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Infektionen bei Catering-Unternehmen

Zweiter Corona-Lockdown in Starnberg? Weitere Asyl-Unterkunft unter Quarantäne - Infektionszahlen steigen

  • Andreas Beez
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  • Peter Schiebel
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  • Katharina Haase
    Katharina Haase
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Ein erneuter Corona-Ausbruch hält den Landkreis Starnberg (Bayern) in Atem. Eine Catering-Firma musste schließen. Nun steht außerdem noch eine weitere Asyl-Unterkunft unter Quarantäne.

  • Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf mit bisher 16 Infektionen wird langsam das Ausmaß der Infektionen im Landkreis Starnberg bekannt. 
  • Zunächst hatten sich 44 Mitarbeiter eines Caterers, der unter anderem die Uniklinik Großhadern versorgte, sind infiziert.
  • Dazu kommen inzwischen Flüchtlinge in verschiedenenAsyl-Einrichtungen.
  • Nun wurden eine weitere Einrichtung gesperrt.
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Zweiter Corona-Lockdown in Starnberg? Weitere Asyl-Unterkunft unter Quarantäne - Infektionszahlen steigen

Update, 20.45 Uhr: Wie das Landratsamt Starnberg mitteilt, finden sich nun mittlerweile fünf Asylunterkünfte unter Quarantäne. Die Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen läuft auf Hochtouren. 

„Das Ausbruchsgeschehen rund um die Asylunterkunft in Hechendorf und die Cateringfirma in Gilching betrifft eine weitere Asylunterkunft“, heißt es in der Mitteilung. Nun steht auch die Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Weßling unter Quarantäne. Ein Bewohner der Einrichtung war bei dem Cateringunternehmen beschäftigt. Er wurde bereits am vergangenen Samstag sicherheitshalber in ein Ausweichquartier nach München verlegt. Sein Testergebnis liegt nun vor, es ist positiv. 

Er hat einen weiteren Bewohner in der Unterkunft in Weßling angesteckt - der Test fiel ebenfalls positiv aus. Bei den anderen Bewohnern wird eine Reihentestung durchgeführt. 

Neuigkeiten gibt es übrigens auch vom Corona-Skandal bei Tönnies: Wie nun bekannt wurde, soll Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel als Berater für den Konzern gearbeitet haben. Einem Medienbericht zufolge hat die Zusammenarbeit offenbar von März bis Mai 2020 stattgefunden - und Gabriel soll dafür ein beachtliches Honorar erhalten haben

Zweiter Corona-Lockdown in Starnberg? Weitere Asyl-Unterkunft unter Quarantäne - Infektionszahlen steigen

Mit der Gemeinschaftsunterkunft Weßling stehen nun insgesamt fünf Asyl-Einrichtungen unter Quarantäne: Die Einrichtungen in Seefeld-Hechendorf, Seefeld, Pöcking, Herrsching (jeweils ein positives Testergebnis) und jetzt Weßling (zwei positive Testergebnisse). Die Einrichtungen sind unter Quarantäne gestellt. In der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching-Breitbrunn wird eine Reihentestung durchgeführt, obwohl es dort keinen bestätigten Fall gibt. Ebenso verhält es sich mit einer kleineren Einrichtung in der Nähe der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching

Die Kontaktpersonenermittlung läuft weiter auf Hochtouren. Dabei werden auch sämtliche Zulieferer, Reinigungsfirmen, Techniker, Kühlunternehmen und dergleichen unter die Lupe genommen. In jedem Fall wird geprüft, ob Mitarbeiter in den letzten 14 Tagen unmittelbaren Kontakt zu Mitarbeitern im Cateringbetrieb hatten. 

