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Ganzer Einsatz beim Ortstermin: Die Mitglieder des Umweltausschusses nahmen Hechendorfs Ortseinfahrt unter die Lupe. Das war nicht ganz ungefährlich. 

Verkehr in Seefeld

Jagdszenen beim Ortstermin in Hechendorf

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Seefelds Umweltausschuss will in Hechendorf die Situation für Radler verbessern. Und wundert sich beim Ortstermin vor allem über die Autofahrer. 

Seefeld – Viele Autofahrer sind zu schnell unterwegs. Das sorgte am Dienstagabend dafür, dass ein Ortstermin des Seefelder Umweltausschusses in Hechendorf gefühlt unter nicht ganz ungefährlichen Umständen stattfand.

Um die Radwegesituation zu diskutieren hatte sich das Gremium am Hechendorfer Ortsausgang versammelt, an der Staatsstraße 2070 Richtung Seefeld. In den wenigen Minuten vor Ort spielten sich vor den Augen des Gremiums haarsträubende Szenen ab: Ein Sportwagenfahrer setzte in hohem Tempo schon vor dem Ortsschild zum Überholen an, mehrere Autofahrer schossen mit ihren Pkw besonders schnell um die Kurve, oftmals sogar mit Handy am Ohr. Ein Autofahrer erwischte Gemeinderat Dr. Oswald Gasser fast, als dieser die Straße überquerte. Und beschimpfte ihn noch. Nach dem Termin war klar: An dieser Stelle muss etwas getan werden, und zwar nicht nur für die Radfahrer.

Wer mit dem Rad an der Bahn entlang von Herrsching nach Seefeld Richtung Weßling fährt, ärgert sich an der Seestraße über die Streckenführung. Schilder leiten ihn mit dem Verkehr talwärts. Dann muss er die Staatsstraße 2070 überqueren, über eine Böschung auf den Radweg rumpeln und diesen dann wieder zurückstrampeln. Das macht natürlich kein Mensch, der sich hier auskennt. Die meisten Radler fahren also den Teil der Seestraße, der Einbahnstraße ist, in falsche Richtung und kreuzen dann an der Einmündung, das ist genau am Ortsausgang, die Inninger Straße. Das ist gefährlich, weil sich diese Stelle in einer Kurve befindet und für alle Beteiligten nicht einsehbar ist. Und die Autofahrer schießen mit ihren Fahrzeugen dort um die Ecke, als wäre der Teufel hinter ihnen her.

Gasser hatte grundsätzlich die Idee entwickelt, an dieser Stelle einen Weg anzulegen, der die Radfahrer von der Einmündung Seestraße nur ein paar Meter hangabwärts führt. Eine Mittelinsel könnte ihnen dann beim Queren helfen. Die Radler wären dann aus dem gefährlichen Kurvenbereich heraus. Und der Umweg wäre nicht ganz so lang.

„Das A und O ist, dass der Verkehr dort abgebremst wird“, stellte Christian Wagner (CSU) in der anschließenden Sitzung fest. Größere Straßenumbauten sind nicht realisierbar, ein fest installierter Blitzer wird laut Ingo Spengler von der Verwaltung nicht genehmigt, weil hier kein Unfallschwerpunkt vorliegt. Ute Dorschner (SPD) hätte gerne Tempo 30 im Ort und 70 nach dem Ortsschild, aber so weit wollten ihre Ratskollegen dann doch nicht gehen. „Wenn jeder 50 fährt ist das kein Problem“, meinte Gasser.

Die Ausschussmitglieder einigten sich schließlich darauf, Verkehrsmanagerin Susanne Münster vom Landratsamt hinzu zuziehen und Tiefbauingenieur Ralf Peter Beutel aus dem Seefelder Bauamt mit einer ersten Skizze für die Mittelinsel zu beauftragen. Auch die Hecken sollen in dem Bereich gestutzt und ein Tempo-Smiley installiert werden.

Es ist bereits der zweite Vorstoß der Gemeinde Seefeld, an dieser Ecke die Situation zu entschärfen. Gasser juckte das nicht: „Wir müssen einfach hartnäckig sein, irgendwann geht dann auch was.“  hvp

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