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Stammzellenspende

300 Milliliter, die Leben retten

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Es dauert nur ein paar Stunden – und kann doch Leben retten. Viele an Blutkrebs erkrankte Menschen sind auf eine Stammzellenspende angewiesen. Dank Menschen wie Ludwig Irmer haben sie eine Chance.

Gauting – Gute drei Stunden hing Ludwig Irmer an der Nadel, dann war sein Werk vollbracht. Der 30-jährige Schäftlarner hat sich gestern auf den Weg nach Gauting im Landkreis Starnberg gemacht, um ein Leben zu retten. Er war als Stammzellenspender für einen ihm unbekannten Empfänger ausgewählt worden – und für ihn war es keine Frage, dass er helfen will. „Früher war Leukämie ein Todesurteil. Jetzt besteht die Hoffnung auf Heilung“, schrieb Irmer in sein Tagebuch auf Facebook, das er für die Spendenaktion führte. „Und es ist ganz leicht, zu helfen.“

Wegen Menschen wie Ludwig Irmer liebt Dr. Hans Knabe seine Tätigkeit als Vorstand der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB). „Diesen Einsatz kann man gar nicht hoch genug schätzen.“ Dass sich immer wieder selbstlose Mitbürger für eine Stammzellenentnahme zur Verfügung stellen, ist deshalb so wichtig, weil nur etwa ein Fünftel aller Erkrankten einen passenden Spender im familiären Umfeld finden. „Die Betroffenen brauchen einen Spender mit den gleichen Gewebemerkmalen. Und da gibt es hunderttausende von Variationen“, erklärt Knabe. Seit den 90er-Jahren trommelt die AKB-Stiftung dafür, dass sich Menschen in das weltweite Register aufnehmen lassen. „Wir werden nicht nachlassen“, sagt Knabe. Denn die Spenderdatei ist nicht in Stein gemeißelt, ab dem 61. Geburtstag fallen potenzielle Spender aus der Liste – „da wird das Risiko irgendwann zu groß“, erklärt Knabe. Deshalb sucht die Stiftung vor allem nach jungen Stammzellenspendern zwischen 17 und 45 Jahren.

Wer wie Ludwig Irmer schließlich irgendwann Post bekommt, weil er als Spender infrage kommt, kann sich nach einer ausführlichen Untersuchung und Beratung noch einmal überlegen, ob er sich zu dem Schritt bereit erklärt. „Es kommt wirklich selten vor, dass jemand doch noch einen Rückzieher macht“, sagt Knabe voller Respekt. Denn so richtig angenehm ist die Vorbereitung auf die Stammzellenentnahme nicht.

Ludwig Irmer musste sich in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe von Spritzen setzen, mit einem Stoff, der seinem Körper eine Krisensituation vorgaukelt. Das kann durchaus schmerzhaft sein. Aber dadurch produzierte sein Körper so viele Stammzellen, dass sie nicht mehr nur im Knochenmark, sondern auch im Blut zu finden sind – und von dort wurden sie gestern mithilfe einer Zentrifuge herausgefiltert. Bei manchen funktioniert diese Methode nicht, dann werden die Stammzellen mit einer Operation aus dem Knochenmark entnommen. Doch bei Ludwig Irmer lief alles wie geplant. Am Ende bleibt ein Destillat von etwa 300 bis 500 Millilitern, das einem Menschen ein gesundes und hoffentlich erfülltes Leben schenken kann.

Im Moment weiß Irmer nicht, wem er etwas Gutes getan hat. Aber in zwei Jahren kann der Kontakt hergestellt werden, wenn beide Seiten daran interessiert sind. Und Knabe weiß: „Daraus sind schon enge Freundschaften entstanden.“ Eine gute Tat kann eben zusammenschweißen.

Sie wollen Spender werden?

Alle Informationen finden Sie auf www.akb.de

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