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Verkehr

Seefeld senkt Tempo auf 30

Seefeld - Tempo 30 im Gemeindegebiet Seefeld: Seit einigen Jahren macht sich der Seefelder SPD-Gemeinderat Martin Dameris für diese Sache stark. Nun steht tatsächlich die Umsetzung an. In der jüngsten Gemeinderatssitzung jedenfalls legte die Verwaltung eine Art Machbarkeitsstudie vor.

Begonnen hat alles mit einer Unterschriftenaktion, initiiert von Martin Dameris. Er legt allerdings Wert auf die Tatsache, dass es nicht um einen SPD-Antrag geht, sondern fraktionsübergreifend Interesse an der Umsetzung besteht. Die Unterschriftenaktion ist einige Jahre her. Ziel war, im Gemeindegebiet Seefeld einheitlich Tempo 30 einzurichten. Mehr als 500 Menschen unterschrieben. Im März 2013 schließlich stimmte der Gemeinderat dem Antrag zu. Die Verwaltung ging danach sozusagen auf Zonensuche. Das Ergebnis lag den Räten in ihrer jüngsten Sitzung vor. „Es ist wasserdicht und mit der Polizei abgestimmt“, sagte Dameris.

Folgende Straßenabschnitte kommen im Ortsteil Oberalting für Tempo 30 in Frage: Zwischen Hauptstraße, Ulrich-Haid-Straße, Staatsstraße, Kirchenstraße und Mühlbachstraße; zwischen Hauptstraße, Münchner Straße und Ulrich-Haid-Straße; zwischen Staatsstraße, Hauptstraße, Drößlinger Straße und Ortsrand den der Friedinger Straße und der Bergstraße. Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat bei der Sitzung die Einführung von Tempo 30 in diesen Abschnitten.

Dazu kommt noch eine Liste an Straßen, die für Tempo 30 denkbar wären: Pilsenseestraße, Am Hart, Technologiepark, Jahnweg, Meilinger Weg, Stampfgasse, Schützenstraße und Moosdorfweg. Der ADAC hat für die Planung und Umsetzung einige Kriterien aufgestellt. Zum Teil müssten straßenbauliche Elemente installiert werden, das Verkehrsaufkommen sollte 500 Fahrzeuge pro Stunde nicht überschreiten, außerdem sollten die Zonen überschaubar sein.

Das Vorhaben stieß nicht bei allen Gemeinderäten auf Gegenliebe. Dr. Oswald Gasser (FDP) findet Tempo 30 vor allem an Brennpunkten wie Kindergärten und Schulen sinnvoll, „aber wenn es nicht einzusehen ist, hält sich doch keiner dran“. Beispielsweise in der Günteringer Straße in Hechendorf, die gut ausgebaut und übersichtlich sei. Dameris erinnerte in diesem Zusammenhang an Gutachten, die zu denken geben: Nach Ausführungen der Universität Duisburg geht die Anzahl der bei Unfällen getöteten und schwerverletzten Personen in Tempo-30-Zonen um bis zu 70 Prozent zurück. Der Aufprall bei Tempo 50 entspricht einer Fallhöhe aus zehn Metern, bei Tempo 30 sind es 3,50 Meter. Insgesamt reduziert sich die Anzahl der Unfälle um bis zu 40 Prozent. Abgesehen davon, so die Wissenschaftler, erhöhe sich die Fahrzeit nur unwesentlich: Auf einer Strecke von 500 Meter liege der Zeitverlust bei maximal zehn Sekunden. Ortschaften haben im Durchschnitt eine Länge von fünf Kilometer, ergo geht es um zwei Minuten.

Auch der Ortsteil Hechendorf soll nun mit Blick auf geeignete Tempo-30-Zonen unter die Lupe genommen werden.

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