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So könnte der Starnberger Tunnel aussehen.

Heute wird abgestimmt

Starnberger Tunnel: Eine Entscheidung für hundert Jahre

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Wird die B2 in Starnberg nach mehr als 40 Jahren Diskussion doch in einen Tunnel verlegt? Der Stadtrat trifft sich am heutigen Montag zur vermutlich entscheidenden Sitzung.

Starnberg - Starnberg und der Straßenverkehr: Das ist für viele Pendler und Einheimische ein tägliches Ärgernis – und für die Politiker seit rund vier Jahrzehnten Dreh- und Angelpunkt allen Streits. Dabei steht eine einzige Frage im Mittelpunkt, die sich auf drei Wörter komprimieren lässt: Tunnel oder Umfahrung? Längst ist daraus eine Glaubensfrage geworden – und längst hat die Auseinandersetzung darüber tiefe Gräben in die 23 000 Einwohner zählende Stadt gerissen. Die Frage teilt die Stadt so sehr wie die mitten durchlaufende B 2, die mit ihrem Anschluss an das Autobahnnetz eine zentrale Verbindung aus Richtung Weilheim in Richtung München darstellt. Nun aber scheint es so, als ob eine finale Entscheidung unausweichlich ist.

Vor einem Monat nämlich traf sich eine vielköpfige Delegation aus Starnberg mit hochrangigen Vertretern der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium. An jenem 19. Januar bekamen es Bürgermeisterin Eva John und Mitglieder aller neun Stadtratsfraktionen schwarz auf weiß: „Die Bundesrepublik Deutschland hat ihre grundsätzliche Bereitschaft, den Bau des Entlastungstunnels Starnberg zu finanzieren, erneut bestätigt.“

Dieser B 2-Tunnel, der die Innenstadt auf einer Länge von 2180 Metern (inklusive Zufahrtsrampen) unterlaufen soll, ist nämlich schon lange baureif. Seit 2007 liegt die Genehmigung, die sogenannte Planfeststellung, vor, im Jahr darauf waren sämtliche Klagen gegen das Projekt abgewiesen.

Warum dann der Tunnel nicht längst im Bau ist? Da kamen vor allem die Bürgermeisterwahl 2014 und die wegen verschwundener Stimmzettel 2015 wiederholte Stadtratswahl dazwischen. Nach zwei beispiellosen und hoch emotionalen Wahlkämpfen gab es eine Mehrheit für die aus vier Parteien und Gruppierungen bestehende Umfahrungsallianz – und deren Bürgermeisterkandidatin Eva John.

Im März 2016 setzte der Stadtrat daraufhin alle Tunnelbeschlüsse aus. Zu groß waren die Bedenken, sich mit dem Tunnel noch mehr Verkehr und noch mehr Abgase in die Stadt zu holen – und gleichzeitig die Straßen zu wenig zu entlasten. Im Fokus stand nun der Bau einer Umfahrung nördlich der Stadt, die – ob ortsnah oder ortsfern – in Höhe von Oberdill auf die A 95 treffen soll. Aber wie realistisch sind solche Überlegungen? Genau das wollte die Starnberger Delegation im Januar herausfinden – und bekam von Bayerns obersten Straßenbauern eine ziemlich eindeutige Meinung: „Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch der Freistaat Bayern (und voraussichtlich auch der Landkreis Starnberg) stehen auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung, um eine Umfahrungslösung von Starnberg zu planen und zu finanzieren“, heißt es im offiziellen Gesprächsprotokoll.

Gleichzeitig stellte das Ministerium klar: „Voraussetzung für die Weiterführung des B 2-Tunnelprojektes ist jedoch, dass sich der Stadtrat alsbald klar zum Tunnel bekennt, damit bis etwa Pfingsten die Zustimmung des Bundes zum Baubeginn erfolgen kann. Andernfalls wird die Maßnahme vom Staatlichen Bauamt Weilheim nicht mehr weiter verfolgt.“

Heute nun soll es zum Schwur kommen. Am Abend tagt der Stadtrat zu dem Thema – und hinter den Kulissen wird seit Tagen eifrig an einem Kompromiss getüftelt. Der könnte am Ende lauten: Tunnel und Umfahrung. Denn mit der Zustimmung zum Tunnelbau wollen die Initiatoren den Beginn von ernsthaften Planungen für eine Umfahrung verknüpfen. Eine Mehrheit dafür scheint möglich, zumal die Umfahrungsallianz im Stadtrat längst zerbrochen ist. Vize-Bürgermeister Klaus Rieskamp hat gegenüber unserer Zeitung ausgesprochen, worum es geht: „Es ist eine Entscheidung, mit der Starnberg hundert Jahre leben muss.“

Der Starnberger Merkur begleitet die Abstimmung mit einem Live-Ticker

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