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Laden zu den letzten Spielkreiskonzerten (v.l.): Katharina Braun, Heidi Gerum und Waltraud Schneiders.

Musikalische Bildung

Abschied mit Elefant

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Sie ist eine Institution: 35 Jahre lang begleitete Katharina Braun die Kinder in und rund um Hechendorf bei ihren ersten Schritten in der Musik. Am 17. und 18. März finden die letzten beiden Spielkreiskonzerte im Bürgerstadl statt. Die 59-Jährige will sich in Zukunft auf die Chorarbeit konzentrieren.

Hechendorf – „Ich hatte mir immer schon vorgenommen, rechtzeitig aufzuhören“, sagt Katharina Braun beim Pressegespräch im Hechendorfer Bürgerstadl. Hier, auf dieser Bühne, hat sie – zuletzt gemeinsam mit Gudrun Becha, Brigitte Heigenhuber und Gabriele von Dehn – an die 15 Spielkreiskonzerte veranstaltet, mit bis zu 40 Kindern im Grundschulalter an Akkordeon, Fidel, Hackbrett, Gitarre, Harfe, Blockflöte und Geige. Insgesamt waren es gut 30 Konzerte, die jedes Jahr größer und aufwendiger wurden – und bis zu 600 Kinder, denen Katharina Braun ideenreich und voller Hingabe ihre große Liebe zur Musik vermittelt hat. Es war der Höhepunkt des Jahres für die Kinder, für die Eltern und Geschwister, einfach alle. Das ist nun vorbei.

Angefangen hatte die Hechendorferin Braun mit der musikalischen Früherziehung. Das war 1983. Da lag ein Musiklehrerstudium in München hinter ihr, dem sich später eine Ausbildung als Musiktherapeutin und etliche Fortbildungen anschlossen. In ihrem kleinen gemütlichen Wohnhaus an der Günteringer Straße in Hechendorf besuchten die Kinder erst die musikalische Früherziehung. Von da aus ging es für viele weiter in den Spielkreisen – das Miteinander stand im Vordergrund, und macht auch so viel mehr Spaß, als immer allein zu üben. Zuletzt gab es fünf Spielkreisgruppen. Zur Seite standen Braun die Musiklehrerinnen Becha, von Dehn und Heigenhuber. 2010 schließlich gründete sich der Verein Seefelder Spielkreise. Die Gemeinde leistete ihren Beitrag: Kinder und Lehrerinnen durften den Bürgerstadl nutzen.

Vor zwei Jahren beendete Katharina Braun die musikalische Früherziehung. Vergebens suchte sie eine Nachfolgelösung. Das gilt auch für die Spielkreisleitung. „In die großen Fußstapfen will wohl niemand treten“, sagt Waltraud Schneiders, Vorsitzende des Vereins. Bei ihr laufen die Fäden zusammen, sie ist für die Organisation verantwortlich – und hat sozusagen nebenbei für die Spielkreiskonzerte auch mehrere Geschichten geschrieben. Sie sagt: „Wir sind offen, auch für jemanden, der andere Ideen hat.“

Denn fortbestehen soll der Verein auf jeden Fall, und auch das gemeinsame Musizieren geht weiter. Denn aus den Spielkreisgruppen sind mittlerweile fünf Kinderchöre hervorgegangen, die von Katharina Braun und der Hechendorferin Adele Bassermann betreut werden. Und Braun plant zusätzlich noch einen Zwergerlchor. „Die Arbeit mit den Chören ist niedrigschwelliger“, erklärt sie. Es sind keine Instrumente zu stimmen, keine Noten zu schreiben, es ist nichts aufzubauen. Die Arbeit mit 30 bis 40 Kindern, die unzähligen Proben vor den Konzerten, das kostete immer mehr Kraft. „Und beim Chor ist es so: Jemand ruft an, wir fahren hin und singen“, freut sich Braun.

Für die beiden letzten Konzerte im März wird schon seit Monaten geübt. Erzählt wird die Geschichte des Elefanten Tonka. Dazu hat die in Frieding lebende Künstlerin Heidi Gerum wunderhübsche Bilder von Hechendorf gemalt, und Waltraud Schneiders hat sich eine Geschichte überlegt. Auch in diesem Jahr wird der Bürgerstadl mit Familien und Freunden gut besetzt sein und der Jubel groß.

Üblicherweise begann nach den Spielkreiskonzerten die Vorbereitung für das nächste Jahr. Das fällt heuer nun weg. „Aber mir wird nicht langweilig werden“, sagt Katharina Braun und lacht.

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