Endlich wieder gemeinsam kicken: Erstmals seit Monaten konnte am Montag Trainerin Katrin Rumland mit ihren G-Junioren der FT Starnberg 09 wieder eine Übungseinheit auf dem Kunstrasen an der Ottostraße leiten. Aber nicht alle Vereine sind schon wieder eingestiegen.
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Endlich wieder gemeinsam kicken: Erstmals seit Monaten konnte am Montag Trainerin Katrin Rumland mit ihren G-Junioren der FT Starnberg 09 wieder eine Übungseinheit auf dem Kunstrasen an der Ottostraße leiten. Aber nicht alle Vereine sind schon wieder eingestiegen.

Fußball

Der Ball rollt wieder – aber nur zum Teil

  • Michael Baumgärtner
    vonMichael Baumgärtner
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Fußballtraining ist seit Montag wieder möglich. Aber bei weitem nicht alle Vereine im Landkreis Starnberg starten diese Woche mit dem Trainingsbetrieb.

Landkreis – Seit Montag greifen die ersten Sport-Lockerungen nach dem Lockdown. Insbesondere für die Fußballer werden die kommenden Wochen entscheidend, schließlich geht es darum, ob die unterbrochene Saison regulär beendet werden kann. Solange die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis stabil unter 50 ist, darf im Freien kontaktlos Sport getrieben werden, Erwachsene in Zehner-Gruppen und Kinder (bis 14 Jahre) in 20er-Gruppen. Steigt der Wert über 50, ist für die Erwachsenen wieder Schluss beziehungsweise darf nur mit tagesaktuellem Test trainiert werden, Kinder dürfen allerdings bis zur Grenze 100 weitertrainieren. Wir haben uns bei den Fußballvereinen im Landkreis umgehört, wer schon wieder kontaktlose Einheiten mit Ball wie Technik-Parcours, Pass-Stafetten oder Torschuss-Übungen anbietet.

MTV Berg

„Wenn überhaupt, dann starten wir erst nächste Woche“, sagt Florian Garke. Der Abteilungsleiter des MTV Berg will erst einmal auf verlässliche Informationen seitens des Verbandes warten. „So, wie es jetzt ist, hat man gar nichts auf der Hand:“ Vor allem die Regelung, bei gewissen Inzidenzen nur mit einem tagesaktuellen Corona-Schnelltest zu trainieren, hält Garke für „total realitätsfern. Da vergeht einem der Spaß, das ist Kinderfasching“, kritisiert er.

SF Breitbrunn

Die Sportfreunde Breitbrunn starten noch nicht direkt mit dem Trainingsbetrieb. Herrentrainer Michael Dietz möchte zuerst ein passendes Konzept für seine Mannschaft ausarbeiten. „Ich hoffe, dass sich die Spieler noch ein kleines bisschen gedulden können“, sagt der Trainer. Er möchte sich entweder am kommenden Donnerstag oder in der kommenden Woche ein Bild vom Fitnessstand seiner Mannschaft machen und dann mit der Vorbereitung starten.

MTV Dießen

Da der Markt Dießen zum Landkreis Landsberg am Lech gehört, dürfen die Herren, trainiert von Philipp Ropers, und auch die Jugendlichen noch nicht mit den Kleingruppentrainings starten. Mithilfe seiner Initiative „fußballfit“ ist es dem Trainer allerdings möglich, Individualeinheiten für seine Spieler auf dem Dießener Platz zu gestalten. „Abseits dessen haben wir viel online gemacht und die Jungs fit gehalten“, sagt Ropers. Er hofft, dass die Landsberger Inzidenz schnell unter 50 rutscht.

TSV Erling-Andechs

„So hundertprozentig deutlich ist diese Meldung vom BFV noch nicht“, sagt Erlings Abteilungsleiter Thomas Wandinger. Die größte Hürde sieht Wandinger im Inzidenzwert von Starnberg. „Sollte der Inzidenzwert für drei Tage über 50 sein, wissen wir kaum, wie es weitergeht“, so Wandinger. Am heutigen Dienstag wird es ein Treffen zwischen den Trainern und dem Abteilungsleiter geben, inwieweit mit dem Trainingsbetrieb gestartet werden kann.

TSV Feldafing

Moritz Bletzinger, Abteilungsleiter des TSV Feldafing, freut sich über die Möglichkeit, in den Trainingsbetrieb einzusteigen. „Vor allem für die Kinder ist das eine großartige Sache, und da mussten wir auch gar nicht überlegen, wann wir starten wollen“, sagt Bletzinger. Die Herren müssen sich noch rund zwei Wochen gedulden, bis sie wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen. „Dort wollen wir abwarten, wie sich die Fallzahlen entwickeln.“

