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Der Kirchenwirt bleibt ein Thema, meint Bürgermeisteri n Christel Muggenthal im Gespräch mit Merkur-Volontär Sebastian Raviol

Wörthsee: So wird das Jahr 2017

Gemeinde basteltan mehr Wohnraum

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Wörthsee – Der Kirchenwirt in Steinebach beschäftigte die Wörthseer jahrelang, Ende 2016 wurde er nun verkauft. Noch aber ist das Thema nicht abgeschlossen. Es wird die Gemeinde sowie die Bürger auch in diesem Jahr beschäftigen. Derzeit erstellen Experten ein ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), um Potenziale für weitere Bauprojekte zu prüfen. Unsere Zeitung hat mit Bürgermeisterin Christel Muggenthal darüber und über weitere Projekte im Jahr 2017 gesprochen.

Wohnen und Bauen

Für neue Wohnungen und einen Supermarkt hat die Gemeinde den Bereich zwischen Kuckuckstraße und Schluifelderstraße im Blick. Bevor die Planungen konkretisiert werden können, muss Wörthsee aber erst einmal über die Grundstücke verfügen. Derzeit verhandelt die Gemeinde mit den Besitzern. Bürgermeisterin Muggenthal sagt zu den Verhandlungen: „Es ist schon ein wenig kompliziert. Jeder Grundstücksbesitzer hat andere Vorstellungen.“ In Verhandlung befindet sich die Gemeinde auch noch mit Rewe. Die Supermarkt-Kette ist an einem Bau interessiert, möchte aber durch großzügige Schilder von der Straße aus wahrgenommen werden. Die Gemeinde ihrerseits hat auch Vorstellungen: „Es soll kein 08/15-Gebäude sein, sondern eine gewisse Qualität haben“, sagt Muggenthal. Der Supermarkt solle architektonisch interessant sein. „Da ist noch Arbeit“, betont die Bürgermeisterin.

Noch ist nicht klar, wie die Wohnbebauung konkret aussehen soll. Muggenthal sagt aber: „Ich will nicht einfach vier Wohnblocks aus dem Boden stampfen.“ Es sollen Mietwohnungen im bezahlbaren Bereich entstehen, die sich Normalverdiener leisten können. „Das müssen nicht unbedingt Sozialwohnungen sein.“ Für 2017 allerdings ist die Gemeinde mit Grundstücksverhandlungen und weiteren Planungen beschäftigt. Bis 2020 sollen 25 Sozialwohnungen am Friedhof Buchteil entstehen. Die Gemeinde hat dem Verband Wohnen das Grundstück angeboten. Derzeit wird per europaweiter Ausschreibung ein Planungsbüro gesucht. Für die Sozialwohnungen gibt es laut Muggenthal bereits 48 Bewerber aus dem Ort. Für anerkannte Asylbewerber hat die Gemeinde ein Belegungsrecht. „Es wird nicht reichen, aber es ist eine gewisse Erleichterung.“

Am Kirchengrundstück in Steinebach ist ein Pflegeheim mit 75 bis 80 Plätzen anvisiert, so Muggenthal. „Das fehlt uns im Ort tatsächlich.“ In diesem Jahr aber „wird da nicht sehr viel passieren. Ich kann mir dafür vorstellen, dass der Bebauungsplan relativ zügig fertig wird.“ Beim Raabe-Areal in Steinebach prüft die Gemeinde derzeit, ob sie ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen möchte. Ein Münchner Unternehmen hat den Kirchenwirt gekauft – zwei Monate lang hat die Gemeinde nun Zeit, noch selbst zuzugreifen (wir berichteten).

Finanzen

Die Rücklagen der Gemeinde sind nach dem Schulneubau gesunken – von der gestiegenen Einkommenssteuer verspricht man sich im Rathaus aber wieder eine Besserung. „Die Kreisumlage ist auch moderat“, sagt Muggenthal. „Der größte Posten für die nächsten zwei, drei Jahre wird die Entwässerung in Etterschlag sein. Dafür müssen wir mindestens 1,2 Millionen Euro einrechnen.“ Bis 2025 wäre die Gemeinde laut Plan schuldenfrei. Natürlich würde sich das verzögern, wenn etwa ein neuer Kindergarten gebaut oder eine Hort-Erweiterung gestemmt werden müsste.

Nahversorgung

Der Kiosk an der Maistraße sowie der an der Rossschwemme sollen sich zukünftig nach Vorstellung der Gemeinde in ihren Angeboten ergänzen. Der an der Maistraße wurde erneut für ein Jahr an den bisherigen Betreiber vergeben, der an der Rossschwemme wird ebenso neu verpachtet.

Nach den Umbaumaßnahmen soll der Dorfladen in Wörthsee durchstarten. Die finanzielle Unterstützung der Gemeinde hatte teilweise für Kritik gesorgt. Muggenthal betont aber: „Wir haben nur gebürgt – ihnen das Geld also nicht gegeben. Ich rechne nicht damit, dass sie Konkurs gehen.“ Ehrenamtliches Engagement werde auch bei anderen Vereinen unterstützt – etwa mit je 200 000 Euro für Schützenvereine und Asphaltstockschützen für den Bau ihrer Vereinsheime.

Verkehr

Die Etterschlager Straße bleibt für zwei Jahre Baustelle. Die AWA tauscht die Wasserleitung aus, die Straße muss aufgerissen werden. Der Verkehr verläuft dann einspurig über Ampelregelung. „Die Tagestouristen können dann nicht mehr an der Etterschlager Straße parken“, räumt Muggenthal ein. Es gehe aber jeweils nur um eine Strecke von 200 Metern.

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