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Nett anzuschauen, aber manchmal streng in der Nase: die Ziegen von Florian Cichon in Hechendorf.

Ziegenstall

„Er gehört woanders hin“

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Es gab viele Gespräche, aber keine Entscheidung zu Florian Cichons Ziegenstall in Hechendorf.

Hechendorf – Die Diskussion über Florian Cichons Ziegenzucht in Hechendorf Ende Oktober hat für ein gewaltiges Medienecho gesorgt. „Bis aus Hannover sind die Fernsehsender angereist“, sagt Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum. Entscheidungen aber sind seither keine gefallen. Die Idee, die Ziegen an den Waldrand nahe des jetzigen Standorts umzusiedeln, und dafür am alten Platz an der Hauptstraße Gewerbeflächen auszuweisen, scheint allerdings nicht realisierbar zu sein.

Landratsamt: „So weit sind wir noch nicht“

Wie berichtet, will Cichon die Auslauffläche für die Ziegen vergrößern, eine Maschinen- und Bergehalle zum Ziegenstall umnutzen und an diese ebenfalls anbauen. Außerdem plant er eine Hackschnitzelheizung und eine Ballentrocknung. im Moment hält er auf der Fläche am Ortsausgang Hechendorfs in Richtung Herrsching 60 Ziegen und zwei Böcke. Bei der Diskussion über das Thema Ende Oktober im Gemeinderat hatte Gum den Vorschlag mit der Umnutzung des Geländes gemacht. Im Anschluss hatte der Gemeinderat den Bauantrag Cichons erneut abgelehnt.

Seither wurde hinter den Kulissen viel diskutiert. Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel bestätigte gestern, dass das Landratsamt das Einvernehmen der Gemeinde bei dem Bauantrag ersetzen werde, wenn die letzten Fragen zum Thema Emissionsschutz beantwortet seien. Weil unklar ist, ob die Ballentrocknung dort am Ortsrand nicht doch zu laut ist, musste dieser erneut überprüft werden. Stellt sich heraus, dass das passt, wird das Landratsamt den Antrag genehmigen, „aber soweit sind wir noch nicht“, sagte Kühnel gestern.

Cichon: „Kampf gegen das System“

Die Situation vor Ort ist zerfahren, das beschönigt auch Kühnel nicht. „Er gehört woanders hin“, sagte er gestern über den Ziegenstall. „Ich glaube, dass Landwirtschaft ihren Raum braucht. Aber das gilt auch für die Bevölkerung.“ Eigentlich sollte man auf die Vernunft der Beteiligten setzen: „Das ist doch auch auf Dauer für den Landwirt dort nicht erträglich.“ Es müsse auch ein Anliegen Cichons sein, die Situation zu befrieden und nach Lösungen zu suchen.

Grundsätzlich haben Gemeinden über Bauleitplanungen die Möglichkeiten, an ihren Ortsgrenzen Veränderungen herbeizuführen. „Das Instrument kann ich der Gemeinde aber derzeit nicht empfehlen. Es ist sehr schwierig“, sagt Kühnel. Im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklung dränge sich die Schaffung eines Gewerbegebiets an dieser Stelle nicht auf. „Die Innenentwicklung steht vor der Außenentwicklung“, so Kühnel. Und die Gemeinde habe bereits an drei verschiedenen Stellen Gewerbeflächen ausgewiesen. Was eine wohnebauung an dieser Stelle angehe, so sei dies ein großes Risiko. „Wenn die Gemeinde hier ausweist, schafft sie einen Präzedenzfall. Da muss man sehr vorsichtig sein.“

Florian Cichon wartet indessen ab. „Sie wissen doch, wie lange das bei Behörden dauert“, sagt er und findet, dass sich das Klima zwischen ihm und den Nachbarn seit der Berichterstattung Ende Oktober verbessert hat. „Das ist kein Kampf gegen mich, sondern gegen das System“, sagt er. „Aber vielleicht passiert ja was, wenn der Bauantrag genehmigt wird.“ Wie berichtet, hatten die Anwohner angekündigt, in diesem Fall zu klagen.

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