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Wieder ein Ort zum „chillen“: Das Seefelder Jugendhaus an der Mühlbachstraße in Oberalting-Seefeld ist montags, dienstags und mittwochs wieder geöffnet. 

Jugendhaus Seefeld

Jetzt führen die Jungen Regie

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Neues Leben herrscht im Seefelder Jugendhaus an der Mühlbachstraße: Die Gemeinde hat sich gemeinsam mit den Seefelder Jugendlichen auf das Wagnis Selbstverwaltung eingelassen. „Bisher funktioniert es“, sagt Geschäftsstellenleiter Fritz Cording.

Seefeld – Bis 2014 lief es eigentlich ganz gut im Seefelder Jugendhaus. Zehn Jahre lang hatte der in der Nachbarschaft wohnende Sozialpädagoge Harry Mayr seine Hand auf der Einrichtung. Er war bei der Gemeinde in Teilzeit angestellt, vermittelte zwischen den Nachbarn und den Jugendlichen und erließ anfangs auch mal ein Hausverbot, um Ruhe in das Jugendhaus zu bringen und vor allem die bis dahin auch mal problematische Cliquenbildung zu unterbinden. Mayr wechselte Ende 2014 an Einrichtungen in München.

Seither ist es schwierig. Zwischenzeitlich glaubte die Gemeinde, einen neuen Sozialpädagogen gefunden zu haben, doch man trennte sich schon nach kurzer Zeit, wie Fritz Cording auf Nachfrage berichtet. Details will er nicht preisgeben. Danach stand das der Kommune gehörende Haus leer, nahezu zwei Jahre lang. Nur der Alpenverein nutzte ein Zimmer unter dem Dach.

„Jammerschade“, sagt Fritz Cording. Schließlich habe die Gemeinde das Haus auch kostenintensiv saniert und instandgesetzt. „Aber wir finden einfach kein Personal.“ Als im Herbst drei Jugendliche wiederholt im Rathaus anfragten, ob sie das Jugendhaus in Selbstverwaltung eröffnen könnten, rannten sie offene Türen ein.. „Mir hat das Engagement schon gefallen“, sagte Cording. Vor allem, weil die jungen Burschen immer wieder gekommen wären. „Die haben sich wirklich dafür eingesetzt.“ Doch das mit der Selbstverwaltung ist ein Wagnis. „Da mussten wir gut drüber nachdenken.“ Der Gemeinderat diskutierte nichtöffentlich – schließlich ging es auch um Personalfragen mit Blick auf den Nachfolger von Mayr. Schließlich entschieden Verwaltung und Gemeinderäte, sich auf das Thema Selbstverwaltung einzulassen.

Ansprechpartner sind seither laut Cording die beiden Seefelder Schüler Tim Keßler und Sam Brown. Die Sozialpädagogin Stefanie Kalchschmidt, die in der Verwaltung angestellt und hauptsächlich für Integration und Asyl zuständig ist, „hält ein Auge auf die Jugendlichen“, erklärt Cording. Das Häusl an der Mühlbachstraße ist seither wieder für alle offen, und zwar montags, dienstags und mittwochs von 18 bis 21 Uhr. „Bisher läuft es offensichtlich prima“, freut sich Cording. „Chillen“ dürfen dort alle, die etwa zwischen 14 und 21 Jahre alt sind.

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