Der langjährige Gemeinderat Dr. Robert Benoist ist tot. 
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Der langjährige Gemeinderat Dr. Robert Benoist ist tot. 

Bestürzung in Seefeld

Gemeinderat (✝50) stürzt mit Segelflugzeug ab - Retter können nichts mehr tun

  • Veronika Mahnkopf
    vonVeronika Mahnkopf
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Unglück im Salzburger Bergland: Ein langjähriger Gemeinderat aus Seefeld im Kreis Starnberg ist mit seinem Flugzeug abgestürzt und verstorben.

  • Bei Salzburg wird seit Donnerstag nach einem verschwundenen Segelflugzeug gesucht.
  • Das Segelflugzeug war vermutlich in Oberbayern gestartet und ist in Seefeld zugelassen.
  • Kontakt zum Piloten bestand zuletzt am Mittwochnachmittag.

Update 20.15 Uhr: In Hechendorf verbreitete sich die Nachricht über den vermissten Grünen-Gemeinderat Dr. Robert Benoist (50) am Freitag wie ein Lauffeuer, aber da bestand noch Hoffnung. Dann jedoch wurde der Segelflieger vom Typ Discus 2ct am Weißeck in Österreich gefunden. Rettungskräfte seilten sich vom Hubschrauber ab. Am Freitagabend bestätigte die Polizei Salzburg, dass der Pilot das Unglück nicht überlebt hat.

Gestartet war Benoist am Mittwochmorgen vom Segelflugzentrum Königsdorf bei Geretsried. Pressesprecher Mathias Schunk (54), seit 1979 passionierter Segelflieger, war an diesem Vormittag vor Ort. „Wir haben uns noch darüber ausgetauscht, in welche Richtung wir fliegen“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Benoist habe vorgehabt, in Richtung Westen aufzubrechen, sei dann aber später wohl doch gen Osten geflogen. „Er ist kurz vor mir gestartet“, erinnert sich Schunk, der wenig später selbst mit einem Motorsegler startete. „Danach habe ich ihn nicht mehr gesehen.“

Als Benoist am Mittwochabend nicht zurückkehrte, habe man ihn als vermisst gemeldet. „Wer es nicht zurück schafft, ruft an und lässt sich abholen“, erklärt Schunk das übliche Prozedere unter Segelfliegern. Dass man gar nichts höre von einem Piloten, sei ein Grund zur Sorge. „Es will doch jeder heimkommen.“

Ein letztes Signal von Benoist’ Flugzeug mit dem Kennung D-KBLV habe man nachmittags nahe eines Gebiets empfangen, in dem eine Ortung nicht mehr möglich sei, nämlich westlich des Katschbergpasses bei Muhr im Lungau. Benoist sei in Richtung Nordwesten unterwegs gewesen. Dort verlor sich seine Spur.

Rettungstrupps machten sich am Donnerstag sofort auf die Suche, darunter drei Hubschrauber, Bergretter aus Kleinarl, Großarl, Wagrain sowie Muhr im Lungau. Sie suchten zwischen Kärnten und dem Salzburger Land, weshalb auch Rettungskräfte aus beiden Bundesländern im Einsatz waren. „Aufgrund schlechter Sicht und viel Neuschnee wurde heute um 20 Uhr der Sucheinsatz abgebrochen und morgen am Freitag weitergeführt“, schrieb die Bergrettung Tamsweg am Donnerstagabend auf ihrer Facebook-Seite. „Wir haben uns auch angeboten zu helfen“, sagt Schunk am Freitagvormittag. Die Wetterbedingungen seien jedoch so schlecht gewesen, dass die Piloten von Königsdorf aus nicht hätten starten können.

Benoist galt als erfahrener Pilot. „Er hat zwischendurch mal pausiert, war jetzt aber schon seit mehreren Jahren wieder aktiv“, erzählt Schunk. Der Hechendorfer sei sehr regelmäßig von Königsdorf aus aufgebrochen. Der Segelflieger gehört dem Vernehmen nach dem Bayerischen Luftfahrt-Verein München, in dem Benoist Mitglied ist. Rund 350 Piloten aus insgesamt sechs Vereinen nutzen das Gelände des Segelflugzentrums in Königsdorf. „Man kennt sich“, sagt Schunk. Die Bedingungen seien am Mittwoch gut gewesen, er selbst sei mit seinem Segelflugzeug zwischenzeitlich in 4000 Meter Höhe geflogen.

