Gelungene Projektarbeiten: Einige Schüler setzten sich mit dem Olympia-Attentat auseinander, andere mit Falken und wieder andere mit Erfindungen. Foto: Andrea Jaksch

Realschule Tutzing

Seifenspender aus dem Nahen Osten

Tutzing - Mit Errungenschaften und Geschichte, mit Terror und Seifenspendern befassen sich Tutzinger Realschüler bei einer Reihe von Projekten. Thema: der Nahe Osten.

„Der Nahe Osten“ war das Rahmenthema einer Projektpräsentationen an der Benedictus-Realschule Tutzing. Etwa 80 Schüler aus den drei neunten Klassen waren aufgefordert, sich jeweils in Dreiergruppen mit gewählten oder zugeteilten Themenbereichen zu befassen und ihre Ergebnisse vorzustellen. „Das war schon eine Schweine-Arbeit für die Schüler“, stellte Projektbetreuer Heinrich Karl, Lehrer für Deutsch, Sozialkunde und Geschichte, anerkennend fest.

Von 20. Januar bis einen Tag vor den Osterferien hatten die Teams an ihren Präsentationen gefeilt bzw. buchstäblich gebastelt. Die Schüler durften sich jeweils einen Partner selbst aussuchen, der Dritte wurde zu geteilt. „So lernen sie es, genau wie später in einer Firma mit jemandem zusammenzuarbeiten, den man sich nicht aussuchen konnte“, erläuterte Karl den praxisorientierten Ansatz. Die sechs Mädchen und fünf Jungen, die am Mittwochabend ihre Projektarbeiten vorführten und diesmal vor den stolzen Eltern, hatten schon vor Achtklässlern der „präsentiert“, die dadurch „schon mal sehen konnten, was im nächsten Jahr auf sie zu kommt“, so Karl.

Individuell benotet werden die Arbeiten durch die Deutsch-, IT- und Betreuungslehrer hinsichtlich Inhalt, selbstständiger Arbeitsweise, Methodik und eben Präsentation: Das zu erstellende „Portfolio“ sollte alle relevanten Unterlagen enthalten, das Material dokumentiert und für die Präsentation aufbereitet werden. Im Fach Deutsch ersetzt sie eine Schulaufgabe, in den anderen Fächern wird sie als mündliche Note gewertet. In der Abendveranstaltung wurden die drei besten Arbeiten gezeigt, „wobei wir heute mit Fußball konkurrieren“, wie sich Schulleiterin Zwick-Chwaszcza im Klaren war.

Das Überthema „Der Nahe Osten“ hatte so anspruchsvolle Unterthemen wie „Erfindungen aus der islamischen Welt“, „Die Falkenjagd“ oder „Das Olympia-Attentat von München 1972“ hervorgebracht – und die Einleitung zu den Erfindungen war schon mal originell: „Was haben Seifenspender, Wasserrad und Brille gemeinsam?“, fragte die für diesen Teil zuständige Schülerin. Unterfüttert waren die vielen Fakten mit Bildern, Zeichnungen und Statistiken und sogar mit selbst gefertigten Miniaturmodellen wie einem Wasserschöpfrad („Schaduff“) oder einer kleinen Dampfturbine, die auch noch funktionierte. Für die erkennbar intensive Befassung mit ihren Themen und die viele Arbeit, die sie sich gemacht hatten, bekamen sie alle am Ende den verdienten Beifall.

Übrigens: Der Seifenspender von heute, dies dürfte so manchem eine neue Erkenntnis gewesen sein, geht auf die in der islamischen Welt erfundene Hubkolbenpumpe zurück.  ty

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