Buckelpiste, aber nicht mehr lange: die Anton-Ettmayr-Straße vor dem neuen Seniorenquartier in Oberalting. Möglicherweise entsteht hier der erste verkehrsberuhigte Bereich der Gemeinde. Foto: Andrea Jaksch
+
Buckelpiste, aber nicht mehr lange: die Anton-Ettmayr-Straße vor dem neuen Seniorenquartier in Oberalting. Möglicherweise entsteht hier der erste verkehrsberuhigte Bereich der Gemeinde.

Ortsentwicklung

Seefelds erste verkehrsberuhigte Zone

Vor dem neuen Seniorenquartier an der Anton-Ettmayr-Straße in Oberalting-Seefeld schaut es schon ziemlich lange wüst aus. Nun soll die Straße wieder instandgesetzt werden. Aber nicht so wie vorher. Sondern als verkehrsberuhigter Bereich.

Oberalting – Das neue Seniorenquartier an der Anton-Ettmayr-Straße in Oberalting hat schon Gestalt angenommen, die Fenster sind drin, es ist längst verputzt. Wie berichtet, möchte Bauherr Ulf Walliczek, auch Betreiber des Seniorenstifts an der Hauptstraße, den Bereich rund um sein Projekt für die Allgemeinheit öffnen. „Dazu gehört auch ein verkehrsberuhigter Bereich zwischen Nachbarschaftshilfe und Seniorenquartier“, erläuterte Imke Friedrich vom Seefelder Bauamt in der jüngsten Sitzung. „Die Straße ist ohnehin aufgerissen. Es wäre schön, dort ein Zeichen zu setzen.“

Geplant sei, den Bereich beginnend bei den Parkplätzen der Nachbarschaftshilfe bis hinter der geplanten Lieferantenzufahrt des Seniorenquartiers umzugestalten. Es geht um ein Stück von rund 50 Meter Länge. Die Straße erhalte die gleiche Höhe wie der Gehweg, dazu kommen entsprechende Verkehrszeichen, so die Verwaltung in der Beschlussvorlage. Im verkehrsberuhigten Bereich müssen Autofahrer Schrittgeschwindigkeit fahren, sie dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern, müssen, wenn nötig, warten. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt, wie beispielsweise beim Konzept des sogenannten „shared space“, das 2008 zuletzt bei der Diskussion über die Umgestaltung der Hauptstraße kurzzeitig mal Thema war. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 20 000 Euro. Eine Ausschreibung ist nicht nötig, die mit dem Straßenbau beauftragte Firma müsste die Straße nur anders zurückbauen. Walliczek an den Mehrkosten zu beteiligen, war für Bürgermeister Klaus Kögel indessen keine Option, „Er öffnet sein Quartier für alle, das wird er ins Feld führen.“

Josef Wastian (FWG) fand die Idee gut. „Das ist ein idealer Standort, um das auszuprobieren.“ Das sahen auch Johanna Senft (BVS) und Dennis Weber (Grüne/BI) so. „Ich würde mir solche Ideen auch an anderen Stellen wünschen“, sagte Weber. Thomas Ruf (FWG) sorgte sich um die Krankentransporte, die zumindest früher sehr oft diese Strecke hinunter zur Staatsstraße genutzt hätten. Offiziell ist dies jedoch nicht die Hauptroute für Rettungsfahrzeuge zum Krankenhaus. Prof. Martin Dameris (SPD) schlug vor, in dieser Sache dennoch mit Verantwortlichen der Klinik zu reden. Auch Christian Wagner (BVS) riet, die Strecke als Verbindung zum Recyclinghof und Technologiepark nicht zu unterschätzen.

Dr. Oswald Gasser (FDP) fand die Idee im Kern zwar passabel. „Aber wir machen einfach so eine Einzelmaßnahme ohne Mobilitätskonzept.“ Ortwin Gentz (Grüne/BI) nannte Pöcking als gutes Beispiel: „Dort ist die Hauptstraße verkehrsberuhigt. Das zeigt, dass das funktionieren kann.“ Auch Thomas Zimmermann (Grüne/BI) hatte weniger Bedenken. „Ich glaube nicht, dass wir was falsch machen. Das passt auch später noch in ein Konzept.“ Peter Schlecht (FWG) wollte dennoch eine Planung sehen und kritisierte: „Ich weiß nicht, worüber ich abstimme.“

Letztlich drängt die Zeit, denn die Straße soll zeitnah geschlossen werden. Die Gemeinderäte wollten dann aber doch nicht gleich Nägel mit Köpfen machen. Letztlich wurde die Verwaltung beauftragt, die Planung zu modifizieren und dem Hauptausschuss in der nächsten Wochen vorzulegen. Dieser soll dann entscheiden.

Auch interessant

Kommentare