Coronavirus-Ausbruch in Asyl-Unterkunft in Weßling - Landrat äußert sich

Nachdem mittlerweile 46 Mitarbeiter des Gilchinger Cateringunternehmens positive Covid-19-Befunde aufweisen, wird geklärt, woran es liegt, dass sich das Virus in dem Unternehmen so ausbreiten konnte. Landrat Stefan Frey: „Wir werden die Umstände, die zur Ausbreitung des Virus, die ja doch mittlerweile bei nahe 50 Prozent der Mitarbeiter liegen, aufklären. Die Firma muss darlegen, ob die Arbeitsbedingungen dem Hygienekonzept entsprochen haben.“ Bislang sind insgesamt 34 Landkreisbewohner positiv getestet, darunter 24 Asylbewerber. Das entspricht einer 7-Tage-Inzidenz von 24, gerechnet auf 100.000 Einwohner. 

Zweiter Corona-Lockdown in Starnberg? Landrat äußert sich - derweil steigt die Infiziertenzahl weiter

Update, 17.01 Uhr: Das Caterer-Unternehmen Apetito untersucht ebenfalls die Ursache des Ausbruchs. Das Verteilerzentrum in Gilching diente ausschließlich der Belieferung des LMU-Klinikums Großhadern und des Innenstadt-Campus. Über einen alternativen Plan werde die Versorgung der Patienten und Mitarbeiter sichergestellt, so das Unternehmen. Eine Verbreitung des Virus über die Mahlzeiten halten Unternehmen, Behörden und LMU Klinikum für so gut wie ausgeschlossen.

Die Starnberger Fälle rufen böse Erinnerungen wach. Bekanntermaßen wurde in Starnberg damals der erste Corona-Fall deutschlandweit bestätigt. Eine chinesische Mitarbeiterin der Firma Webasto brachte das Virus in die Firma - und damit nach Deutschland.

Update 12.39 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Cateringunternehmen in Gilching geht die Suche nach Kontaktpersonen der Infizierten weiter. Dazu sollten am Mittwoch unter anderem sämtliche Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Pöcking auf das Virus getestet werden, nachdem es dort einen positiven Fall gegeben hatte.

Corona-Ausbruch in Starnberg: Flüchtlingsunterkünfte in Herrsching und Pöcking vor Massentests

Eine Sprecherin des Landratsamtes sagte weiter, auch eine Gemeinschaftsunterkunft im Herrschinger Ortsteil Breitbrunn werde durchgetestet. Die Bewohner hätten sehr engen Kontakt mit Bewohnern einer weiteren Herrschinger Unterkunft gehabt, wo bereits getestet wurde und ein positiver Fall aufgefallen war.

Eine ganze Reihe der insgesamt rund 120 Mitarbeiter des Caterers Apetito im oberbayerischen Gilching waren der Sprecherin zufolge in Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Sie seien vorsorglich nach München in eine Isoliereinrichtung gebracht worden, um dort getestet zu werden. Bis Dienstagabend ergaben die Reihentestungen 45 positive Fälle.

Zweiter Corona-Lockdown in Starnberg? Landrat äußert sich - derweil steigt die Infiziertenzahl weiter

Update vom 01. Juli 2020, 6.14 Uhr: Der Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU) schließt nach dem Corona-Ausbruch in dem Gilchinger Cateringunternehmen einen Lockdown vorerst aus. „Davon sind wir derzeit weit entfernt“, sagte Frey am Dienstagabend.

Da Infektionsketten nachvollziehbar seien, sei ein Lockdown, der unter anderem ein „unspezifisches Ausbreitungsgeschehen voraussetzt, nicht nötig. Man könne die Infektionen bislang auf Asylunterkünfte und das Unternehmen begrenzt zurückverfolgen. „Damit das so bleibt, werden wir alles Mögliche unternehmen und handeln strikt und konsequent. Das ist auch der Grund, warum wir die Asyl-Gemeinschaftsunterkünfte unter Quarantäne setzen, wenn auch nur ein Fall dort auftritt.“

Das Landratsamt beleuchtet auch Kontakte des Cateringunternehmens. Etwa werde geklärt, ob es Zulieferer oder andere Firmen gibt, deren Mitarbeiter binnen 14 Tagen unmittelbaren Kontakt zu den Mitarbeitern des Unternehmens hatten. Für besorgte Bürger richtete das Landratsamt eine Hotline ein.

