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Neue Räume, aber kein Personal: Kinderhaus St. Hedwig sucht Verstärkung

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Von: Simon Nutzinger

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Suchen dringend Verstärkung: (v.l.) Kinderhausleiterin Christiane Peters, Verwaltungschef Martin Köbler, Krippenleiterin Hannelore Tuch und Verwaltungsmitarbeiterin Marianne Lutz vom Kinderhaus St. Hedwig in Seefeld.
Suchen dringend Verstärkung: (v.l.) Kinderhausleiterin Christiane Peters, Verwaltungschef Martin Köbler, Krippenleiterin Hannelore Tuch und Verwaltungsmitarbeiterin Marianne Lutz vom Kinderhaus St. Hedwig in Seefeld. © jaksch

An Platz mangelt es nicht im Kinderhaus St. Hedwig in Seefeld. Dafür jedoch an qualifizierten Erziehern. Aufgrund fehlenden Personals steht der vor rund einem Jahr gefertigte Anbau die meiste Zeit leer.

Seefeld – Sonnenlicht durchflutet den großzügig konzipierten Raum im Kinderhaus St. Hedwig in Seefeld. Tische, Stühle, Spielecke – alles glänzt wie neu. Der Garten ist nur ein paar Schritte entfernt. „Traumhaft schön“, schwärmt Marianne Lutz. „Hier passt eigentlich alles.“ Gäbe es da nicht dieses eine große Problem: So wundervoll der neue Anbau am Kinderhaus auch sein mag – er steht seit seiner Eröffnung vor rund einem Jahr die allermeiste Zeit leer. Für eine zweite Krippen-Gruppe fehlt es der Einrichtung schlicht an Personal.

„Mir tut das in der Seele weh“, sagt Marianne Lutz, die sich als Mitglied der Kirchenverwaltung seit über 20 Jahren um die Belange des katholischen Kinderhauses kümmert. Als der Anbau fertiggestellt worden war, fand dort zunächst wie geplant eine zweite Gruppe der Kinderkrippe ihren Platz. Doch nach mehreren umzugs- und altersbedingten Abgängen von Erzieherinnen war damit schnell Schluss. Seither sucht das Team der Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Paul vergeblich nach Verstärkung.

Politik achtet zu wenig auf ausgebildete Fachkräfte

Ob per Stellenanzeige, Hinweisen auf der Internetseite oder Mundpropaganda – nichts zeigt bislang Erfolg. „Wir bemühen uns wirklich sehr, aber es kommen kaum Rückmeldungen“, betont Lutz. Ein Problem, das freilich nicht nur im Kinderhaus St. Hedwig sondern in der ganzen Branche besteht. „Daran hat auch die Politik ihren Anteil“, unterstreicht die 71-Jährige. So würde zwar die Schaffung neuer Krippenplätze stets gefördert werden. „Was prinzipiell ja sehr gut ist.“ Allerdings werde kaum darauf geachtet, dass entsprechende Fachkräfte ausgebildet werden. „Da herrscht eindeutig eine Schieflage.“

Besonders bitter ist im Falle der Seefelder Einrichtung, dass es mehr als genug Bedarf für eine zweite Krippengruppe gäbe. Die eine, derzeit bestehende umfasst 14 Kinder. „Das wäre locker noch einmal möglich“, stellt Lutz angesichts der überfüllten Warteliste klar. So aber müssen sich die Eltern nach Alternativen umsehen – und die neuen Tische und Stühle bleiben weiterhin leer.

Gemeinde Seefeld in Sachen Kinderbetreuung gut aufgestellt

Eine Situation, die auch Klaus Kögel gewisse Bauchschmerzen bereitet. „Selbst wenn wir als Gemeinde in dem Fall nicht der Träger sind, ist das natürlich immer für den ganzen Ort eine ungute Sache“, sagt der Bürgermeister. Prinzipiell ist er nämlich durchaus angetan vom gegenwärtigen Zustand der Kinderbetreuung in Seefeld. Neben dem katholischen Kinderhaus St. Hedwig können die Eltern dort zwischen zwei gemeindlichen, zwei privaten und einem betrieblichen Kindergarten wählen. „Da gibt es verschiedene Konzepte und Ansätze, das gefällt mir eigentlich sehr gut.“ Kögel hofft, dass auch in St. Hedwig schon bald eine zweite Krippengruppe eröffnet werden kann. „Aber klar: Erzieher wachsen bekanntlich nicht auf Bäumen.“

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