Freispruch urteilte das Starnberger Amtsgericht zu Gunsten dreier Jugendlicher – aus Mangel an Beweisen. Foto: fkn

Beweise für Verurteilung nicht stichhaltig

Starnberg - Mit knapper Not sind drei junge Tutzinger einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung entgangen. Das Gericht konnte ihnnen die Tat nicht zweifelsfrei zurechnen.

Der Starnberger Jugendrichter Ralf Jehle ließ in seiner Urteilsbegründung keinen Zweifel aufkommen: „Dies ist kein Freispruch wegen erwiesener Unschuld, sondern weil Ihnen das Geschehene nicht mit der notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden konnte“, machte er den drei jungen Tutzingern auf der Anklagebank klar. Sie hatten beinahe jede Aussage zu einer üblen Treterei in Feldafing verweigert.

Ausgerechnet der vierte und jüngste der Beschuldigten, ein zum Tatzeitpunkt erst 14-jähriger Schüler, ebenfalls aus Tutzing, hatte vor Gericht noch die beste Figur gemacht, indem er einen Faustschlag gegen einen 17-jährigen Starnberger unumwunden zugab. Dafür handelte er sich einen Freizeitarrest und einen sozialen Trainingskurs ein.

Die von der Staatsanwaltschaft als gefährliche Körperverletzung angeklagte Prügel- und Tret-Attacke auf drei junge Leute, passiert im März 2013 nachts auf der Feldafinger Bahnhofstraße, war alles andere als ein Pappenstiel und hätte durchaus schwerwiegende Folgen haben können: Auf dem Heimweg von einer Jugendparty hatte laut Anklage eine größere Gruppe junger Männer drei gleichfalls zum Bahnhof gehende Jugendliche in provozierender Absicht angerempelt und unmittelbar danach mit Fausthieben und sogar Kung-Fu-Tritten angegriffen. Auf einen dabei zu Boden gegangenen Schüler wurde weiter gemeinschaftlich eingeschlagen und getreten. Ein 18-jähriger Feldafinger bekam einen Schlag auf den Hinterkopf ab, ein 15-jähriger Starnberger berichtete, er sei lediglich „gestriffen worden“ von einem der Schläge.

Dass der von den Angreifern ins Gesicht und am ganzen Körper Getretene letztlich folgenlos ausgeheilte Verletzungen davongetragen hatte, dürfte reiner Zufall gewesen sein. Doch wer aus der größeren Gruppe von bis zu 15 Personen tatsächlich aktiv an der Treterei beteiligt war, ließ sich nach der Beweisaufnahme nicht mit Sicherheit feststellen. Die drei damals angegriffenen Jugendlichen sowie ein als Zeugin gehörtes Mädchen konnten die vier Angeklagten zweifellos als Angreifer identifizieren, aber nicht mehr genau sagen, wer zugeschlagen bzw. getreten hatte. Dem Staatsanwalt genügten die seiner Ansicht nach „widersprüchlichen Zeugenangaben“ nicht, um Tatbeiträge exakt zuordnen zu können.

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