Das so genannte "Hochzeitstortenmodell" hinter dem alten Rathaus in Seefeld wird nicht realisiert. 

Ortsentwicklung in Seefeld

Anbau beim Alten Rathaus vom Tisch

Seefeld - Der Gemeinderat will sich mit Anbau am Alten Rathaus nicht mehr befassen. Und lässt prüfen, ob ein Rathausneubau noch Thema ist. 

Nägel mit Köpfen haben Seefelds Gemeinderäte gemacht: Gegen eine Stimme beschloss das Gremium, für eine Realisierung eines Verwaltungsgebäudes beim Alten Rathaus keine weiteren Anstrengungen zu unternehmen. Das Thema ist vom Tisch. Zuvor allerdings diskutierten die Räte. Martin Dameris (SPD) wollte vor einem endgültigen Beschluss nochmals der Öffentlichkeit die Fakten zu dem Thema präsentieren. Was sei hinter dem Rathaus zu realisieren, muss ein Nahversorger für eine Zukunft an dem Standort wirklich anbauen, muss die Gemeinde wirklich die gesamte Fläche verpachten? All dies wollte Dameris nochmals in Fakten festzurren, am besten auch in einem weiteren Gutachten. „Ich will das geklärt wissen“, sagte er. Die Mehrheit des Gremiums war nicht dazu bereit, die ganze Thematik erneut aufzurollen. „Wir haben schon zu viel Geld ausgegeben“, sagte Johanna Senft (BVS). Die Tatsache, dass hinter das alte Gebäude kein neues Verwaltungsgebäude in angemessener Größe passe, sei zu akzeptieren – erst recht in diesen Zeiten, in denen das Thema Asyl wachsende Anforderungen an die Verwaltung stelle. Josef Wastian (FWG) betonte, dass sich der Arbeitskreis Rathaus mit dem Thema intensiv auseinandersetze. „Beinahe wöchentlich“, ergänzte Geschäftsstellenleiter Fritz Cording. Und Dr. Oswald Gasser (FDP) erinnerte daran, dass auf der Internetseite der Gemeinde ebenfalls alle Daten und Fakten für die Bevölkerung einzusehen seien. Sebastian Haberkorn (CSU) nahm kein Blatt vor den Mund: „Ich bin dagegen, nochmal von vorn anzufangen. Wir sollten endlich Flagge zeigen.“ Die Gemeinde sei ohnehin kein Paradies für den Einzelhandel, man dürfe die Abwanderung des jetzigen Supermarkts in der Ortsmitte nicht riskieren. Der Diskussion zugrunde lag ein Antrag der CSU. Diese hat die zeitnahe Planung und Erweiterung des innerörtlichen Supermarkts gefordert. Dafür sei die formelle Beendigung der Rathauserweiterung an dieser Stelle zu beenden. Wie berichtet, hatten sich die Seefelder im Oktober 2014 per Bürgerentscheid gegen den Bau eines neuen Rathauses beim Krankenhaus entschieden. Die Auflage, am alten Standort zu prüfen, was geht, hatte die Gemeinde erfüllt. Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist für ein Jahr bindend. Für die Gegenstimme sorgte Hermann Ramsauer (Grüne). Er wollte, dass die Bürger die Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Per Bürgerentscheid. Der Arbeitskreis Rathaus befasst sich nun intensiv mit der Frage, ob die Gemeinde ein neues Rathaus baut, oder ob sie im Technologiepark bleibt. Anfang März soll dies im Rahmen eines zweiten Bürgerforums mit den Bürgern diskutiert werden. Mit dieser Entscheidung ist auch das so genannte "Hochzeitstortenmodell" vom Tisch. Diesen Namen erhielt die Planung eines Verwaltungsgebäudes hinter dem alten Rathaus. Da auf engem Raum eine hohe Raumdichte nötig ist, entwickelten die Planer einen komprimierten Baukörper. Das Thema allerdings hat sich nun erledigt. 

hvp

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