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Der Riss in der Hausmauer setzt sich bis nach innen fort: Irmgard Huber und Manfred Egger, Anwohner der Mühlbachstraße.

Straßenverkehr und die Folgen

Anwohner bangen um ihre Häuser

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Der Verkehr auf der Mühlbachstraße in Seefeld strapaziert die Nerven der Anlieger. Und macht womöglich auch den dort befindlichen alten Häusern etwas aus. Die Anwohner haben Unterschriften gesammelt und im Landtag eine Petition eingereicht. Sie hoffen, dass ihre Vorschläge gehört werden.

Seefeld – Als Elisabeth Schneider-Henn vor gut zwei Wochen hinter die Fensterläden an ihrem alten Haus an der Mühlbachstraße schaute, erschrak sie sehr. Hinter einem Laden entdeckte sie einen langen Riss. Ähnlich erging es Irmgard Huber vor wenigen Wochen. Oberhalb ihrer Haustür riss der Putz. Die Veränderung an dem Haus ist auch im Inneren zu sehen: Zarte Linien verlaufen unterhalb der Fensterbank, in der Ecke der Stube zeigt sich der gleiche Riss wie an der Fassade, das ganze Fenster steht unter Spannung.

Huber wohnt in einem ehemaligen Gehöft, das seit 1850 im Besitz der Familie, aber vermutlich noch viel älter ist. Das Haus von Schneider-Henn ist vermutlich um 1890 gebaut worden. Die Veränderungen an den Fassaden sind sozusagen das i-Tüpfelchen: Wegen des zunehmenden Verkehrs hat Schneider-Henn bereits eine Petition an den Landtag eingereicht. Und Manfred Egger, der nur wenige Meter weiter wohnt, hat in den vergangenen Wochen mehr als 60 Unterschriften gesammelt – nur von Anwohnern der Mühlbachstraße, wohlgemerkt.

Die Mühlbachstraße führt von der Staatsstraße 2068 am Holzfachhandel Schlecht vorbei in Richtung Ortsmitte. Der Durchgangsverkehr zur Firma 3M, nach Unering und auch Starnberg rauscht dort vorbei. Das war immer schon so. Bis vergangenen Februar allerdings standen entlang der Straße Tempo-30-Schilder. Die Gemeinde stellte diese auf, als noch die schweren Laster in Richtung Umladestation Unering den Berg hinauf und hinunter donnerten, also in den 1990ern. Streng genommen waren die Schilder aber illegal, weil die Gemeinde keine dafür nötigen baulichen Veränderungen vorgenommen hatte. Mit der Einführung des Busverkehrs verschwanden schließlich von einem Tag auf den anderen alle Schilder. Seither hat sich das Problem in den Augen der Anlieger eklatant verschärft.

Dazu komme ein intensiver Baustellenverkehr aus den umliegenden Gemeinden, sagen sie. Vor allem in den vergangenen Wochen seien zig schwer beladene Laster in Richtung Oberbrunn und zurück gefahren. „Sie verursachen einen Höllenlärm und Abgase, und das im Wohngebiet“, ärgert sich Egger. Die Anwohner berichten von deutlich spürbaren Erschütterungen und klirrenden Fensterscheiben. Die Lkw würden sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, dabei seien auf der Straße auch Kinder unterwegs und Kunden des Holzfachhandels. „Ich verstehe nicht, warum die Lkw nicht die Umfahrung nutzen, sondern durch die Ortschaften fahren“, fragt sich Schneider-Henn.

Die Anwohner fordern nun, den Schwerlastverkehr auf 7,5 Tonnen zu begrenzen. „Die Gemeinde Weßling hat diese Lösung an der Auffahrt zum Aldi in Oberpfaffenhofen bereits realisiert“ schreibt Egger in einem Brief an die Gemeinde. Am besten wäre natürlich Tempo 30, findet Egger. „Aber da hat uns die Gemeinde mitgeteilt, dass das schwierig ist“. Huber ist enttäuscht: „In den Wohngebieten der Gemeinde gilt überall Tempo 30. Dafür müssen wir büßen, weil hier der Hauptverkehr fährt.“ Dabei werde offiziell immer so viel Wert auf den Erhalt der dörflichen Struktur und Bausubstanz gelegt. „Aber die muss man auch schützen.“ Freilich hat sich mit den Rissen noch kein Fachmann befasst. „Aber die Zusammenhänge sind naheliegend“, findet Huber.

Die Einreichung der Petition an den Landtag schlug immerhin kleine Wellen. Ein Ortstermin fand statt, die Meinungen der höheren Straßenverkehrsbehörde der Regierung von Oberbayern und des Polizeipräsidiums wurden eingeholt. Die Grünen im Landtag beurteilten die Bitte Schneider-Henns, wieder Tempo 30 einzuführen, auch als nachvollziehbar. Die CSU indessen, so ist im Protokoll nachzulesen, sah kein Problem. Die Mühlbachstraße gelte vorwiegend als Durchgangsstraße, auf der ein Verkehrsfluss mit 50 km/h funktionaler sei, hieß es. Schneider-Henn will dennoch nicht aufgeben. „Man kann Petitionen mehrmals einreichen“, sagt sie entschlossen.

Am vergangenen Dienstag waren Huber und Egger auch in der Gemeinderatssitzung (wir berichteten). Bürgermeister Wolfram Gum hat zugesagt, sich des Problems anzunehmen und das Thema in der nächsten Sitzung zu behandeln.

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