Mehr Platz für Gewerbe: Gar nicht so einfach zu finden in der Gemeinde Seefeld. Das Foto zeigt Gewerbeflächen und Feuerwehrhaus in Hechendorf.
+
Mehr Platz für Gewerbe: Gar nicht so einfach zu finden in der Gemeinde Seefeld. Das Foto zeigt Gewerbeflächen und Feuerwehrhaus in Hechendorf.

Gewerbe

Von sieben Flächen bleiben drei

Sieben Standorte, sieben Fachbehörden: Am 9. Juli haben sich Experten zusammengeschlossen, um verschiedene Areale auf Seefelder Grund zu begutachten. Gesucht war eine Fläche, auf der die Gemeinde Gewerbe entwickeln kann. Das Ergebnis: Nur drei Areale kommen überhaupt in Frage.

Seefeld – Um mehr Gewerbesteuern zu generieren, möchte die Gemeinde Seefeld Firmen ansiedeln, beziehungsweise den Unternehmen vor Ort Ausbaumöglichkeiten bieten. Die Debatte darüber wird emotional geführt. Das Fachbehördengespräch sollte auch der Versachlichung dienen. Tatsächlich sind nun auch einige Flächen vom Tisch.

Die Vertreter der Fachbehörden, darunter die Regierung von Oberbayern, das Kreisbauamt mit unterschiedlichen Abteilungen, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und die Landesplanung, schauten sich folgende Flächen an: bei Gut Delling, beim Gewerbepark Seefeld am Jahnweg, an der Inninger Straße, am Kammerloher Stadl sowie westlich der Inninger Straße (Lamawiese) in Hechendorf, zwischen Ulrich-Haid-Straße und Hartstraße (Gebiet zwischen der Firma Schlecht und Asyl-Wohnanlage) sowie zwischen Uneringer Straße und Stampfgasse. Für die Entwicklung von Gewerbe sind demnach Flächen beim Gewerbepark am Jahnweg, an der Inninger Straße in Hechendorf sowie zwischen Uneringer Straße und Stampfgasse entwicklungsfähig, wenn jeweils kleinteilig.

Eine Nutzung des Areals bei Gut Delling verletzt laut Behörden das so genannte Anbindegebot. Dieses will eine Zersiedelung der Landschaft unbedingt vermeiden. Die Fläche liegt zudem inmitten des regionalen Grünzugs, umgeben von Schutzgebieten. All dies gilt in Grundzügen auch für den Kammerloher Stadl und die Lamawiese.

Problematisch ist auch das Areal zwischen Ulrich-Haid-Straße und Hartstraße. Dort fürchten die Behörden eine erschwerte Planung und Nutzungskonflikte, dazu kommen Probleme mit der Entwässerung, ein möglicher Altlastenverdacht und die Nähe des Aubachs und des Biotopverbunds.

Am Oberfeld in Hechendorf hingegen gibt es so gut wie keine Bedenken. Gewerbeentwicklung ist mit Rücksicht auf die Wohnbebauung und eingebettet in das Landschaftsbild möglich, so die Behörden. Dies gilt auch für Flächen am Gewerbepark am Jahnweg und auch ein kleines Areal zwischen Uneringer Straße und Stampfgasse. Dort ist bereits Gewerbe vorhanden, das Kreisbauamt spricht von einem „ergänzenden Standort für sanftes Gewerbe“.

Die Gemeinderäte haben die Ergebnisse des Fachbehördengesprächs in ihren Klausurtagungen längst durchgekaut, dennoch gab es in der Sitzung am Dienstagabend, bei der Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München die Ergebnisse des Fachbehördengesprächs erläuterte, eine kurze Diskussion. Dr. Oswald Gasser (FDP) fand, dass ein Punkt verloren gegangen sei: „Wir haben noch einen Gewerbestandort, der von der Gemeinde belegt wird“, sagte er mit Blick auf den Technologiepark, den die Gemeinde für ihre Verwaltung nutzt. „Den könnte man ergänzen durch einen Rathaus-Neubau.“ Abgesehen davon: „Man muss sagen, dass die drei Standorte die Probleme der Gemeinde nicht lösen.“

Johanna Senft (BVS) vermisste das Thema Handwerkerhof, „das haben wir vergessen“. Thomas Zimmermann (Grüne/BI) fand, dass die Gemeinde gleich Gas geben solle. „Das sind drei Standorte, die sofort entwickelt werden können. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, dort die richtigen Firmen reinzubringen.“ Sein Fraktionskollege Ortwin Gentz freute sich: „Die Fachbehörden haben unserer Einschätzung bei Gut Delling stattgegeben. Das zeigt, dass wir in unserer Einschätzung nicht schlecht lagen.“

Auch interessant

Kommentare