Corona-Ausbruch in Starnberg: Infiziertenzahl steigt - doch weitere Testergebnisse stehen noch aus

Update von 20.17 Uhr: Wie bereits berichtet, soll eine Hotline für Bürger-Fragen eingerichtet werden (Update von 19.31 Uhr). Nun wurde die Telefonnummer bekanntgegeben. Unter 09131 6808-5101 stehen kompetente Ansprechpartner des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für Fragen zur Verfügung.

Das Landratsamt Starnberg teilte weiter mit: „Aus der Reihentestung der Mitarbeiter des Cateringunternehmens haben sich mittlerweile insgesamt 45 positive Fälle ergeben. Betroffen sind mehrere Asylbewerberunterkünfte im Landkreis Starnberg. Nach der Gemeinschaftsunterkunft in Hechendorf wurden deshalb heute Gemeinschaftsunterkünfte in Seefeld, Herrsching und Pöcking unter Quarantäne gestellt. In allen drei Anlagen wurde jeweils eine Person positiv auf das Corona-Virus getestet.“

Weiter heißt es: „Das Landratsamt weist darauf hin, dass sich verunsicherte Helfer und Helferkreise im Bezug auf die betroffenen Asylgemeinschaftsunterkünfte an das Landratsamt, Sabine Neumann (Fachbereichsleiterin Asyl, Integration und Migration) wenden können: sabine.neumann@lra-starnberg.de oder 08151/148 615.

Corona-Ausbruch in Starnberg: Infiziertenzahl steigt - doch weitere Testergebnisse stehen noch aus

Update von 19.13 Uhr: Der Corona-Ausbruch bei Apetito Catering in Gilching mit 44 infizierten Mitarbeitern zieht weitere Kreise. Um die Folgen bewältigen zu können, hat Landrat Stefan Frey sogar Unterstützung von der Staatsregierung angefordert. Außerdem mussten die Gemeinschaftsunterkünfte in Seefeld-Oberalting und in Herrsching vorsichtshalber geschlossen werden. Auch dort ist jeweils ein Coronafall aufgetreten. Das sagte Frey gestern Mittag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Zahlen, Daten, Fakten – so war die Situation bis gestern Abend.

Ob noch weitere Infizierte hinzukommen, war am Nachmittag unklar, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht alle Testergebnisse vorlagen. Alle 44 Mitarbeiter waren nach Angaben von Unternehmenssprecherin Ruth Fislage im Küchenbereich tätig. 

Corona-Ausbruch bei Caterer: Kontaktpersonen sollen ermittelt werden

Welche Folgen haben die positiven Testergebnisse für die Unterkünfte in Oberalting und Herrsching? Beide Unterkünfte stehen seit Dienstag unter Quarantäne, die insgesamt 214 Bewohner (125 in Herrsching, 89 in Seefeld) werden getestet. 

Welche Schritte unternimmt das Landratsamt noch? „Wir versuchen, sämtliche Kontaktpersonen zu ermitteln“, sagte Frey. Da das ein gewaltiger Aufwand ist, hat er bei der Staatsregierung um personelle Unterstützung gebeten. Etwa zehn Mitarbeiter sollen das Gesundheitsamt allein bei dieser Arbeit unterstützen. Bekommt der Landkreis noch weitere Hilfe? Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hilft mit vier Mitarbeitern bei der Reihentestung. Darüber hinaus will Frey eine Telefon-Hotline schalten, an die sich Bürger mit ihren Fragen an Experten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wenden wollen. 

