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Wackelige Angelegenheit: Tischtennis-Nationalspielerin Sabine Winter und ihr Bruder Ben bestritten auf einer von ihrem Vater Mark gebauten Konstruktion auf dem Wörthsee ein Gaudimatch.

Tischtennis-Aktion

Schwimmende Schmetterplatte

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Normalerweise schmettert Sabine Winter ihren Gegnern in der Halle die Bälle um die Ohren. Jetzt überrascht die 24 Jahre alte Nationalspielerin aus Hechendorf die Tischtenniswelt: Mit ihrem Bruder Ben bestritt sie ein Match mitten auf dem Wörthsee.

Hechendorf– Man nehme vier Surfbretter, zwei Biergartentische, zwei Surfsegelmasten, ein paar Spanngurte und ein Netz – und fertig ist die schwimmende Tischtennisplatte. Sabine Winter und ihr Bruder Ben probierten es gleich mal aus: Auf dem Wörthsee duellierten sich die talentierten Geschwister in einem Gaudimatch und stellten das Video ins Internet.

Die 24-jährige Sabine Winter, die für den SV-DJK Kolbermoor in der 1. Bundesliga spielt, befand sich zuletzt auf Heimaturlaub in Hechendorf. Abschalten vom Ligaalltag und vom Trainings- und Wettkampfstress. Da kommt jede Ablenkung gelegen.

Im vergangenen Jahr versuchte sie es im heimischen Garten mit Tischtennis auf der Slackline, diesmal musste ein neuer Reiz her. „Da hatte mein Vater die Idee mit der Platte auf dem See“, erzählt die deutsche Nationalspielerin. Kurzerhand zimmerte Mark Winter die Konstruktion zusammen – und schon ging es raus auf den Wörthsee zusammen mit ihrem Bruder, der kommenden Saison für den Oberligisten TSV Gräfelfing an der Platte steht

„Eigentlich wollten wir auf dem Ammersee spielen, aber an diesem Tag war es dort viel zu windig und wellig“, erzählt Sabine Winter. Mit ihrem Bruder Ben, der kurz zuvor noch ein Beachvolleyballturnier in Mühldorf bestritten hatte, wagte sie sich an einem bewölkten Sonntagabend am Erholungsgebiet Oberndorf auf das wackelige „Spielfeld“ und absolvierte eine rund einstündige Trainingseinheit.

„Surf-Tischtennis“ nennen die Winters ihre pfiffige Erfindung. Für die eingefleischte Tischtennisfamilie wohl die einzige Möglichkeit, „wie man die Chinesen schlagen kann“, wie sie ihr Video augenzwinkernd ankündigen. „Ich war überrascht, wie stabil das ist, da hat mein Vater wirklich eine gute Konstruktion gebaut“, sagt Sabine Winter.

Die auf dem Wasser schwimmenden Bälle holten sie mit einem Kescher wieder raus – und weiter ging’s. Nicht ein einziges Mal fielen sie oder ihr Bruder vom Brett. Aber komplett trocken wollte Sabine Winter dann doch nicht zurück ans Ufer kommen: „Ich habe mich absichtlich fallen lassen, um zu versuchen, vom Wasser aus die Bälle zu spielen.“ Klappte ganz gut, wie man in dem Video sehen kann.

Als regelmäßigen Trainingsinhalt will die Nationalspielerin „Surf-Tischtennis“ allerdings nicht in ihr Programm aufnehmen. „Außer es wird olympisch, dann greife ich voll an“, sagt die 24-Jährige lachend. Schließlich wird es wieder ernst. Sabine Winter flog am Freitag nach Indien, um dort für die Mannschaft RP-SG Mavericks in der erstmals eingeführten indischen Tischtennis-Liga zu spielen. Innerhalb von drei Wochen ermitteln sechs Teams den indischen Mannschafts-Meister. Sie sind zur Hälfte aus Indern und zur anderen Hälfte aus internationalen Topspielern zusammengesetzt. „Wir spielen in Chennai, Delhi und Mumbai“, erzählt Sabine Winter.

Nach ihrer Rückkehr aus Südasien geht es gleich weiter: Am 18. August spielt sie mit Kolbermoor im Pokal, am 2. September beginnt die 1. Bundesliga, und dann reist sie nach Luxemburg zur Europameisterschaft (13. bis 17. September in Kirchberg). Vielleicht helfen ihr ja die Erfahrungen vom „Surf-Tischtennis“, um eine Medaille mit nach Hause zu bringen.

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