Am frühen Freitagabend bestätigte die Polizei in Salzburg, das Retter auf etwa 2200 Meter Höhe am Weißeck im Lungau in schwer begehbaren Gelände ein Flugzeug entdeckt hätten. Ein Rettungsteam wurde abgeseilt, doch für den Piloten kam jede Hilfe zu spät. Die Familie wurde verständigt. Die Unglücksursache war am Freitag noch unklar.

Dr. Robert Benoist war in der Gemeinde Seefeld gut bekannt. Er hinterlässt seine Frau, drei Kinder und fünf Stiefkinder. Seit 1990 engagierte sich der Unternehmer bei den Grünen, 2005 gründete er den Seefelder Ortsverband und war seit 2007 mit einer kurzen Unterbrechung auch Mitglied des Gemeinderats.

von Hanna von Prittwitz

Segelflugzeug bei Salzburg verschwunden: Pilot startete wohl in Oberbayern - Schnee behindert Suche

Update vom 29. Mai, 15.45 Uhr: Die Retter hatten nun offenbar Erfolg bei der Suche nach dem vermissten Segelflieger: Nach Informationen unserer Redaktion wurde das Flugzeug am Freitag auf 2.200 Meter Höhe bei Zederhaus nahe des Katschbergtunnels im Süden des österreichischen Bundeslandes Salzburg entdeckt. Zum Zustand des Piloten war zunächst nichts bekannt. 

Erstmeldung: Herrsching/Salzburg - Ersten Angaben zufolge ist der Mann am Mittwochmorgen mit seinem Segelflugzeug auf einem Flugplatz in Herrsching am Ammersee im Landkreis Starnberg gestartet. Das berichtet das ORF. Dort gibt es aber keinen Flugplatz. Erste Recherchen des Starnberger Merkur haben ergeben, dass das Segelflugzeug auf eine Person aus Seefeld zugelassen ist. Ob diese im Flugzeug saß, ist bislang nicht bekannt.

Segelflugzeug bei Salzburg verschwunden: Letzte Position bekannt

Am frühen Nachmittag des Mittwochs habe man zuletzt Kontakt mit dem Piloten aufbauen können, so das ORF weiter. Seine Position sei zu diesem Zeitpunkt folgende gewesen: westlich des Katschbergpasses bei Muhr im Lungau. Er sei in Richtung Nordwesten unterwegs gewesen.

Bergretter suchen nach verschwundenem Segelflugzeug bei Salzburg

Danach sei kein Kontakt mehr möglich gewesen. Rettungstrupps haben sich sofort auf den Weg gemacht und die Suche nach dem Segelflugzeug gestartet. Mit dabei waren mehrere Hubschrauber sowie Bergretter aus Kleinarl, Großarl, Wagrain, sowie Muhr im Lungau.

Neuschnee: Schlechte Sicht behindert Suche nach Segelflugzeug bei Salzburg

Gegen 21 Uhr am Donnerstag wurde die Suche allerdings abgebrochen. Wie die Bergrettung Tamsweg auf Facebook berichtet, sei die Sicht zu schlecht geworden. Außerdem habe es viel Neuschnee gegeben. Eine Spur von dem Segelflugzeug fehlt bislang.

Am Freitag soll nun über die weitere Suche entschieden werden.

Segelflugzeug verschwunden: Unglücke passieren immer wieder 

Immer wieder kommt es bei Kleinflugzeugtouren im Freizeitbereich zu schweren Unfällen. In der Nähe von Ohlstadt (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist im vergangenen Jahr ein Segelflugzeug abgestürzt. Zwei Personen befanden sich an Bord. Ähnliches geschah auch 2019 am Spitzingsee. Tödlich endete eine Segelflugtour für einen 29-Jährigen. Er stürzte in den Ammergauer Alpen ab.

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