Serie aufgeklärt

Gilchinger zündeln aus Langeweile

Gilching - Aus blanker Langeweile haben zwei junge Gilchinger Mülltonnen angezündet und Bäume umgesägt. Ein Tipp half der Polizei weiter.

Die Polizei konnte über die Osterfeiertage eine Sachbeschädigungsserie vom Februar dieses Jahres klären, bei der die Täter meist nach dem selben Schema einer „Brandlegung“ vorgingen - sie zündelten. Insgesamt entstand dabei ein Sachschaden von rund 7000 Euro. 

Die Fälle: Durch unbekannte Täter war am 19. Februar gegen 4.30 Uhr zunächst ein Werbebanner bei einer Gärtnerei an der Landsbergers Straße in Gilching angezündet. In der Nähe wurden zudem mehrere Mülltonnen umgeworfen, teilte die Germeringer Polizei am Ostermontag mit. Zwei Mülltonnen bzw. deren Inhalt wurden angezündet, eine dadurch beschädigt. Vom Hausmeister der Arnoldus-Grundschule wurde zudem gemeldet, dass in dieser Nacht insgesamt fünf Parkbänke auf dem Pausenhof der Schule aus der Verankerung gerissen wurden und dadurch beschädigt wurden. 

Die Serie ging wenige Tage später weiter. Am 21. Februar wurde gegen 3.48 Uhr ein Containerbrand in der Flugplatzstraße 1 gemeldet. Bei Eintreffen der Feuerwehr stand der Metall-Restmüllcontainer bereits im Vollbrand. Der Container selbst brannte bis auf das Metallgerippe ab, infolge der Hitzeentwicklung wurde eine hinter dem Container befindliche Außenwand einer Lagerhalle angekokelt. Die Außenwände wurden verbogen, ein direktes Übergreifen des Brandes auf die Lagerhalle konnte durch die Feuerwehr Gilching verhindert werden. Allein der entstandene Schaden beläuft sich auf mindestens 6000 Euro. In derselben Nacht wurde bereits gegen 2.05 Uhr eine im Vollbrand stehende Papiertonne in der Orionstraße festgestellt. Beim Eintreffen der Streife war der Brand bereits gelöscht, von der Tonne selbst blieben lediglich die Metallrollen übrig. Zudem warfen die unbekannte Täter in dieser Nach noch zwei Blumenschalen vom Eingangsbereich eines Einfamilienhaus in der Orionstraße und zerstörten diese durch den Aufprall vollständig.

Am Gründonnerstag ging bei der Germeringer Polizei ein zunächst anonymer Hinweis aus der „Autotuningszene“ in Gilching ein, wonach ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger aus Gilching konkret als Täter der genannten Delikte benannt wurden. Germeringer Zivilfahndern gelang es in "zähen Vernehmungen" der beiden Tatverdächtigen noch in der derselben Nacht, ein umfangreiches Geständnis zu bekommen. 

Demnach kristallisierte sich heraus, dass das Motiv für die Brandlegungen in Langeweile zu suchen war, als sie mit ihren Fahrzeugen nachts ziellos durch Gilching gefahren waren. Zudem konnten ihnen noch weitere anders gelagerte Taten nachgewiesen werden, als sie am 14. November an der Weßlinger Straße einen Baum umsägten, so dass dieser auf dem Fahrradweg zwischen der Kiesgrube und dem Jugendhaus lag und von der Feuerwehr entfernt werden musste. Das andere Mal sägten sie am 15. November5 zwischen 1 und 2 Uhr einen weiteren Baum an der Landsbergerstraße um, dass dieser auf Höhe der James-Krüss Grundschule quer über der kompletten Fahrbahn lag. Wegen dieser beiden Vorkommnisse werden sie sich wegen eines gefährlichen Eingriffs in der Straßenverkehr verantworten müssen. 

Die beiden Beschuldigten wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen am Karfreitag wieder auf freiem Fuß gesetzt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

32 000 Euro für „dahoam“
Starnbergs Bürgermeisterin Eva John nennt erstmals die Kosten ihrer Image-Broschüre von Mitte April: Das Heft „dahoam“ kostete 32000 Euro.
32 000 Euro für „dahoam“
Neue Wasserwachtstation fertig
Acht Jahre für 198 Quadratmeter: Die neue Wasserwachtstation am Pilsensee ist fertiggestellt. Die Räume bieten mehr Möglichkeiten für die Helfer.
Neue Wasserwachtstation fertig
Monarchist im Hippie-Look
Im Feldafinger Bürgersaal gab es eine Gedenkfeier für den Autor Friedl Brehm, der heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Monarchist im Hippie-Look
SOS aus der Mittelschule
Die Integration von Geflüchteten kann nur klappen, wenn die Last auf möglichst viele Schultern verteilt wird. Gerade bei den Schulen ist das aber nicht der Fall. Ein …
SOS aus der Mittelschule

Kommentare