Stalker auf der Skipiste - und vor Gericht

Starnberg - Eine Bewährungsstrafe verhängte das Starnberger Amtsgericht gegen einen Stalker, der seinem Opfer bis auf die Skipiste gefolgt war. Nun muss er mindestens 100 Meter Abstand halten.

Keine Gelegenheit ließ ein Münchner Stalker aus, um sein Opfer zu verfolgen. Seit sechs Jahren verfolgt der 48-jährige Frührentner seine Angebetete. Nach Jahren des Schreckens und zwei stalkingbedingten Umzügen wagte die Ärztin den Gang zur Polizei. Kraft Urteil des Amtsgerichts Starnberg droht dem Münchner nun eine elfmonatige Bewährungsstrafe, falls er erneut auffällig wird. Zudem verhängte Richterin Christine Conrad eine Kontaktsperre sowie eine Geldauflage von 2000 Euro, zahlbar an den Verein Frauen helfen Frauen.

Im Jahr 2007 hatte der studierte Agrar-Ökonom sein Opfer während eines Klinikaufenthaltes kennengelernt und sich verliebt. Obwohl die Frau ihm deutlich Desinteresse signalisierte, blieb der 48-Jährige hartnäckig. „Er schrieb ständig Briefe, schickte Blumen und Bücher oder heftete Zettel an meine Windschutzscheibe“, so die Medizinerin. Ob auf dem Schulsommerfest, im Restaurant, beim Einkaufen oder auf der Straße - überall stellte der Frührentner der Frau nach. Jahr für Jahr folgte der Münchner der Mutter zweier Kinder sogar in die Skiferien nach Österreich und lauerte ihr auf der Skipiste auf. „Im Dezember bekam er vom Hotel Hausverbot, aber als wir wieder zu Hause waren, stand er vor der Tür.“ Zweimal wechselte die geplagte Frau den Wohnort. Laut Aussage der Nebenklageanwältin habe der Münchner bis unmittelbar vor der Verhandlung weitergemacht.

Nicht weniger als 100 Meter darf sich der Angeklagte in Zukunft seinem Opfer und deren Kindern nähern.

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