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So ganz sang- und klanglos sollte das Jubiläum der Partnerschaft mit Gossensass nicht verstreichen, deshalb organisierte Alexander von Dehn ein kleines Fest, als Vorfreude auf den Festakt, der im nächsten Jahr nachgeholt werden soll. Mit von Dehn feierten vor dem neuen Feuerwehrhaus in Hechendorf Theresa und Maximilian von Dehn, Petra und Alex Crepaz sowie Markus und Elisabeth Mair (v.l.). 

40 Jahre Seefelder Partnerschaft mit Gossensass

Wenigstens anstoßen mit den Südtirolern

Seit 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Seefeld-Hechendorf und der Südtiroler Gemeinde Brenner-Gossensass. Groß gefeiert werden konnte das Jubiläum sowie die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses wegen der Coroan-Pandemie aber nicht. Angestoßen wurde aber dennoch.

Hechendorf – Vor 40 Jahren nahm die Partnerschaft zwischen Seefeld-Hechendorf und der Südtiroler Gemeinde Brenner-Gossensass ihren Anfang. Vier Tage lang sollte das runde Jubiläum zeitgleich mit der offiziellen Einweihung des Feuerwehrhauses mit einem Festakt unter dem Titel „s’Dorf brennt“ gefeiert werden. Corona kam dazwischen. Aber „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagte Alexander von Dehn und kündigte am Pfingstsonntag an, dass das Fest im nächsten Jahr auf jeden Fall nachgeholt wird. Sang- und klanglos wollte der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Hechendorf und Gründungsmitglied der Blaskapelle d’Aubachtaler das Jubiläum aber nicht verklingen lassen. Deshalb gab es am Wochenende zumindest schon einmal eine kleine, aber feine Feier.

Mit Tochter Theresa (Mitglied in d’Aubachtaler) und Sohn Maximilian (Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr) setzte er sich gegenüber den Südtiroler Feuerwehrkameraden Markus Mair mit Gattin Elisabeth und dem Gossensasser Musikanten und Bäckermeister Alex Crepaz vorm Feuerwehrhaus auf die Bank. Außerdem Teil der Runde war Petra Crepaz. Für sie war die Partnerschaft lebensverändernd, denn vor gut einem halben Jahr haben Petra und Alex Crepaz geheiratet. Wie berichtet, hatten sie sich dem Coronavirus und wegen geschlossener Grenzen mehrere Wochen nicht sehen dürfen. Nun sind sie wieder vereint und in Feierlaune mit Braunbrot und Obaztn, Brezn und Butter, Radieschen, Speck und Käse und dazu Helles, Rotwein und Sprudel.

Für von Dehn begann die grenzüberschreitende Freundschaft mit einem Tor, das er als 16-Jähriger gegen die Südtiroler schoss. Damals, als der TSV Hechendorf den Kontakt mit dem Dorf am Brenner aufgenommen hatte. Im Hinspiel gegen Gossensass gingen die Hechendorfer Fußballer gnadenlos unter, erzählt er – als sie jedoch im Rückspiel auf Hechendorfs abschüssigem Gelände kicken mussten, verloren die überlegenen Gossensasser 2:4. Angesichts des Gefälles meinten sie nur, „da bauen wir einen Skilift auf“, erzählt von Dehn grinsend. Das war vor 43 Jahren. Heute ist das Bergdorf für den 59-Jährigen zu einer zweiten Heimat geworden, wo er und seine vier mittlerweile erwachsenen Kinder regelmäßig hinfahren.

Mair schenkt am Sonntag selbstgebrauten Enzian aus, bei dessen bitterem Nachgeschmack die Gesichtszüge des einen oder anderen entgleisten. „Gsund“ sei das Gebräu, grinst Mair und schenkt einen „Weiberschnaps“ aus Schwarzbeeren nach – ebenfalls selbst gebrannt, aber definitiv sanfter im Nachgang. Es war ein vertrautes Miteinander an den Bierbänken auf dem Vorplatz des Feuerwehrhauses. Die beiden Alex pflegten die Freundschaft der Ortschaften, so Mair. Eine Freundschaft, die der Hechendorfer Maler Helmut Schwarz 1990 in einem Gemälde unter dem Titel „Boarisch-tirolische Liab“ mit einem Adler und einem Löwen in inniger Umarmung verewigt hat.

„Wir feiern sehr schöne Feste“, schwärmt von Dehn – und sieht geradezu vor sich, wie just in diesem Moment die 60-Mann-Kapelle in einem Festzug Hechendorfs Straßen entlangmarschiert, dahinter Dorfbewohner in Tracht oder Alltagsgewand gemeinsam mit den angereisten Gästen aus Südtirol. „Das Wetter wäre perfekt“, bedauerten die Zusammensitzenden am Sonntag. Statt gemeinsam mit hunderten Besuchern im Bierzelt anzustoßen, hebt die Handvoll Repräsentanten der Gemeinden ihr Glas auf Pfingsten 2021, zu dem der Festakt fulminant nachgeholt werden soll.

Michèle Kirner

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