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Gastredner Markus Hildebrandt (l.) und der wiedergewählte Vorstand der WBV Starnberg: Ludwig Groß, Stefan Gabler, Vorsitzender Martin Fink, Jörg Heinzler, Karl Müller, Anton Bernhard und Heribert Wagner.

Waldbauern

Der Käfer beherrscht den Wald

„Wind, Käfer, Käfer, Käfer.“ Dieses Resümee aus dem vergangenen Jahr zog Martin Fink am Waldbauerntag. Besonderes Augenmerk legte der langjährige Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Starnberg in der Jahresversammlung auf den Borkenkäfer, der nach dem Sturmtief Niklas vor knapp zwei Jahren im so genannten Windwurf eine perfekte Brutstätte gefunden hatte.

Drößling  Auch 2017 peitschten mehrere Stürme durch Starnbergs Wälder und die Käfer fraßen sich gierig durch die Fichtenbestände. Denn von Fichten ernährt sich das Ungeziefer und Fichten dominieren mit einem Anteil von 44 Prozent nach wie vor Bayerns Wälder, zitierte die CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig vor etwa 60 Besuchern aus einer Statistik. Auch in diesem Jahr drohe wieder ein Käferjahr, warnte Fink und appellierte an alle Waldbesitzer, Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Eine davon sei, die umgefallenen Fichtenstämme noch vor der Brut im Frühling zu entfernen.

Eine andere Maßnahme steuert der Freistaat mit der Waldumbauoffensive 2030 im großen Stil an: Im Rahmen des Projektes sollen 200 000 Hektar Mischwald geschaffen werden, erklärte Markus Hildebrandt, Bereichsleiter Forsten im AELF Weilheim, in seinem Vortrag. „Die Waldumbauoffensive wird auch uns sehr beschäftigen“, ahnte Fink. Eine Herausforderung, der er und sein Team sich gerne erneut stellen würden, verkündete der seit 1983 amtierende und einstimmig wiedergewählte Vorsitzende, woraufhin die 54 Stimmberechtigten auch seinen Stellvertreter Ludwig Groß sowie die Beisitzer Karl Müller, Heribert Wagner und Jörg Heinzler in ihren jeweiligen Ämtern bestätigten.

In Zeiten von Stürmen, Käfern und Klimaerwärmung seien die insgesamt 2500 Privatwaldbesitzer Starnbergs gefragt. 886 von ihnen gehören dem WBV an. Zusammen bewirtschaften sie aktuell 7656 Hektar Fläche.

Ein Wald braucht Pflege, betonte Fink, der in diesem Sinne gerne mehr Waldbesitzer in der Vereinigung sehen würde. In Zeiten der Niedrig-Zins-Politik allerdings würden Wälder immer mehr zum Spekulationsobjekt und die Besitzer wüssten nur, „dass im Wald Bäume stehen“. Fink: „Der Idealismus muss mehr wiegen als die Verzinsung.“ Und gerade die Waldbesitzer müssten immer ein bisschen früher reagieren.

Im Zuge der Klimaerwärmung sollten „klimatolerante Mischwälder“ entstehen, führte Hildebrandt in seinem Vortrag aus. Auch eine Verjüngung sei wichtig, „dass unten Wald nachkommt“ und nicht alle gleichzeitig absterben, fügte Fink an.

Die gute Nachricht war, dass der Holzpreis Ende 2017 wieder leicht anstieg, wofür vornehmlich der Bauboom verantwortlich gewesen sei. Entsprechend gut waren die Zahlen, die Geschäftsleiter Anton Bernhard präsentierte: Mit einem Gewinn von knapp 47 000 Euro erhöhte sich das Vereinsvermögen auf rund 360 000 Euro.

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