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Ein Reh mit Bissverletzungen am Hals entdeckte ein Spaziergänger am Ostermontag in Unering. (Symbolbild)

Dringende Bitte an Hundehalter 

Erneut schockierender Fund: Spaziergänger entdeckt totes Reh - Bissverletzungen am Hals 

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Erneut schreckt der Fall eines mutmaßlich von einem Hund gerissenen Rehs Landwirte und Jäger auf – diesmal in einem Waldstück bei Gut Tiefenbrunn.

Update vom 24. April: Erneuter Fall - Hund reißt Reh bei Unering

Erneut hat ein Hund im Gemeindebereich von Seefeld ein Reh gerissen. In einem Waldstück bei Gut Tiefenbrunn entdeckte ein Spaziergänger (52) am Ostermontag ein schwer verletztes Tier und informierte die Polizei. „Die daraufhin verständigte Jägerin musste das Reh aufgrund der Bissverletzungen am Hals erschießen“, erklärte Herrschings Polizeichef Erich Schilling gestern. 

Näheres zum Hund ist nicht bekannt, also auch nicht, ob es ein dauerhaft streunender Hund war oder einer, den der Halter nicht unter Kontrolle hatte. Schilling: „Es darf an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen werden, dass die Hundehalter dafür Sorge zu tragen haben, dass ihre vierbeinigen Begleiter den Wildtieren keinen Schaden zufügen können, weshalb Hunde erforderlichenfalls anzuleinen sind.“ Wer Angaben zum Hund und/oder dessen Halter machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Herrsching unter z (0 81 52) 9 30 20 mitzuteilen.

Ein weiterer Fall sorgt derweil für Aufsehen im Landkreis Starnberg: Mit einem Durchschuss durch den Rücken hat ein bislang unbekannter Täter ein hochträchtiges Reh im Waldgebiet zwischen Frieding und Rothenfeld/Landstetten getötet.

Erstmeldung vom 17. April: Schockierender Fund - Spaziergänger entdecken totes Reh

Seefeld – Es war ein schockierendes Foto, das Christian Wagner (CSU) in der jüngsten Sitzung des Seefelder Gemeinderats herumreichte. Das Bild zeigte in Großaufnahme ein Reh mit durchtrennter Kehle. Spaziergänger hatten es am 24. März am Waldrand zwischen Drößling und Oberalting gefunden und Jagdpächter Klaus-Peter Leutz informiert. Der konnte allerdings nichts mehr für das Tier tun. „Es ist relativ klar, dass das ein Hund war“, sagt Wagner im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Hund reißt Reh bei Drößling: „Es ist nicht gut, wenn die Hunde da frei herumlaufen“

Nun ist der 47 Jahre alte Landwirt weit davon entfernt, ein Problem mit Hunden zu haben. Und auch Gesetze oder Verordnungen will er nicht, sondern lieber an die Vernunft appellieren. Aber etwas ändern müsse sich im Verhalten zahlreicher Hundehalter eben doch – gerade jetzt im Frühling, wenn viele Geißen trächtig sind und ihre Kitze im Gras ablegen. „Es ist nicht gut, wenn die Hunde da frei herumlaufen“, sagt Wagner.

An dieser Stelle zwischen Drößling und Oberalting entdeckten Spaziergänger das gerissene Reh: Landwirt Christian Wagner (l.) und Jagdpächter Klaus-Peter Leutz haben ein Foto von dem Tier gemacht.

Klaus-Peter Leutz (76), der seit fünfzig Jahren auf Jagd geht, erklärt die Problematik. Wenn ein Reh einen Hund wittere, springe es auf und renne in panischer Angst davon. Nach 300 oder 400 Metern könne es vorkommen, dass es mit einem Herzinfarkt tödlich zusammenbreche. Und hätten nicht angeleinte Hunde erst mal Witterung aufgenommen, sei es so gut wie unmöglich, sie wieder zurückzurufen.

Hundehalter im Gespräch aufklären: Gefahr für Wildtiere

„Die Geißen sind jetzt noch ein paar Wochen lang hochtragend“, sagt Leutz. Da sei es „extrem bitter“, wenn Hundehalter ihre Tiere in Feld und Wald nicht anleinen und es zu Todesfällen kommt – 2017 habe es zwei nachgewiesene Fälle im Michelmoos und bei Landstetten gegeben, heuer gab es bereits einen bei Buchendorf und einen bei Starnberg. Und leider seien die wenigsten Hunde so ausgebildet, dass sie stets neben ihrem Herrchen oder Frauchen bleiben, sagt Leutz: „Viele Hundehalter lassen ihre Tiere 20 oder 30 Meter weit laufen. Wenn die dann ein Reh oder einen Hasen in der Nase haben, ist es passiert.“

Beide – Wagner und Leutz – versuchen, solche Hundehalter im Gespräch aufzuklären. „Das kommt aber natürlich nicht immer gut an“, sagt Wagner. Wo denn etwas geschrieben stehe von wegen Leinenpflicht, was ihn das überhaupt angehe und dass der eigene Hund natürlich niemals ein Tier hetzen würden, sind Antworten, die Leutz verstärkt bekommt. „So reagieren bestimmt 70 Prozent der Hundehalter“, sagt er. „Mit den übrigen 30 Prozent kann man diskutieren.“

Spaziergänger finden totes Reh: So reagiert nun die Gemeinde Seefeld

Abgesehen von der Gefahr für die Wildtiere sieht Leutz noch eine andere Problematik, wenn Hunde frei durch Felder laufen – nämlich die Sache mit dem Hundedreck. Wenn der mal ins Grünfutter oder ins Heu für die Rinder gelange, sei das für die Landwirte sehr ärgerlich. „Ein Viertel bis die Hälfte des Heuballens können sie dann wegschmeißen“, sagt er. Im schlimmsten Fall müsse sogar der Tierarzt zu den Rindern kommen.

Die Gemeinde Seefeld will nach Aussagen von Bürgermeister Wolfram Gum nun prüfen, ob sie in ihrem Gebiet Schilder mit dem Hinweis aufs Anleinen von Hunden aufstellt. Wagner fände das gut. „Die würden bestimmt den einen oder anderen Hundehalter sensibilisieren.“ Und sie würden den Appell von ihm und Klaus-Peter Leutz verstärken: „Bitte nehmt eure Hunde an die Leine“ – und das mindestens bis Juli.

Immer wieder attackieren Hunde in der Region Rehe, so auch in Olching. Dort hat ein Jäger in einem Waldstück einen wildernden Hund erschossen (Merkur.de*). Eine Expertin, will nun Frieden für Jäger und Hundebesitzer, berichtet Merkur.de*. Ein Vorfall auf dem Hörnle sorgt für großen Ärger. Ein Hirschkalb wurde halb tot gebissen (Merkur.de*). Und ein wildernder Hund hat in Weilheim eine trächtige Rehgeiß so schwer verletzt, dass sie vom Jäger von ihrem Leid erlöst werden musste.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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