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Symphatisches Team: (v.l.) Ursula Hübner, Nicole Freimann, Henning Krohn und Vorstandsmitglied Inge Böhm.

Sozialdienst Gilching

Quereinsteigerinbeim Pflegedienst

Nicole Freimann hat beim Sozialdienst Gilching die Pflegedienstleitung übernommen. 

Gilching – Der Mangel an Pflegekräften zählt zu den großen Herausforderungen dieser Zeit. Glück hat der Sozialdienst Gilching, der derzeit personell noch relativ gut aufgestellt ist. Nicole Freimann (47) ist seit wenigen Tagen die neue Pflegedienstleiterin. Vor sieben Jahren hat die ehemalige Köchin und Mama von drei fast erwachsenen Töchtern als Quereinsteigerin begonnen. „Mir macht der Pflegeberuf sehr viel Spaß, deshalb habe ich berufsbegleitend auch die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin gemacht.“ Vier Jahre dauerte diese, plus zehn Monate Fortbildung, um als Pflegedienstleiterin übernommen zu werden. „Das war eine sehr lange Zeit, die erst einmal überbrückt werden musste.“

Freimanns Stellvertreter ist Henning Krohn. Der gebürtige Gilchinger machte erst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, um danach in Vollzeit umzuschulen. Er wusste, was auf ihn zukommt. Hatte der heute 33-Jährige doch schon seinen Zivildienst in der angrenzenden Tagespflege abgeleistet. Trotz Vollzeit dauerte es drei Jahre, bis er sein Diplom in Händen hatte. Pflegedienstleiter kann er aber erst dann werden, wenn er noch eine zehnmonatige Zusatzausbildung dranhängt.

Bis ins Jahr 2025 sind in Deutschland laut Statistik rund 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig. „Es wird in der Politik zwar viel geredet, wie dem beizukommen ist. Doch aktiv passiert nichts“, bedauert Ursula Hübner von der Vorstandschaft des Sozialdienstes. „Die Ausbildung dauert viel zu lange und der Verdienst ist nicht immer angemessen.“

Derzeit sind beim Pflegedienst elf examinierte Kräfte plus vier Auszubildende beschäftigt. „Beim Pflegepersonal sind Männer leider Mangelware“, sagt Hübner. Betreut werden rund 100 Patienten in ihrem Zuhause. „Jeder unserer Patienten ist anders und man muss sich darauf auch einstellen“, erzählt Freimann. „Generell aber gilt: So wie man auf die Menschen zugeht, so begegnen sie einem auch.“ Einen Appell richtet sie an Berufsanfänger und Quereinsteiger, die noch nicht so genau wissen, was sie beruflich machen wollen. „Wir suchen dringend Pflegekräfte, auch Hilfskräfte. Hier findet man in einem netten Team und einer guten Atmosphäre einen abwechslungsreichen Aufgabenbereich. Einfach mal anrufen oder vorbeischauen“, empfiehlt sie.

Uli Singer

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