haar mit einem Auto kollidiert wäre. „Ich bin danach sofort in die Kirche und habe eine Kerze angezündet“, erinnert sich der Weilheimer. Seither lässt er sein Zweirad immer segnen, am Freitag gemeinsam mit Tochter Sarah in Seefeld. Die 16-Jährige fährt eine Honda und wäre selbst ein paar Minuten vor der Feier fast mit einem unaufmerksamen Autofahrer zusammengestoßen.

Pfarrer Roland Böckler spendete heuer 30 Krafträdern der Marken BMW, Triumph, Honda oder Ducati, seinen Segen. Vor 20 Jahren hatte der BMW-Motorradclub die Segnung ins Leben gerufen. Erst fand sie in Andechs statt, aber nachdem der inzwischen verstorbene Pater Coelestin Stöcker zu alt geworden war, setzte sich die Tradition mit Pfarrer Böckler in Seefeld fort. Marco Cremonesi (57) ist Vorsitzender des Clubs, Klaus Bröckermann (73) sein Stellvertreter. Sie tragen Sorge dafür, dass Biker und Maschinen sicher auf den Vorplatz von Haus Peter und Paul gelangen.

Beide sind von Anfang an dabei und fahren bislang beinahe unfallfrei. „Einmal bin ich ausgerutscht und habe mir einen Lendenwirbel angebrochen“, erinnert sich Bröckermann. Cremonesi äußert sich ähnlich. Der Schutzengel ist offensichtlich ihr ständiger Begleiter. Aber zur Sicherheit gehöre ebenso eine Portion Aufmerksamkeit: „Wir Motorradfahrer müssen zweimal sieben Sinne haben“, sagt der Vize und meint damit, dass er doppelt vorsichtig sein muss, um brenzlige Situationen rechtzeitig zu erkennen. Vorsicht sei immer geboten.

Die 260 Stundenkilometer, die seine BMW auf dem Tacho anzeigt, reize er nie aus. „Rasen ist kein Fahrkönnen, sondern man muss mit Verstand fahren und die Verkehrsregeln einhalten.“ Denn wenn es kracht, kann es böse enden, wie viele tödliche Motorradunfälle zeigten. „Uns schützen keine Karosserie und kein Airbag.“ Einen Schutzengel brauche man also immer. In seiner Predigt nimmt Böckler den Aspekt „Zeit“ ins Visier. „Nimm dir Zeit und nicht das Leben“, zitierte er eine Kampagne der Verkehrswacht und gab den Kirchenbesuchern einen Satz zum Nachdenken mit auf den Weg: „Immer mehr Menschen kommen immer schneller irgendwo an, um immer kürzer zu bleiben.“

Marina Klose (58) lässt sich bei ihren Ausflügen von Haus aus Zeit. Mit 18 Jahren saß sie zum ersten Mal auf einem Motorrad und fährt derzeit eine 650 GS BMW. Eine brenzlige Situation habe sie noch nicht erlebt. Bei den Ausflügen vertraue sie ganz auf ihren Mann Peter Klose (59), den Tourenleiter im Club.

Steffen Wilhelm (54) ist aus Weilheim hergefahren, weil er häufig unverschuldet in gefährliche Saituationen gerate, zum Beispiel, wenn ein Autofahrer ihn nicht im Rückspiegel sieht oder gar nicht schaut, bevor er überholt. Es ist 19 Uhr, als alle Motorräder gesegnet sind. Vater und Tochter setzen ihren Helm auf, werfen die Maschinen an und geben Gas. Achtsam und mit Schutzengel.

Von Michèle Kirner

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