Stadt weiter an Geothermie interessiert

Starnberg - Die Stadt will weiter selber bohren: Der Stadtrat hat sein Interesse an den Bergrechten für Geothermie in Starnberg bekräftigt. Die Rechte hat jedoch ein anderer.

Auch wenn die Bergrechte zur Aufsuchung von Tiefenwärme (Geothermie) unter dem östlichen Starnberg bis 30. September 2015 noch bei der Firma Geysir Europe liegen – die Stadt will sie nach wie vor in die Hand bekommen. So lautet zumindest der einstimmige Beschluss des Starnberger Stadtrates. Die Bergrechte werden vom Bayerischen Wirtschaftsministerium (Bergamt) stets für drei Jahre vergeben. Wer sie will, muss nachweisen, dass er die Ausbeutung finanziell stemmen kann und einen Arbeitsplan mit konkreten Schritten vorlegen, der jährlich vom Bergamt auf Abarbeitung überprüft wird.

Im Herbst 2012 hatten sich die Stadt Starnberg und Geysir Europe, die es zuvor bereits inne hatte, um das Bergrecht beworben. Den Vorschlag des Bergamtes, es gemeinsam auszuüben, verwarf der Stadtrat mit Entscheidung am 24. September 2012. Er beschloss vielmehr, es allein haben zu wollen. Was er nicht wusste: Zu diesem Zeitpunkt hatte das Bergamt Geysir Europes Recht um drei Jahre verlängert.

Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger hatte das Thema für den nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung vorgesehen. Auf Antrag von Prof. Günther Picker (WPS) entschied sich eine Mehrheit (12:9) aber für die öffentliche Beratung. Picker fragte nun: „Wollen wir überhaupt weitermachen mit Geothermie? Ist das nicht ein Flop?“ Er verwies auf die gescheiterten Tiefenbohrungen in Gelting und Bernried, wo jeweils zu wenig heißes Wasser gefunden worden war. „Berechtigte Frage“, meinte Pfaffinger. Das werde sich die nächsten zwei Jahre zeigen. Geysir Europe habe in Starnberg ja auch noch nicht einmal mit den versprochenen Seismikuntersuchungen begonnen. Die sind, wie ein Firmensprecher kürzlich sagte, für nächstes Jahr vorgesehen.

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