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Mit Humor und Wortwitz haben die Seefelder Harmonisten ihr Konzert gewürzt.

Seefelder Harmonisten

Singen als Therapie erntet Beifallsstürme

Das Sudhaus der Schlossgaststätte war brechend voll. Am Eingang hofften weitere Musikfreunde darauf, doch noch einen Stuhl zu ergattern. Anlass war das Benefizkonzert mit dem vielversprechenden Titel „Gruppentherapie II“.

Seefeld – Bei dem Stück handelt es sich um eine selbst inszenierte Fortsetzung eines Bühnenstücks der Seefelder Harmonisten, das nach dem Riesenerfolg vor zwei Jahren auch am Samstag die Lachmuskeln strapazierte und musikalisch überzeugte.

Unter der Leitung von Brigitte Heigenhuber begannen ausgewählte Teilnehmer des Männergesangsvereins vor etwa 15 Jahren mit einem Repertoire der Comedian Harmonists, das sie im Laufe der Zeit um Operettenschlager und Songs von Herbert Grönemeyer oder Hubert von Goisern erweiterten. Das Liedgut verarbeiteten sie humorvoll, schauspielerisch talentiert und stimmstark zum Seminar „Singen als Therapie“.

Das sei notwendig geworden, weil die Chorleiterin nicht mehr mit ihrem Leben klarkomme, behauptete Sänger Roland Werb. Wie zum Beweis wankte selbige im Morgenmangel und einer leeren Cognacflasche in der Hand auf die Bühne. Ihr Problem? Natürlich ein Mann! Sie habe „einen Mann, aber der hat eine Macke“, sang Heigenhuber. Chronisch müde sei er, jammerte sie glaubhaft, bevor die Herren der Schöpfung zum Gegenschlag ausholten. Hungrig auf eine gescheite Brotzeit komme er von der Arbeit – und was gibt’s: „Ausgerechnet Bananen“, litten die Harmonisten a capella in perfekter Harmonie unter der Vegetarierin. „Do taat a dar a stinka“, stieß Pianist und Ehemann der Chorleiterin Michael Heigenhuber bei den Kerlen gut bayerisch auf Verständnis.

Backpfeifenalarm im Sudhaus

Die Lösung aus dem Dilemma? Romantik, schlug ein Feingeist der alten Schule vor, das überzeugte nicht alle. So versuchten sie sich mehrstimmig an „Spanische Nächte“, ahmten choreografisch herrlich den ach so männlichen Stierkämpfer nach. Wirklich funktionieren wollte auch das nicht. Eine Frau musste her – und schon saß Angelika Vogel in sich zusammengesunken auf einem der Stühle. In „Vorderzahn“ wunderte sich die Weßlinger Gesangslehrerin darüber, dass ihr Liebster ihr einen Zahn ausschlug – und verwandelte sich nach einem Kleidertausch in eine Schönheit, die unter den Herren der Schöpfung alle bisherigen Therapieerfolge vergessen ließ, sodass ein tonsicher interpretierter Konkurrenzkampf ausbrach – und unterhaltsam in einer Ohrfeige und einem von Wolfgang Hirt am Kontrabass begleiteten Rausschmiss gipfelte. Der tosende Applaus am Ende der Aufführung hatten sich die Interpreten ehrlich verdient.

Von Michele Kirner

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