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Regelmäßig versorgt Helma Berger in Gilching Flüchtlinge mit Dingen des täglichen Bedarfs

79-Jährige denkt nicht ans Aufhören

Gilching - Als Helma Berger vor 16 Jahren in den wohl verdienten Ruhestand geschickt wurde, stand für sie fest, dass es kein Aufhören gibt. Ist sie nicht auf Reisen, engagiert sich die 79-Jährige unter anderem in der Obdachlosenhilfe in München und beim Helferkreis Asyl in Gilching.

„Mama Helma“, nennen sie die Flüchtlinge, die samstags in Gilching zur Rosenstraße 5 kommen, um neue Kleider, Schuhe, Teppiche, Geschirr, Bücher oder Spielsachen auszusuchen. In der alten Villa, die von privater Seite zur Verfügung gestellt wurde, herrscht Ordnung. So wissen Helma Berger und ihre Mitstreiter genau, wo die Babywäsche oder auch mal eine Sportausrüstung für einen Jugendlichen zu finden sind.

Die soziale Ader wurde der gebürtigen Münchnerin schon in die Wiege gelegt. Für sie stand als begeisterte Pfadfinderin fest, dass sie den Beruf der Sozialpädagogin ergreifen wird. In dieser Eigenschaft war sie unter anderem für die evangelische Kirche sieben Jahre als Vermittlerin von Au-Pair-Mädchen in Paris tätig und 25 Jahre lang beim Gesundheitsamt in Bad Tölz angestellt. Nach Gilching kam sie nach ihrer Pensionierung. „Ich bin in eine WG gezogen und kümmere mich dort um die Gartenarbeit oder auch um kleinere Reparaturen.“ Weil sie auch gerne singt, schloss sich die passionierte Bergwanderin dem Gilchinger Seniorenchor an – und als die Flüchtlinge kamen, dem Helferkreis Asyl. „Das war nichts Neues für mich, weil ich ja schon in der Bayernhalle die Kleiderkammer für die Flüchtlinge betreut habe.“

Wer mutmaßt, Helma Berger sei durch ihr zeitraubendes Engagement ausgelastet, irrt. „Ich habe einfach zu viele Interessen und ich habe eine positive Lebenseinstellung. Und mir geht es gesundheitlich sehr gut.“ Weshalb sie zusätzlich zweimal im Monat mit dem Bus der Obdachlosenhilfe unterwegs ist, um Menschen unter den Isar-Brücken mit Essen und Getränken zu versorgen.

Ihr liegen auch menschliche Schicksale außerhalb Deutschlands am Herzen. „Mit der Namaste-Stiftung war ich schon dreimal in Nepal, um dort mitzuhelfen.“ Ein weiteres Schwerpunktthema in Bergers Leben ist der nicht enden wollende Nahostkonflikt in der Region Palästinas. „Sobald ich jemanden gefunden habe, der Englisch kann und mich begleiten will, fliege ich dorthin, um mich vor Ort persönlich zu informieren.“

Vorher geht es noch privat ins Burgenland und im Oktober für drei Wochen nach Sri Lanka. Gibt es einen unerfüllten Herzenswunsch? „Ja, ich hätte gerne ein iPhone, um zu fotografieren und das Internet zu nutzen. Ich brauche aber jemanden, der sehr viel Geduld hat und mir den Umgang mit dem Gerät beibringt."

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