Corona-Ausbruch bei Caterer im Landkreis Starnberg: Ursache aktuell noch unklar

Was ist über den Infektionsweg bekannt? „Die Ursache können wir nicht genau ermitteln“, gab Frey vor dem Hintergrund der vielen beteiligten Personen zu. Apetito-Sprecherin Fislage sagte auf eine entsprechende Anfrage des Starnberger Merkur: „Die Untersuchungen laufen noch. Derzeit liegen uns noch keine Erkenntnisse vor.“ Ob die Raumtemperatur bei der Verbreitung des Virus eine Rolle gespielt hat, ist unklar. „In den Räumen, in denen die Mitarbeiter am Standort Gilching die Speisen portionieren, herrschen zwölf Grad“, erklärte Fislage. 

Sind neben Apetito noch weitere Betriebe betroffen, zum Beispiel Logistik-, Reinigungs- oder andere Partnerfirmen? „Das ermitteln wir gerade“, sagte Frey. „Falls es unmittelbare Kontakte gegeben hat, müssen wir schauen, wie eng die waren.“ Fislage sagte am Abend auf Anfrage, dass ein Logistikunternehmen mit dem Transport der Speisen vom Verteilzentrum Gilching zu den Kliniken der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) beauftragt ist. „Auf Anordnung des Gesundheitsamtes Starnberg werden auch diese Mitarbeiter getestet.“ 

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg: Gab es neben den LMU-Kliniken weitere Abnehmer?

Sind von Gilching aus nur die LMU-Kliniken beliefert worden oder gibt es weitere Abnehmer? „Es wurden keine weiteren Kunden von dem betroffenen Zentrum aus beliefert“, sagte Fislage. Nach Unternehmensangaben werden im Normalfall täglich 4800 Patientenessen und 1600 Mitarbeiteressen nach Großhadern und zum Campus Innenstadt geliefert. 

Ist die aktuelle Situation Anlass für Apetito, um Hygiene- oder andere Standards, Produktionsabläufe und ähnliches künftig zu ändern? Zu Beginn der Pandemie habe das Unternehmen ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet, erklärte die Sprecherin. „Neben erweiterten Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen und dem Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen zählt dazu auch, den direkten Kontakt zwischen Mitarbeitern auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren. Sollten wir aus der aktuellen Situation neue Erkenntnisse gewinnen, werden wir unser Konzept natürlich entsprechend anpassen.“ Werden bereits Desinfektions- oder andere Maßnahmen in dem Gebäude in Gilching unternommen? Ja. „Der Standort wird derzeit von einer externen Fachfirma mit qualifizierten Fachkräften als weitere vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme gereinigt und desinfiziert“, erklärte Fislage.

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg: Aus diesen Landkreisen stammen die Infizierten

Update von 17.41 Uhr: Mindestens 44 Mitarbeiter einer Catering-Firma im Landkreis Starnberg sind mit dem Coronavirus infiziert. Nun gibt es genaue Zahlen und Angaben, aus welchen Landkreisen die Infizierten stammen.

  • Landkreis Starnberg: 23
  • Stadt München: 15
  • Landkreis München 2
  • Landkreis Landsberg: 1
  • Landkreis Augsburg: 1
  • Landkreis Erding: 1
  • Landkreis Fürstenfeldbruck: 1

Eine Firma namens Tatort-Reiniger überprüfte das Catering-Unternehmen. Es versorgte unter anderem das Klinikum Großhadern mit Essen. Bisher ist nicht bekannt, ob es aufgrund der Infektionen beim Caterer auch Corona-Fälle in der Klinik gab. Es ist auch unklar, ob sich das Virus überhaupt über das Essen verbreiten kann.

Corona-Ausbruch in Starnberg: Sechs Landkreise betroffen - Ermittlungen laufen

Update vom 30. Juni, 14.30 Uhr: „Das Wichtigste ist jetzt, Infektionsketten zu unterbrechen“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Starnberg am Dienstag. Hier seien auch die Gesundheitsbehörden von einem halben Dutzend umliegender Landkreise eingebunden, wo Beschäftigte des Unternehmens leben.

