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Die leuchtend rote Linie zeigt an, wo der Gehweg auf der Jahnstraße angelegt werden könnte. Planer Andreas Ott (r.) und Bürgermeisterin Eva John (Mitte) e rläuterten am Freitag mehr als 80 Anwohnern die Planung.

Mehr als 80 Anwohner bei Ortstermin mit Bürgermeisterin und Planer

Großes Interesse an Gehweg-Planung in der Jahnstraße

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Mehr als 80 interessierte Anwohner waren am Freitag bei einem Ortstermin in der Jahnstraße in Starnberg. Bürgermeisterin Eva John und Planer Andreas Ott stellten dort die Planungen für einen durchgehenden Gehweg vor. Die Resonanz der Anlieger war geteilt.

Starnberg – Den Anwohnern der Jahnstraße liegt die Entwicklung vor ihrer Haustür am Herzen. Brachten vor Wochenfrist etwa 90 große und kleine Bewohner ihre Sorgen vor zunehmendem Verkehr zum Ausdruck (wir berichteten), kamen am Freitagnachmittag fast genauso viele zu einem Ortstermin mit Bürgermeisterin Eva John. Zusammen mit Planer Andreas Ott erklärte John ihnen die Überlegungen für einen durchgängigen Gehweg, den es dort bislang nicht gibt.

Die wichtigsten Fakten: Der Gehweg soll von der Einmündung Waldspielplatz bis zur B 2 verlaufen, 1,50 Meter breit werden, einen Randstein erhalten und auf der etwas höher gelegenen, südöstlichen Seite der Jahnstraße entstehen. Geplant ist er ausschließlich auf städtischem Grund. Das hat zur Folge, dass die bereits jetzt stellenweise recht enge Jahnstraße für den Autoverkehr nochmals schmaler wird und einige Stellplätze wegfallen. Meist werde zwar eine Fahrbahnbreite von 4,75 Meter eingehalten, an der engsten Stelle betrage sie aber nur 3,50 Meter, sagte John und sprach von einem „Stadium der Vorplanung“.

Mit einer leuchtend roten Farbe ist der mögliche Verlauf des Gehwegs derzeit auf der Straße aufgezeichnet – ebenso wie mögliche Stellplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das Echo der Anwohner war gespalten. Auf deren Wunsch ließ John kurzerhand über den Gehweg abstimmen – und zählte 35 bis 40 Stimmen dafür und 20 Stimmen dagegen.

Was die Menschen aus der Jahnstaße zu Beginn des Ortstermins viel mehr beschäftigte als der Gehweg war die Anbindung des Wohngebiets am Wiesengrund. „Die Jahnstraße ist jetzt schon schmal und beengt. Unsere Angst ist, dass viel Verkehr vom Neubaugebiet hier auch noch durchkommt“, sagte ein Anwohner. „Es geht doch nur darum, das Gebiet besser anzubinden“, pflichtete ihm ein anderer bei.

Lösungen hatte Eva John dafür am Freitag nicht parat. Laut Verkehrsgutachten sei der Wiesengrund über das bestehende Straßennetz erschlossen, sagte sie. Aber es sei „Wunsch und Wille der Stadt“, eine weitere Anbindung hinzukriegen. „Da sind wir auf die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt angewiesen.“ Die von der Stadt beauftragten Firmen seien jedenfalls angewiesen, den Wiesengrund über den Oberen Seeweg anzufahren, sagte John. Das alles spiele bei den Überlegungen für den Gehweg aber keine Rolle, betonte die Bürgermeisterin. „Hier geht es um Verbesserungen der Verhältnisse in einem bestehenden Wohngebiet“, sagte sie. Angeregt im Übrigen durch einen Beschluss der Bürgerversammlung vor knapp einem Jahr.

Zu dieser Verbesserung würde nach Ansicht zahlreicher Jahnstraßler auch eine Überwachung des dort gültigen Tempo 30 zählen. „Viele fahren hier zu schnell durch“, sagte eine Anwohnerin. „Vor allem, wenn die Ampel an der B 2 Grün wird, drücken sie aufs Gas.“ Die Stadt könne Smileys anbringen und die Verkehrsüberwachung informieren, entgegnete John.

Sie will nun in der Verwaltung eine Vorlage erarbeiten lassen und in die politische Beratung geben. „Da werden wir versuchen, die meisten Interessen unter einen Hut zu kriegen“, sagte sie. Die Beratung im Bauausschuss des Stadtrats könnte dann in der letzten Sitzung 2019 oder der ersten 2020 stattfinden. Im Anschluss gehe es in die Ausführungsplanung und Ausschreibung. John über den Zeitplan: „Wir würden versuchen, das vor dem Sommer hinzukriegen.“ Zehn bis zwölf Wochen würden die Arbeiten – aufgeteilt in Abschnitte – vermutlich dauern. Die Kosten schätzte sie auf 300 000 Euro. Vorschläge und Argumente zu dem Projekt können die Anwohner im Rathaus vorbringen.

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