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Das Bild ist ziemlich genau ein Jahr alt. Damals hatten sich Tanja und Stefan Schreyegg gerade entschieden, ihren Gasthof zu verpachten. Derzeit steht die Wirtschaft wieder leer – Verhandlungen mit neuen Pächtern laufen. 

Traditionsgasthaus in Unering

Gasthof Schreyegg geschlossen: Ab April wieder geöffnet?

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Der Gasthof Schreyegg in Unering ist seit Jahresanfang wieder geschlossen. Die gute Nachricht: Ein neuer Pächter scheint bereits gefunden. Schon im April könnte es in der Traditionswirtschaft weitergehen.

Unering – Das war eine kurze Freude: Erst im Frühling 2018 hatten Cathy Tallmann und Andreas Pröls den Gasthof Schreyegg eröffnet. Seit Anfang dieses Jahres jedoch liegt die Wirtschaft wieder im Dunkeln. „Wir haben uns zum Jahresende getrennt“, berichtete Stefan Schreyegg gestern. Er habe schon im Herbst ein schlechtes Gefühl gehabt. „Da schon wäre es mir lieber gewesen, wir hätten einen Auflösungsvertrag gemacht.“ Doch die neuen Pächter hätten es unbedingt probieren wollen – „und sie haben es wirklich versucht und sich bemüht“.

Gasthof Schreyegg wieder geschlossen: Daran scheiterte das Projekt in Unering

Letztlich sei das Projekt auch am Fachpersonalproblem gescheitert. „Das ist und bleibt schwierig auf dem Land.“ Schreyegg, gerade 50 Jahre alt geworden, wirkt trotzdem entspannt. Denn es zeichnet sich bereits eine neue Lösung ab für das Traditionsgasthaus, das er bis Ende 2017 gemeinsam mit seiner Frau Tanja führte. „Vielleicht können wir im April wieder öffnen.“ Dabei hat Schreyegg die Verpachtung der Wirtschaft und die Vermietung der drei Appartements diesmal in fremde Hände übertragen.

Vor einem Jahr noch hatte er sich selbst um alles gekümmert – „aber jetzt macht das jemand, der sich richtig gut auskennt“, sagt er. Der Makler habe beste Verbindungen zu Brauereien und Gastronomen ringsum. „Das war eine gute Entscheidung, das Thema abzugeben.“ Tatsächlich gebe es mehrere Bewerber, mit denen die Verhandlungen schon weit gediehen seien. Es gebe interessante Konzepte, „aber mehr kann ich noch nicht verraten“.

Zukunft von Traditionsgasthäusern auf dem Land: „Gastronomie wird dort immer schwieriger“

„Ich habe auch überlegt, selbst wieder einzusteigen“, erzählt Schreyegg dann noch. Eine Öffnung an den Wochenenden, das könne er sich vorstellen. „Aber die Hürden und Auflagen sind so dermaßen hoch. Ich hätte alle Konzessionen neu beantragen müssen. Das ist, als ob ich bei Null anfangen würde. Darauf wollte ich mich nicht einlassen.“ Abgesehen davon ist Schreyegg auch glücklich in seinem neuen Job. Er arbeitet Teilzeit im Einrichtungsgeschäft Kokon beim Seefelder Schloss. „Dort fühle ich mich sehr wohl.“ Bevor er 2012 den Gasthof Schreyegg von seinem verstorbenen Bruder übernommen hatte, war Schreyegg viele Jahre bei den Seefelder Möbelwerkstätten beschäftigt. „Mit meinem Job im Kokon bin ich wieder da, wo ich hergekommen bin. Das ist eher meins.“

Den Gasthof seiner Vorfahren, den er in fünfter Generation verwaltet, möchte Schreyegg auf jeden Fall erhalten. Er ist in der Stube über dem Wirtsraum aufgewachsen, „die Wirtschaft war unser Wohnzimmer“. Aber er ist skeptisch, was die Zukunft der Traditionsgasthäuser auf dem Land angeht. „Gastronomie wird dort immer schwieriger“, sagt er. „Die Personalfrage ist und bleibt ein Dauerproblem.“

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