1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Seefeld

Ski-WM als Projekt-Beschleuniger

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Noch nichts geschehen ist in der berüchtigten Marchklamm oberhalb der Grenze. foto: ku
Noch nichts geschehen ist in der berüchtigten Marchklamm oberhalb der Grenze. foto: ku

Mittenwald/Seefeld - Es herrscht Goldgräber-Stimmung in Seefeld. Vieles scheint dort nach dem Zuschlag für die Nordische Ski-WM 2019 möglich. Nur die Marchklamm bereitet vielen Kopfzerbrechen.

Es ist Ski-WM, und die nördliche Zufahrt über den ehemaligen Grenzposten Mittenwald-Scharnitz bleibt wegen Lawinengefahr geschlossen. Eine Horror-Vorstellung für das benachbarte Seefeld, das vor gut einem Monat den Zuschlag für die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2019 erhalten hat.

Denn jeder Wintersport-Fan, der nicht anreisen kann, tut weh. Deshalb drückt Seefelds Bürgermeister Werner Frießer in puncto Marchklamm auf die Tube. „Ich habe erst kürzlich mit Diplom-Ingenieur Günter Guglberger vom Brücken- und Tunnelbau des Landes Tirol gesprochen.“ Dessen Nachricht war alles andere als erfreulich für den rührigen Ortschef: „Anscheinend soll das Projekt erst zwischen 2018/19 fertiggestellt werden.“ Viel zu spät weiß Frießer. „Da gibt es noch dringenden Handlungsbedarf.“

Guglberger wiederum verdeutlicht, dass die Lawinenverbauung in der Marchklamm „von dem reibungslosen Ablauf“ der Scharnitzer Umfahrung abhänge, meint der Experte im Hinblick auf die Grundstücksverhandlungen am 20. August. „Die Planungen für den Tunnelbau liegen momentan noch beim bayerischen Straßenbauamt in Weilheim. Wenn danach auch wir grünes Licht gegeben haben, muss ein Staatsvertrag unterschrieben werden, da die Lawinenverbauung ein grenzübergreifendes Projekt ist.“ Sei das geschafft, darf man optimistisch sein, dass mit dem Tunnelbau noch 2015 begonnen werden kann, teilt Guglberger mit. „Die Fertigstellung der Lawinenverbauung dürfte dann 2017 sein.“ Aber solche Zeitvorgaben werden seit einer Dekade - meist von deutscher Seite - nach hinten korrigiert.

Doch nun könnte die WM als kräftiger Beschleuniger wirken - nicht nur beim Lawinenschutz an der Landesgrenze, sondern auch bei anderen Projekten. Der Seefelder Wunschzettel, der kommenden Donnerstag dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter übergeben wird, hat’s jedenfalls in sich.

„Wir wollen wieder anregen, den Seefelder Bahnhof unter die Erde zu legen“, erklärt Frießer. Damit würde ein seit Jahrzehnten gehegter Traum endlich in Erfüllung gehen. Noch etwas utopisch klingt die Idee, eine U-Bahn zwischen der Seefelder Rosshütte und den Sprungschanzen zu bauen. Der Bürgermeister ist aber sicher: „Einen Versuch ist’s wert.“ Dabei läuft Frießer aber die Zeit davon: „Es muss alles sehr schnell gehen, da vor allem die baulichen Anliegen eine lange Vorlaufzeit benötigen und eher gestern als heute auf Schiene gebracht werden müssen.“

Neben diesen Großprojekten stehen noch zahlreiche kleinere Anliegen auf der Liste. „Wir wollen die Beschneiungsthematik massiv verstärken und müssen noch einige Loipen ausbauen beziehungsweise erweitern“, kündigt der Rathauschef an. Besonders im Fokus steht dabei die Loipenunterführung am Seekirchl-Parkplatz, die vergangenen Winter wegen eines Rechtsstreits gesperrt werden musste, sowie eine neue Brücke über die Landesstraße. joho

Auch interessant

Kommentare