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Ehrennadel und Urkunde erhielt Altbürgermeister Dieter Hager (r.) von Martin Fink.

Holzwirtschaft

Waldbauern bieten Borkenkäfer die Stirn

Der Borkenkäfer bleibt beherrschendes Thema bei den Starnberger Waldbauern. So auch bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung in Drößling.

Drößling – Der Schmarotzer sei, so Vorsitzender Martin Fink, weiterhin eine Bedrohung für den Wald und dessen Besitzer. Umgestürzte und gefällte Bäume sind ein gefundenes Fressen für die Brut der Käfer. „Die Zahl der Käfer explodiert nach jedem Sturm“, erklärte Fink. Laut Dr. Stephan Gampe vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) hatten die Borkenkäfer insgesamt 14 500 Festmeter Holz befallen. Um die Wälder zu schützen, müssen umgefallene Bäume deshalb auf der Stelle fortgeschafft werden. Mindestens alle 14 Tage sollten Waldbesitzer kontrollieren, ob ihre Bestände von Käfern befallen worden sind. Laut Fink klappt das sehr gut im 863 Mitglieder starken Waldbauernverband: „Wenn wir so weiterarbeiten, schaffen wir das.“

Eine „großartige Entwicklung“ sieht der Vorsitzende bei den Waldpflegeverträgen. 16 Prozent der insgesamt 7615 Hektar Mitgliedsfläche werden vom Verein betreut. Das ist Spitzenwert in Oberbayern: „Wir kümmern uns um diese Bestände als wären es unsere eigenen.“ Das Modell der Waldpflegeverträge sei in ganz Europa bekannt.

2016 wurden 56 000 Festmeter Holz verwertet, rund 21 000 weniger als im Vorjahr. Die größten Rückgänge gab es bei Fichtenabschnitten und Papierholz. Deswegen sank auch der Nettoumsatz von fast 4,9 Mio Euro (2015) auf 3,4 Mio Euro.

Dafür stieg aber die Pflanzenbeschaffung: 90 500 Hölzer wurden 2016 gepflanzt, 2015 waren es noch 61 500. Der Laubholzanteil beträgt 42 Prozent, der Nadelholzanteil 58 Prozent.

Die Holzpreise haben sich nach dem Orkan Niklas und der Käferplage 2015 stabilisiert und sind leicht gestiegen. Ein Festmeter Fichte kostet momentan 87 Euro. Vor dem Orkan hatte er noch etwa 100 Euro eingebracht. Die Preise waren in den Keller gegangen, weil so viel Bruchholz auf dem Markt war.

Ist der Wald für Investoren interessant – wo sie doch anderswo kaum Zinsen bekommen? Fink ist skeptisch: „Das ist ein schlechter Rat von Banken. Bei optimalen Bedingungen kriegt man hier ein bis drei Prozent Zinsen raus – und viele Leute wissen nicht, dass ein Waldstück auch viel Arbeit bedeutet.“

Fink verlieh zwei goldene Ehrennadeln: An den Altbürgermeister von Krailling, Dieter Hager, und den im Januar in Ruhestand gegangenen Behördenleiter des AELF, Markus Schmorell. Hager erhielt die goldene Ehrennadel für seinen Einsatz für das Biomasseheizkraftwerk vor über 20 Jahren. Mit dem lasse sich das anfallende Material aus der Waldpflege sinnvoll verwerten. Schmorell hatte sich als Oberforstdirektor und Behördenleiter in der Region Oberbayern-Schwaben stets für die Belange der Forstwirtschaftlichen Vereinigung eingesetzt.

Carlos Pohle Vasquez

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