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Neue Preise: Urnenbestattung in Seefeld fast doppelt so teuer

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Von: Laura Forster

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Der Friedhof an der Lindenallee in Hechendorf ist einer von drei Friedhöfen der Gemeinde Seefeld. Dort werden bereits von der kommenden Woche an die Beisetzungen teurer.
Der Friedhof an der Lindenallee in Hechendorf ist einer von drei Friedhöfen der Gemeinde Seefeld. Dort werden bereits von der kommenden Woche an die Beisetzungen teurer. © Andrea Jaksch

Ab Juli ändern sich die Gebühren für Bestattungen in der Gemeinde Seefeld. Während Erdbestattungen günstiger werden, müssen die Hinterbliebenen für Urnenbestattungen künftig fast doppelt so viel zahlen. Eine Entwicklung, die nicht alle Gemeinderäte nachvollziehen können.

Seefeld – Nicht nur die Energie-, Sprit- und Lebensmittelkosten schießen derzeit in die Höhe, in der Gemeinde Seefeld werden auch Bestattungen vom kommenden Monat an deutlich teuer. Die ausführende Firma Zirngibl aus Starnberg sieht sich laut Verwaltung gezwungen, aufgrund der allgemeinen Inflation ihre Bestattungspreise anzupassen.

Vor allem die Kosten für Urnenbegräbnisse auf den Friedhöfen Hechendorf am Kriegerdenkmal, an der Lindenallee sowie Oberalting-Seefeld steigen – von aktuell 245,14 Euro auf künftig 422,45 Euro (Erdbestattung) sowie von 224,91 Euro auf 385,56 Euro (Wandgrab). Erdbestattungen für Erwachsene werden dafür etwas günstiger: Bisher kosten sie 1080,52 Euro, künftig 952 Euro. Tieferlegungen werden teurer: 597,38 Euro statt bsiher 315,35 Euro. Fast alle anderen Positionen bleiben laut Rathaus unverändert.

Starnberger Bestatterunternehmen passt Preise der Inflation an

„Wir arbeiten seit beinahe 25 Jahren mit dem Bestattungsunternehmen Zirngibl zusammen“, sagte Bürgermeister Klaus Kögel in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. „Leider hat die Firma den Vertag von 2017 im September 2020 fristgerecht gekündigt.“ Auf die Schnelle habe die Gemeinde keinen anderen Bestatter für die drei Friedhöfe finden können, weshalb sie mit Zirngibl aushandelte, die seit 2017 geltenden Konditionen bis 30. Juni 2022 beizubehalten. Diese Vereinbarung läuft nun jedoch aus, und die Firma möchte die Bestattungspreise für einen weiteren Vertrag, der bis 30. Juni 2024 gelten soll, anpassen.

„Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich sehe, dass eine Urnenbestattung doppelt so teuer wird und eine Erdbestattung dagegen günstiger. Das ist eine Frechheit und eine saubere Geschäftemacherei, denn der Arbeitsaufwand ist bei einer Erdbestattung deutlich höher“, kritisierte Ulrich Pirzer (FWG) und schlug der Gemeinde vor, mit seiner Gärtnerei selbst einen Teil des Bestattungsangebots zu übernehmen. „So einfach ist das nicht“, entgegnete Geschäftsführer Fritz Cording. „Wir sind auch nicht glücklich mit der Situation, aber alle Aufgaben sollten von einem Unternehmen abgedeckt werden.“

Gemeinderäte wünschen sich rechtzeitige Neukalkulation und Ausschreibung

Brigitte Kelly vom Standesamt fügte hinzu, dass manche Gemeinden, etwa Inning, gar keinen Bestatter mehr für ihren Friedhof hätten. Auf die Frage, wie die Preise in anderen Kommunen aussehen, sagte Kelly: „Noch sind Bestattungen in den Nachbarkommunen zehn bis 15 Prozent günstiger. Sobald die alten Verträge auslaufen, werden die Gemeinden aber in die gleiche Situation kommen.“

Auch Petra Gum zeigte sich wie ihr Fraktionskollege Pirzer nicht zufrieden mit dem Vorschlag der Verwaltung. „Ich muss wirklich sagen, da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht, und das geht jetzt auf die Kosten der Bürger. Die Kündigung der Firma Zirngibl liegt eineinhalb Jahre zurück. Wieso haben wir keine weiteren Angebote eingeholt oder öffentlich ausgeschrieben?“, fragte sie. „Asche auf mein Haupt“, entgegnete Cording. Neben personellen Veränderungen im Rathaus habe vor allem eine Firma, mit der die Gemeinde im Gespräch für eine Neukalkulation der Friedhofsgebühren für eine öffentliche Ausschreibung war, für die Verzögerungen gesorgt. „Die haben uns leider hängenlassen.“

Letzten Endes bissen die Gemeinderäte in den sauren Apfel und stimmten einstimmig für den neuen Vertrag mit der Firma Zirngibl. „Das Wichtigste ist, dass in Seefeld auch zukünftig Bestattungen durchgeführt werden können“, sagte Bürgermeister Kögel. Christian Wagner (BVS) merkte an, dass dieses Mal rechtzeitig mit der Neukalkulation und der Ausschreibung begonnen werden sollte. „Nicht, dass das noch einmal passiert.“ lf

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