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„Der Kampf um die Klinik hat sich gelohnt“: (v.l.) Dr. Markus Wagner, Helmut Friedrich und Wolfram Gum beim Pressegespräch.

Chirurgische Klinik Seefeld

Zahltag beim Sorgenkind

Seefeld - Es geht aufwärts mit der Chirurgischen Klinik in Seefeld. Für die Beteiligten heißt das aber auch: Es ist Zahltag. Es geht um 2,35 Millionen Euro.

Seit neun Wochen ist Dr. Markus Wagner neuer Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Seefeld. Wenn er nicht am OP-Tisch stand, besuchte er in dieser Zeit niedergelassene Ärzte ringsum, 65 an der Zahl. Weil er wissen wollte, wie ihre Meinung von der Seefelder Klinik ist, und weil er ihnen auch versichern wollte, dass es weitergeht mit der Klinik. Die Reaktionen haben ihn regelrecht umgehauen. „Ich habe ausschließlich Positives erfahren“, sagt er beim Pressegespräch und strahlt. „Der Rückhalt ist immens.“ Der Ruf sei „extrem gut“, die medizinische Versorgung und die Pflege würden unglaublich gelobt, und sogar mit dem Essen, in der eigenen Küche selbst zubereitet, seien die Patienten zufrieden. „Das hat mir gezeigt: Wenn wir die Klinik geschlossen hätten, wäre das ein Problem auch für die Hausärzte, für den ganzen Bereich gewesen.“ 

Der Zuspruch für die Klinik ließ sich vor zehn Tagen auch an Fakten ablesen: „Alle Betten waren belegt, wir mussten die Leitstelle informieren, dass sie uns keine Patienten bringt, Notfälle ausgenommen.“ Das habe es seit Ewigkeiten nicht mehr gegeben. Wagner ist dankbar, dass die Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber treu geblieben sind. „Ohne ein motiviertes Team geht es einfach nicht.“ Für den Vorsitzenenden des Krankenhaus-Zweckverbands, Wolfram Gum, steht indessen außer Frage: „Der Kampf um die Klinik hat sich gelohnt.“ 

Teuer wird das Ganze trotzdem. 2,35 Millionen Euro müssen die Zweckverbandsmitglieder bis Ende des Jahres zuschießen, sonst erhalten die nichtärztlichen Mitarbeiter kein tariflich vorgeschriebenes 13. Monatsgehalt, der im November 2015 aufgenommener Kredit kann nicht bedient, neue Geräte können nicht gekauft werden. In der jüngsten Sitzung des Zweckverbands stimmten alle Mitglieder ohne zu murren zu. Der Landkreis trägt 50 Prozent der Summe. Andechs zahlt 83 863 Euro, Gilching 435 267 Euro, Herrsching 245 048 Euro, Inning 107 793, Seefeld 173 402 Euro, Weßling 127 746 Euro und Wörthsee 119 601 Euro. 

Damit ist die finanzielle Situation bis zum Ende des Jahres zumindest stabil. Nächster Fixpunkt ist die Eingliederung in die Starnberger Krankenhaus GmbH. Geschäftsführer Helmut Friedrich geht davon aus., dass diese spätestens bis Ende Juni 2017 vollzogen wird, frühestens zum 31. März 2017. „Wir brauchen beispielsweise für die Datensicherheit eine Standleitung nach Starnberg – wann die Telekom diese fertigstellt, ist offen. Es hängt also nicht nur an uns“, sagt Friedrich. Welche Kosten im kommenden Jahr auf die Beteiligten zukommen, ist noch offen, es soll aber um ähnlich hohe Summen gehen.

Hanna von Prittwitz

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