Die Klinik Seefeld ist aus dem Rennen, was eine Erweiterung an der Hauptstraße in Seefeld angeht. Nun sucht die Gemeinde wieder Alternativstandorte. Die Bürger sollen mittels Ratsbegehren mitentscheiden.  Foto: stefan schuhbauer-von jena
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Die Klinik Seefeld ist aus dem Rennen, was eine Erweiterung an der Hauptstraße in Seefeld angeht. Nun sucht die Gemeinde wieder Alternativstandorte. Die Bürger sollen mittels Ratsbegehren mitentscheiden.

Klinik Seefeld

Seefeld strebt Ratsbegehren zur Klinik an

Der aktuelle Standort der Klinik Seefeld spielt bei der Diskussion um eine Erweiterung endgültig keine Rolle mehr. Über einen Alternativstandort sollen die Bürger im Zuge eines Ratsbegehrens abstimmen. Damit nimmt die Grundstücksdiskussion wieder Fahrt auf.

Seefeld/Herrsching – Hinter verschlossenen Türen diskutieren Seefelds Gemeinderäte schon lang, auch bei der Klausurtagung im September war die Zukunft der Klinik ein Thema. Gestern Nachmittag, wenige Stunden vor der Seefelder Gemeinderatssitzung, gab es zu der Angelegenheit eine offizielle Mitteilung aus dem Rathaus. Danach ist eine Erweiterung der Klinik an der Hauptstraße in Seefeld laut Krankenhausbetreiber endgültig vom Tisch, wie Bürgermeister Klaus Kögel schreibt. Die Gemeinden Herrsching und Seefeld seien aufgefordert, Standorte zu finden.

„Um eine möglichst sachliche und faktenbasierte Auswahl treffen zu können, wird vorab ein Fachbehördengespräch angestrebt“, kündigt Kögel an. Das letzte Wort sollen aber die Bürger haben: Für einen transparenten Prozess und einen breiten Konsens wird ein Ratsbegehren angestrebt. „Wir haben uns fraktionsübergreifend auf dieses Vorhaben geeinigt“, sagt Kögel dem Starnberger Merkur. Im Frühjahr 2021 sollen die Bürger über die möglichen Standorte in der Gemeinde entscheiden.

Welche das sind, ist bislang nicht bekannt. Es sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Kögel. Geplant sei, schon im November die zur Diskussion stehenden Flächen von den Fachbehörden anschauen zu lassen. Geht das umstrittene Areal an der Eichenallee auch wieder ins Rennen? „Kann sein, muss nicht sein“, sagt Kögel dazu. Grundsätzlich befürworte er eine breite Diskussion, „um allen gerecht zu werden“.

Bei dem Ratsbegehren gehe es darum, die Bürger einzubinden. „Wir werden öffentlich diskutieren, was eine 180-Betten-Klinik mit allen Konsequenzen und in Abwägung zu den Flächen im Landschaftsschutz bedeutet.“ Die Bürger sollen dann entscheiden, ob die Klinik in der Gemeinde bleiben soll und auf welchem Grundstück.

Indessen prüft der Landkreis Starnberg, ob sich in Herrsching eine Erweiterung der Klinik Dr. Schindlbeck realisieren lässt. „Interne Planer schauen sich den Standort gerade an“, berichtet Herrschings Bürgermeister Christian Schiller auf Anfrage. Sollte sich die Schindlbeck-Klinik vor Ort tatsächlich auf 180 Betten ausbauen lassen, sei die Gemeinde gefragt. „Wir müssen dann schauen, ob sich der Bebauungsplan anpassen lässt.“ Funktioniere dies alles nicht, müssten Alternativstandorte gefunden werden. Hier sei der Landkreis bereits im Gespräch mit Grundstücksbesitzern an der Seefelder Straße. „Unsere Grundstücke dort alleine reichen nicht“, sagt Schiller. Grundsätzlich wäre er sehr froh, wenn die Erweiterung am jetzigen Standort funktionieren würde. „Wenn Herrsching nicht geht, dann Seefeld. Für den westlichen Landkreis ist die Klinik unverzichtbar.“

Wie berichtet, hatte der Landkreis die Schindlbeck-Klinik 2019 gekauft. Sie gehört mit den Kliniken in Starnberg, Seefeld und Penzberg zur Starnberger Kliniken Holding. Schon lange vorher stand die Zukunft der Klinik Seefeld zur Diskussion. Und schon lange sucht die Gemeinde nach Alternativstandorten. Die Überlegung, auf einem Acker an der Eichenallee ein neues Krankenhaus zu bauen, hatte jedoch zu Empörung in der Bürgerschaft geführt.

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