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Gut in Schuss: Kira Weidle, die gestern im Flieger nach Sotschi ihren 20. Geburtstag feierte, gilt als große deutsche Hoffnung in der Abfahrt. Foto: Kornatz

Ski alpin

Speed-Talent Kira Weidle: Auf Miriam Vogts Spuren

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Ski alpin . Nach 30 Jahren wieder eine Starnbergerin im Weltcup – jetzt fährt sie um Gold bei der Junioren-WM in Sotschi.

Von Michael Baumgärtner

Starnberg – Zufälle gibt’s, die gibt’s eigentlich gar nicht. Am 10. Januar 1986 gab Miriam Vogt in Bad Gastein ihr Debüt im Ski-Weltcup. Die heute 48-jährige Vizepräsidentin des Deutschen Skiverbandes (DSV) und Kombinations-Weltmeisterin von 1993 war bislang die einzige Starnbergerin, die den Sprung in die alpine Weltspitze geschafft hat. Auf den Tag genau 30 Jahre nach Vogts Weltcuppremiere, am 10. Januar 2016, sollte wieder eine Starnbergerin ihr erstes Weltcuprennen bestreiten. Kira Weidle vom Skiclub Starnberg war für den Super-G in Altenmarkt/Zauchensee nominiert. Doch sie durfte dann doch schon einen Tag früher Weltcupluft schnuppern, nachdem sie sich in der internen deutschen Ausscheidung durchgesetzt und sich für die Abfahrt qualifiziert hatte. Ein Kindheitstraum war für sie in Erfüllung gegangen.

Kira Weidle, die gestern ihren 20. Geburtstag feierte, zählt zu den großen Nachwuchshoffnungen des Deutschen Skiverbandes. Gerade im Speedbereich ist der DSV nicht gerade gesegnet mit aussichtsreichen Rennläuferinnen. „Da sieht es ganz schön dünn aus im Moment“, weiß auch Weidle. Deshalb hegt und pflegt der Verband Athleten wie die junge Starnbergerin, die ihre Stärken hauptsächlich im Super-G und in der Abfahrt hat.

Mit fünf Jahren zog Weidle mit ihren Eltern von Stuttgart an den Starnberger See und schloss sich sogleich dem Skiclub Starnberg an. Matthias Pohlus erkannte ihr Talent sofort. Der Trainer, der sich beharrlich gegen das Vorurteil wehrt, dass ein so genannter Flachlandtiroler keine Chance habe, den Sprung in die Weltspitze zu schaffen, förderte das ehrgeizige Mädchen nach Kräften. Wann immer es möglich war, fuhr er mit Kira Weidle zum Gschwandtkopf nach Seefeld/Tirol, dem Hausberg des Starnberger Skiclubs. Auch unter der Woche holte er sie nach der Schule ab, kutschierte sie eineinhalb Stunden nach Seefeld, um dort noch ein, zwei Stunden mit ihr zu trainieren.

Die Beharrlichkeit zahlte sich aus. Bald war Kira Weidle Jahr für Jahr Beste ihres Jahrgangs (1996), und als sie dem Schülerbereich entwuchs, wechselte sie mit 15 Jahren vom Starnberger Gymnasium aufs Skiinternat Oberstdorf, wo sie im vergangenen Jahr ihr Abitur machte und drei Jahre lang optimal vom Verband gefördert werden konnte. „Anders wäre es nicht möglich gewesen, sich so weiterzuentwickeln“, sagt ihr ehemaliger Trainer Pohlus.

Ihr erster Weltcupauftritt in Zauchensee gab Weidle noch einmal einen Schub nach vorne. In den folgenden Rennen an gleicher Stelle gelang ihr der erste Sieg im Europacup. Nach Rang vier und zwei gewann sie die dritte Abfahrt in Altenmarkt. Es war nach Gina Stechert der erste Abfahrtssieg einer deutschen Rennläuferin im Europacup seit acht Jahren. Mittlerweile führt Weidle die Disziplinwertung in diesem Wettbewerb vor der US-Amerikanerin Breezy Johnson an. Ihr Ziel: Auch nach dem Europacupfinale am 9./10. März in Saalbach zumindest unter den ersten Dreien sein. Dann hätte sie für nächste Saison einen Fix-Startplatz im Weltcup. „Das wäre schon sehr entspannt, wenn ich nicht mehr die Qualifikationen fahren müsste“, sagt Weidle.

Doch zunächst steht für die Starnbergerin, die am vergangenen Wochenende in Garmisch ihren Titel als Deutsche Jugendmeisterin im Super G verteidigte, die Junioren-Weltmeisterschaft (25. Februar bis 5. März) an, „mein persönliches Saisonhighlight“. Ihren 20. Geburtstag feierte Weidle gestern im Flugzeug, das um 12 Uhr von Zürich nach Sotschi abhob. Ihr steht ein Mammutprogramm bevor, sie wird bis auf den Slalom in allen Disziplinen (Samstag Abfahrt, Montag Super G, Dienstag Kombination, Freitag Riesenslalom), an den Start gehen – mit einem klaren Ziel: „Ich will mit einer Medaille nach Hause kommen.“

Und vielleicht ist sie eines Tages ja auch einmal Weltmeisterin – wie ihre Starnberger Vorgängerin Miriam Vogt. Ein wirklicher Zufall wäre das nicht.

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