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Geburtstagsrunde für den „Kaiser“ (v.l.): Carlos Alberto, Rudi Houdek, Franz Beckenbauer, Forsthaus-Wirt Otto Robl und Uwe Seeler.

Starnberger Sportgeschichte(n)

Star-Treff im Possenhofener Forsthaus

Possenhofen - „Kaiser“ Franz Beckenbauer feierte mit Carlos Alberto und Uwe Seeler vor 27 Jahren seinen 44. Geburtstag im Forsthaus am See.

 „Uns Uwe“, HSV-Idol Uwe Seeler, der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, feierte am vergangenen Samstag seinen 80. Geburtstag. Nur knapp zwei Wochen, nachdem Carlos Alberto, der Kapitän der brasilianischen Weltmeister-Mannschaft von 1970 im Alter von 72 Jahren in Rio de Janeiro an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben war. Seeler und Alberto, zwei echte Fußball-Legenden, Idole in ihrer Heimat. Es ist 27 Jahre her, dass sie zusammen am Starnberger See feierten – den 44. Geburstag ihres gemeinsamen Freundes Franz Beckenbauer. Der ist inzwischen 71 Jahre alt.

Es war ein Überraschungs-Coup, den der Starnberger „Wurst-König“ Rudi Houdek, Verwaltungsrat und Mäzen des FC Bayern sowie wohl der größte Sport-Sponsor, den es jemals im Fünfseenland gegeben hat, ganz heimlich eingefädelt hatte. Der 11. September 1989: Houdek (2008 verstorben) hatte Beckenbauer, seine damalige Freundin Sybille Weimar und die drei Söhne Stefan, Thomas und Michael in sein Stammlokal eingeladen – ins „Forsthaus am See“ in Possenhofen, wo Besitzer und Wirt Otto Robl (2006 verstorben) in den 80er und 90er Jahren immer wieder prominente Gäste begrüßen konnte. Ob Walter Scheel oder Lothar Matthäus, ob Johannes Heesters oder Horst Tappert – alle kamen gerne (und oft) in das Nobelrestaurant, in dem auch der legendäre Landrat Dr. Rudolf Widmann mehrmals in der Woche gesichtet wurde. Auch Houdek war Stammgast. Im Sommer parkten er und seine Lebensgefährtin „Waggi“ ihr Boesch-Boot immer wieder am Steg vor dem Forsthaus.

Die Überraschung war Houdek mehr als gelungen. Als Uwe Seeler und Carlos Alberto auftauchten, war Beckenbauer den Tränen nah. Er hatte zusammen mit dem Brasilianer am Ende seiner großartigen Karriere von 1977 bis 1980 in Amerika bei Cosmos New York gespielt. Und mit Uwe Seeler, damals deutscher Kapitän, stand er im WM-Finale 1966, das England nach dem legendären „Wembley-Tor“ von Geoff Hurst 4:2 nach Verlängerung gegen Deutschland gewann. Thomas Ernstberger (damals 32), ein junger Sport-Reporter des Starnberger Merkur, war 1989 beim Treffen der Fußballstars im Forsthaus dabei. Er erinnert sich: „Es war Gänsehaut-Feeling pur, als Weltmeister Carlos Alberto auf dem Klavier ein Happy-Birthday-Ständchen für Beckenbauer anstimmte, das Seeler natürlich mitsang. Mit solchen Legenden an einem Tisch zu sitzen, mit ihnen zu essen und sie dann auch noch fotografieren zu dürfen, war ein unvergessliches Erlebnis.“

Und was gab’s zum Essen bei der Feier? Robl tischte seinen prominenten Gästen Lachs auf Reiberdatschi, Markklößchensuppe, glacierte Kalbshaxe mit frischem Spargel und seinen beliebten Beerenteller auf. Das schmeckte auch dem Gast aus Brasilien, der mit Beckenbauer bis zu seinem Tod freundschaftlich ganz eng verbunden blieb. „Wir sind tief betroffen. Carlos war wie ein Bruder für mich, einer meiner besten Freunde“, twitterte der „Kaiser“ .

Ob er sich da auch an die Geburstags-Feier im September 1989 am Starnberger See erinnert hat? Georg Ascher

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