Signalstörung: Verzögerungen und Zugausfälle auf der Stammstrecke

Signalstörung: Verzögerungen und Zugausfälle auf der Stammstrecke
Mit dem Oldtimer über Feldwege und Landstraßen. Foto: suder/fkn

Späte Liebe und Berufung

Frieding - Raphael Suder aus Frieding hat im Alter von 63 Jahren seinen ersten Oldtimer gekauft, mittlerweile hat er einen kleinen Fuhrpark davon und fängt mit 65 beruflich nochmal von vorne an.

Raphael Suder folgte in seinem Leben immer der Leidenschaft, und die Leidenschaft für Oldtimer wollte er mit seinen Mitmenschen teilen, also plante er „Ammersee-Nostalgie-Fahrten“. Dass von der Idee bis zur Gründung mehr als zwei Jahre vergehen sollten, damit hatte er allerdings nicht gerechnet.

2012 kaufte der Dokumentarfilmer seinen ersten Oldtimer - und bald folgten dem Jaguar ein Ford, dann kam der Riley. Letztere stehen im Vorgarten seines Hauses hinter Glas. Nachts beleuchten LED-Lampen die Schönheiten aus den 30er Jahren. Am Montag stellte der Jungunternehmer die Oldies offiziell vor und begrüßte seine Gäste in Anzug und Seidenweste. Auf dem Kopf trug er stilecht eine Chauffeursmütze - die blank polierten Veteranen einsatzbereit im Hintergrund.

Für den ehemaligen Berufsmusiker verkörpern die Fahrzeuge ein Lebensgefühl. „Wenn man darin fährt, ist das, als blättere man in einem Bilderbuch“, schwärmt auch Lebensgefährtin Stephanie Gohlke. Nicht auf Autobahnen, sondern auf Nebenstraßen und Feldwegen. So erstreckt sich eine Fahrt München-Wien über zwei Tage. Unterwegs kann es dabei leicht passieren, dass ein Ort dazu einlädt, die Picknickdecke auszurollen. „Der Weg ist das Ziel“ wurde deshalb zum Leitspruch.

Das alles inklusive Picknick wollte er teilen. Der Weg zur Gründung jedoch war steinig. Dabei schien das Projekt anfangs ganz unkompliziert zu sein. Gewerbeschein, Zuverlässigkeitsprüfung. Das war’s. Dann kam Post von der IHK, der Knappschaft und vom Landratsamt. Am Ende musste der 65-Jährige noch einmal die Schulbank drücken. „Heute kenne ich mich im Mutterschutz aus, im Arbeitsgesetz und weiß alles über den Betriebsrat.“ Die Prüfung legte er im Februar erfolgreich ab.

Nun chauffiert er seine Gäste „entschleunigt“ von A nach B. Hochzeitspaare zur Trauung, Jubilare der Silbernen Hochzeit zum Restaurant, oder er beglückt die Gäste mit einer Genussfahrt zu den besonderen Ecken unserer schönen Gegend. „Man schaltet einen Gang zurück und genießt.“

Die Gäste durften Probe sitzen. „Das Auto hat eine Heizung“, verkündete er stolz und gewährte auch einen Blick unter die Motorhaube. Ein paar Zündkerzen, eine überschaubare Anzahl Schläuche. Die schlanken Reifen sind mit rot und weiß lackierten Felgen verziert. Die Frontscheibe lässt sich aufklappen. „Die eingebaute Klimaanlage.“ Stressfreier Luxus ohne Elektronik eben.

Internet:

www.ammersee-nostalgie-fahrten.de oder Telefon (0 81 52) 39 94 37.

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