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Stimmlich auf der Höhe: der Chor Cappella Vocale am Samstag im Sudhaus.

Tolles Konzert

Chor Cappella Vocale auf dem Weg in die nächste Ebene

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Der Chor Cappella Vocale bringt das Publikum im Seefelder Sudhaus an zwei ausverkauften Abenden mit Swing zum Schwingen.

Seefeld– Ein Chor nur aus Laien, darunter einige ohne jede Chorerfahrung – als die Sopranistin Adele Bassermann vor sechs Jahren etwa in Hechendorf den Chor Cappella Vocale gründete, war das auch ein Wagnis. Am Wochenende konnten die Zuhörer im ausverkauften Sudhaus des Seefelder Schlosses erleben, zu was Laien in der Lage sind – und welche Möglichkeiten sich auftun, wenn sich ein Profi hinter ein Chor-Projekt klemmt.

„Cappella Vocale singt Swing Sway“ hieß es etwas kryptisch in der Ankündigung, aber natürlich lag der Titel im bekannten Song „Sway“ begründet, hundertfach gesungen, von Dean Martin, Michael Bublé, einer der ganz großen Songs des Swing. Dem Titelsong war ein musikalisch lustvoller Abend vorausgegangen. „Wir singen Lieder, die uns Spaß machen“, verkündete ein Chormitglied fröhlich, und so eröffneten die Vocalisten den Reigen mit „Pink Panther“, „Hit the Road, Jack“, „Georgia on my mind“ und auch „New York“. Große Melodien von Gershwin, Sinatra und anderen also, die im Zweifelsfalle jeder kennt. Umso größer ist das Risiko, am Vergleich zu scheitern, stimmlich und vom Groove her im Bossa Nova oder Latin herumzustümpern. Wie sich dieser Chor jedoch entwickelt hat – durch Fleiß, Probenwochenenden, Disziplin, Talent – das zu erleben hat großen Spaß gemacht.

Die 23 Sängerinnen und sechs Sänger sind als Klangkörper zusammengewachsen, swingen und meistern auch mehrstimmige Passagen, unbeeindruckt von den komplexen Harmonien des Jazz. Das muss man erstmal stimmlich sauber hinkriegen. Dahinter steckt eine beeindruckende Dirigentin, die ihren Gesangszöglingen einiges abverlangt: Voller Energie führte die gebürtige Norwegerin Adele Bassermann – bis 2006 als Sopranistin auf den Bühnen der Welt unterwegs – ihren Chor durch das Programm. Am Klavier sitzend hielt sie das Ensemble zusammen und in Schwung.

Energetisch ging es auch nach der Pause weiter, mit Ohrwürmern wie „Just a little Sunshine“ beispielsweise, oder „Autumn leaves“ und „Killing me softly“. Selbst an den rhythmisch recht vertrackten Gute-Laune-Song „Happy“ wagten sich die Vocalisten. Die Sängerinnen Magdalena Straub und Amelie Scheffels unterstützten als Solistinnen, den Song „Something stupid“ knöpften sich vier Chormitglieder auf eigene Faust vor, und Robert Hübsch machte am Schlagzeug Druck. Danach war klar: Ohne Zugaben durfte das Ensemble nicht von der Bühne.

„In den ersten Jahren habe ich mich schon gefragt, warum ich mir das antue“, sagt Adele Bassermann nach dem Konzert am Samstagabend offen und lacht. Dann aber habe sie gespürt: „Wir haben eine neue Ebene erreicht.“ Und nach diesem Wochenende ist klar: Von Cappella Vocale ist noch viel mehr zu erwarten.

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