Corona-Ausbruch in Starnberg: Zwei weitere Flüchtlingsunterküfnte unter Quarantäne

Neben einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf, in der zehn der Infizierten lebten, werden mittlerweile auch die Bewohner von zwei weiteren Unterkünfte in Seefeld und Herrsching getestet - von dort stammt je einer der Infizierten.

Der Caterer belieferte auch das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München mit täglich rund 6400 Mahlzeiten. Dort sei die Versorgung aber gesichert, sagte eine Sprecherin. „Aktuell liefert der Lieferant direkt Speisen an das Klinikum - unter Umgehung der Gilchinger Betriebsstätte“, teilte das Klinikum auf seiner Seite mit.

Mindestens 44 Menschen hatten sich bei dem Caterer mit dem Coronavirus infiziert. Den allermeisten gehe es gut, nur einige hätten leichte Symptome, hieß es vom Landratsamt. Die Mehrzahl der gut 100 Mitarbeiter seien schon getestet worden. Nur einige, die am Sonntag nicht erreicht werden konnten, müssten noch Test unterzogen werden. Alle Mitarbeiter seien unter Quarantäne gestellt.

Corona-Ausbruch bei Caterer im Landkreis Starnberg - inzwischen 44 Infizierte

Update, 29. Juni, 19.33 Uhr: Die betroffene Caterer-Firma aus dem Landkreis Starnberg, die unter anderem die LMU-Klinik Großhadern belieferte, hat deutlich mehr Corona-Fälle als ursprünglich angenommen. Das teilt das Landratsamt Starnberg in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Demnach kommen zu den bereits kommunizierten zehn Fällen (die infizierten Mitarbeiter aus der Asylbewerberunterkunft, siehe ursprünglicher Artikel) weitere 34 positiv getestete Mitarbeiter hinzu.

Nachdem die ersten positiven Fälle bekannt wurden, veranlasste das Landratsamt Tests bei allen rund 100 Mitarbeitern des Caterers. Die Ergebnisse sind nun da - und mit dabei weitere 34, also insgesamt 44 positive Corona-Fälle unter den Mitarbeitern. Die Mitarbeiter kommen nicht nur aus dem Landkreis Starnberg, sondern aus verschiedenen Landkreisen in der Umgebung. Alle Mitarbeiter befinden sich seit dem Bekanntwerden der ersten Fälle in Quarantäne.

Nach Corona-Ausbruch bei Caterer: Versorgung im Klinikum Großhadern gesichert

Aufgefallen ist der Corona-Ausbruch in einem Asylbewerberheim im Landkreis Starnberg. Mehrere dort lebende Asylbewerber arbeiten bei dem Caterer. Im Asylbewerberheim gibt es inzwischen 18 Fälle. Wo der Ursprung des Ausbruchs liegt, ist indessen noch nicht klar. Durch die verschiedenen Gesundheitsämter in allen betroffenen Landkreisen werden die Kontaktpersonen ermittelt.

Der Caterer belieferte unter anderem die LMU Klinik Großhadern und versorgte dort rund 2000 Patienten und noch viel mehr Mitarbeiter mit Essen und Trinken. Die Versorgung der Patienten mit Verpflegung ist aber inzwischen trotzdem gesichert, versichert der Caterer auf Nachfrage unserer Redaktion.

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg: Caterer versorgte gesamtes Klinikum Großhadern mit Essen

Update, 29. Juni, 17 Uhr: Die Catering-Firma, die nach aktuellem Stand zehn Corona-Fälle verzeichnet, hat unter anderem das LMU Klinikum Großhadern in München beliefert. Dort soll es zu Engpässen gekommen sein. Offenbar sind rund 2000 Patienten betroffen. „Es gibt nur Tütensuppe und Zwieback“, schreibt Twitter-User(in) Dr. Grace.

