Gericht

Sexueller Missbrauch und eine Drohung

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Ein 47-jähriger Seefelder soll seine Tochter und seine Nichte über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. 

Seefeld – Ein Zimmerer (47) aus der Gemeinde Seefeld muss sich seit Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs an seiner eigenen Tochter sowie an seiner Nichte vor dem Landgericht München II verantworten. Er selbst äußerte sich zu Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen.

Als er im Rahmen des Verfahrens erst einmal zu seinem Lebenslauf aussagen sollte, sagte sein Verteidiger dem Gericht: „Er sieht sich nicht in der Lage, sich überhaupt hier zu öffnen.“ Nach Anträgen zum Ausschluss der Öffentlichkeit findet der Prozess nun teilweise ohne Publikum statt.

Außerdem führten die Prozessbeteiligten ein Rechtsgespräch. Dabei einigten sie sich auf folgenden „Deal“: Sollte der Vater den Missbrauch an der Tochter gestehen, so hat er mit einer Gefängnisstrafe von achteinhalb bis neuneinhalb Jahren zu rechnen.

Der Angeklagte, der in Nordrhein-Westfalen gebürtig ist, ist seit 1994 mit seiner Frau verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Spätestens ab dem achten Geburtstag der gemeinsamen Tochter soll er diese regelmäßig missbraucht haben – insgesamt drei Jahre lang. Sowohl in der Familienwohnung in Seefeld, als auch beim Urlaub in Italien, beim Rodeln in den Alpen und auf einer Kanarischen Insel habe er sich an ihr vergangen. Die Staatsanwaltschaft München II legt ihm mindestens 115 Übergriffe zur Last. Das Mädchen offenbarte sich erst Ende 2014 seiner Mutter, weil der Angeklagte ihr nach dem ersten Übergriff gedroht haben soll, dass es „scheppern“ würde, wenn sie etwas erzähle.

Auch seine Nichte soll der Seefelder zwei bis drei Jahre lang missbraucht haben, spätestens jedoch seit sie zwölf Jahre alt war. In diesem Fall geht die Staatsanwaltschaft von mindestens 32 Übergriffen aus. So soll sich der Onkel bei Familientreffen in einem Nachbarort an dem Mädchen vergriffen haben – außerdem in der Wohnung des Angeklagten in Seefeld sowie bei einer Autofahrt.

Um die Inhaftierung des Angeklagten hatte es bereits ein juristisches Gezerre gegeben. Nach einer Woche Haft Ende 2015 wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt. Doch das Oberlandesgericht München ordnete schließlich wieder Haftfortdauer an. Nun sitzt er seit April 2016 ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Rubriklistenbild: © dpa

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