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Gute Laune beim Richtfest am Oberfeld (v. l.): Peter Bauch , Matthias Riederer (SeeKU), Bürgermeister Wolfram Gum, Florian Kuchler, Gerd Schnitzler (SeeKU), Planer Florian Gebauer und Kommandant Benjamin Grütze.

Neues Gerätehaus: Rohbau steht

Wer ausrückt, loggt sich ein: Neue Ära für Feuerwehr Hechendorf

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Unter dem Budget und vor dem Zeitplan: Das neue Gerätehaus der Feuerwehr Hechendorf ist für die Verantwortlichen schon jetzt ein modernes Vorzeigeprojekt. Der Rohbau steht, die Einsatzkräfte stellen sich auf eine neue Ära ein.

Hechendorf – Dort, wo die Fahrzeuge und Anhänger der Feuerwehr Hechendorf bald einparken sollen, stehen Biertische mit kleinen Deckchen drauf. Doch bevor das Richtfest im Rohbau mit Braten, Kartoffelsalat, Apfelschorle und Bier zum gemütlichen Teil übergeht, gibt es ein Geschenk. Florian Gebauer überreicht ein großes Bild an die Einsatzkräfte: „Den ersten Einrichtungsgegenstand.“ Es ist ein Blick in die Zukunft, eine Animation des fertigen Gerätehauses.

Gebauer hat das Gebäude am Oberfeld, aufgeteilt in Fahrzeughalle und Verwaltungsbau, mit seinem Wörthseer FG-Planungsbüro auf die Hechendorfer zugeschnitten. „Wir hätten auch ein Standard-Feuerwehrhaus bauen können“, sagt er. Doch das widerstrebt jemandem, der selbst Ausbilder bei der Kreisbrandinspektion ist. Die Zukunftsanimation ist nicht mehr weit weg von der Realität. Im August hatte man mit den Erdarbeiten begonnen, nun leuchten vier große, rote Garagentore von der Straße entgegen. Gebauer: „Wir konnten schnell und günstig planen, weil wir keine externen Firmen brauchen – weder für die Lüftung noch für Statik oder Brandschutz.“

Unter dem Budget, vor dem Zeitplan: Davon spricht auch Matthias Riederer. Er ist Geschäftsführer des Kommunalunternehmens SeeKU, das die Gemeinde 2017 gegründet und mit dem Projekt beauftragt hat. „Öffentlicher Bau muss nicht teurer sein und länger dauern als erwartet“, sagt er vor den rund 50 Richtfest-Gästen. Die veranschlagten 2,6 Millionen Euro werde man einhalten, sagt er auf Nachfrage. Riederer betont den regionalen Charakter der Baustelle: Zwei Drittel der Arbeiten habe man im Dorf vergeben, 20 weitere Prozent innerhalb des Landkreises.

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Kommandant Benjamin Grütze ist froh, dass jetzt nach jahrelangem Hin und Her mit der Gemeinde etwas passiert. Die aktuellen Verhältnisse für die Brandretter seien „untragbar“. Dem 1985 erbauten Gerätehaus an der Hauptstraße wurde bereits 2001 vom Prüfdienst der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die Einsatzkräfte bescheinigt. Auch deshalb verteilt sich die Feuerwehr auf drei Standorte: Ein Mehrzweckfahrzeug steht in einer Garage nebenan, damit Platz für Schutzanzüge und Umkleide bleibt. Die beiden Anhänger müssen die Retter bei jedem Einsatz an der Spitzstraße abholen.

Doch das ist bald Vergangenheit: „Für die Feuerwehr beginnt hier eine neue Ära“, sagt Grütze. Das zweigeschossige Gebäude soll laut Planer Gebauer barrierefrei werden, einen Aufzug bekommen und mit vielen Bildschirmen ausgestattet werden. Wer ausrückt, loggt sich dann per App ein, damit der Einsatzleiter alles koordinieren kann, bevor die Sirenen losheulen.

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Gerade weil neben dem Ausbau von Schulungsraum, Atemschutzwerkstatt oder Sanitäranlagen auch jede Menge Technik ins Haus gesteckt werden muss, gibt es noch viel zu tun. Auf einen Fertigstellungstermin will sich niemand festlegen. Für Gebauer ist aber sicher: „Weihnachten können sie in ihrer neuen Heimat feiern.“

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