Die Pressestelle der LMU schreibt dazu auf Anfrage unserer Redaktion:

„Die Schließung betrifft die Speisenversorgung für Patienten und Mitarbeiter des LMU Klinikums am Campus Großhadern und in den Kliniken am Campus Innenstadt. Eine alternative Belieferung des Klinikums wurde zusammen mit dem Dienstleister organisiert, sodass die Speisenversorgung von Patienten und Mitarbeitern durchgängig sichergestellt ist.“

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg: Zehn Fälle bei Catering-Unternehmen - Behörde schließt Firma

Ursprünglicher Artikel vom 27. Juni: Starnberg/Hechendorf – Das Landratsamt Starnberg hat am Wochenende ein Catering-Unternehmen im Kreis vorsorglich geschlossen, nachdem bei zehn der rund 100 Mitarbeiter der Firma das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde. Alle zehn wohnen in einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf. Dort gibt es nach Zahlen vom Samstagabend bisher 16 Fälle – bei offiziell 33 Bewohnern. Landrat Stefan Frey: „Die umgehende Schließung des Betriebsstandortes im Landkreis ist aus Infektionsschutzgründen zwingend erforderlich.“ 

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg: Bewohner vor einer Woche positiv getestet

Mitte der Woche war ein erster Bewohner der Hechendorfer Unterkunft positiv getestet worden – er hatte Symptome und war in eine Praxis gegangen. Danach ließ das Landratsamt alle Bewohner testen, musste nach zehn allerdings erst suchen lassen. Ein elfter ist komplett verschwunden, nach ihm fahndet die Polizei. Da fast alle Bewohner anerkannt Flüchtlinge sind, sind sie nicht an die Unterkunft gebunden. Bis auf sechs Bewohner wurden alle getestet. Von diesen 27 Tests liegen drei Ergebnisse noch nicht vor, 15 weitere waren positiv. Die Betroffenen haben leichte oder keine Symptome. Wie das Virus in die Unterkunft gelangt ist, ist unklar und wird wohl nicht zu klären sein.

Video: Coronavirus-Zahlen steigen in Europa wieder an

Corona-Ausbruch in Starnberg: Reihentests auch in anderen Landkreisen

Da von den offiziell 33 Bewohnern zehn bei einem Catering-Unternehmen arbeiteten – bei welchem, sagte Landrat Stefan Frey unter Hinweis auf den Datenschutz nicht –, wird diese Firma vorläufig für zwei Wochen geschlossen. Die rund 100 Mitarbeiter werden getestet; nur knapp ein Drittel davon wohnt im Landkreis Starnberg. Deswegen hat Gesundheitsamtsleiter Dr. Lorenz Schröfl die Behörden in den anderen Kreisen und in der Stadt München eingeschaltet, die die Tests am Sonntag vornehmen. Ergebnisse gibt es frühestens am Montagabend. Auch die Kunden des Unternehmens – fast alle außerhalb des Landkreises, zumeist andere Unternehmen – wurden informiert. Eine Virus-Verbreitung über Speisen gilt als äußerst unwahrscheinlich.

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Corona in Starnberg: Zwei Wochen Quarantäne für Kontaktpersonen

Bei dem Caterer sind auch Bewohner aus anderen Wohnanlagen im Landkreis beschäftigt, die nun als Kontaktpersonen gelten und deswegen in eine Wohnanlage in München verlegt wurden. Sie werden getestet und müssen zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Auch die nicht infizierten Bewohner in Hechendorf sind in Quarantäne.

Frey sprach vom „größten Ausbruch“ im Landkreis Starnberg während der Pandemie und betonte, die Warnungen vor einer zweiten Welle seien begründet. Obwohl der Landkreis nun beim Sieben-Tage-Wert bei knapp 12 liegt (Maßnahmen sind ab 35 vorgesehen), handele man schon jetzt entschieden, um die Infektionsketten sofort zu unterbrechen, betonte der Landrat. Mit Flüchtlingen habe das nichts zu tun – es hätte ebenso eine andere Einrichtung treffen können.

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Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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