Gautinger SC

Der Gautinger SC lässt in dieser Woche die Fußbälle noch in der Kammer liegen. „Wir haben noch keinen endgültigen Start festgelegt. Wir sind noch am Planen und Ausprobieren“, teilt Abteilungsleiter Jens Rindermann mit. Der Start in dieser Woche sei dem Verein noch ein wenig zu kurzfristig gewesen. „Entweder am 15. oder am 22. März wollen wir anfangen“, kündigt Rindermann an. Mit einigen wenigen Teams – beispielsweise den jüngsten Kickern – bereits jetzt loszulegen und anderen noch keine Freigabe zu erteilen, sei nicht infrage gekommen, sagt der Spartenchef, der sich nun wünscht, dass die Inzidenzzahlen niedrig bleiben, wenngleich er skeptisch ist. Rindermann stellt aber klar: „Was wir nicht wollen, ist ein Stop-and-go. Also eine Woche trainieren und dann wieder nicht, weil die Zahlen zu hoch sind.“

TSV Gilching-Argelsried

„Wir machen jetzt erst mal gar nichts“, sagt Stefan Schwartling. Der Abteilungsleiter des TSV Gilching will zunächst einmal abwarten, ob die Gemeinde als Eigentümer der Sportanlage und das TSV-Präsidium ihr Okay geben. „Solange vom Bayerischen Fußballverband keine konkreten Vorgaben kommen, macht das alles keinen Sinn. Das ist ja bislang alles Wischiwaschi“, so Schwartling. „Für unsere erste Mannschaft ist bislang gar nichts geplant“. Und auch die Nachwuchsteams müssen beim TSV noch Geduld haben. „Wir warten ab, bis neue Informationen rauskommen, was überhaupt möglich ist“, sagt Florian Gareis, sportlicher Leiter der Jugendmannschaften. Für ihn sind einfach noch zu viele Fragen offen wie zum Beispiel: „Wie viele Personen dürfen überhaupt auf den Sportplatz oder was ist, wenn ein Trainer oder Spieler beispielsweise aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck kommt, wo derzeit die Inzidenz über 50 ist?“

TSV Hechendorf

Tom Ruhdorfer geht die ganze Sache noch etwas ruhiger an. „Wir werden uns in dieser Woche einen vernünftigen Plan überlegen, wie wir das Training sicher und effektiv für alle Beteiligten gestalten können“, sagt der Trainer des A-Klassisten TSV Hechendorf. Er ist sich noch nicht sicher, inwiefern er mit den Kleingruppentrainings seine Mannschaft auf Trab halten kann: „Trotzdem freuen wir uns, dass es jetzt wieder losgeht“.

TSV Herrsching

Der TSV Herrsching startet am heutigen Dienstag mit dem Training der E-Junioren. Im Laufe der Woche folgen alle weiteren Mannschaften –„nach den geltenden Regularien“, sagt der momentane kommissarische Abteilungsleiter Peter Seidel. Die Senioren wollen am Donnerstag ihr erstes Training seit Ende Oktober abhalten.

FSV Höhenrain

Beim FSV Höhenrain hat Christian Feirer seinen Jugendtrainern freigestellt, ob sie trainieren oder nicht. „Mit 20 Kindern auf dem Platz, das macht Sinn“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter. Anders sieht er das bei den älteren Jahrgängen und den Erwachsenen. „Unsere Männermannschaften starten noch nicht, mit nur zehn Spielern zu trainieren, ist doch ein Schmarrn.“ Die Damen allerdings wollen bereits diese Woche wieder aktiv werden.

SV Inning

Ein Sonderfall ist der SV Inning. Denn die Ammerseer haben mit ihren Jugendmannschaften eine Spielgemeinschaft mit den SF Breitbrunn und dem FSV Eching –und der gehört dem Landkreis Landsberg an. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den anderen Vereinen“, erzählt Markus Spiewok. Der Inninger Abteilungsleiter hat am Montag alle Trainer über die Handlungsempfehlungen des Bayerischen Landessport-Verbandes informiert. Aber in dieser Woche soll noch kein Training stattfinden. „Wir freuen uns, wenn es wieder los geht. Aber wir warten erst auf die Rückmeldung der Gemeinde und auf die Vorgaben des BFV.“ Außerdem seien die Plätze derzeit ohnehin noch nicht in einem guten Zustand.

TSV Oberalting-Seefeld

Kreisligist TSV Oberalting muss sich noch etwas gedulden mit dem Training im Aubachstadion. „Wir warten noch auf die Freigabe der Gemeinde“, sagt Abteilungsleiter Peter Tempfli. Allerdings seien die Seefelder auch während des Lockdowns schon sehr aktiv gewesen. „Wir hatten drei Onlinetrainings pro Woche, und viele von uns haben sich dazu noch separat mit Läufen fit gehalten“, erzählt Tempfli, der selbst auch Spieler ist. „Ich denke, wir sind gut gerüstet für die Rückserie.“

TSV Pentenried

Beim TSV Pentenried liegt der Schwerpunkt der Herren-Teams auf Ausdauereinheiten. „Wir legen am Dienstag mit zwei bis drei Laufgruppen los“, verkündet Abteilungsleiter Michael Möhwald. Nur eventuell sei auch eine Einheit auf dem Platz geplant. „So wollen wir die nächsten zwei Wochen überbrücken. Wir hoffen einfach, dass der Wert solange unter 50 bleibt und wir dann wieder mit normalem Training starten können“, sagt Möhwald. Im Jugendbereich hingegen geht es am Römerfeld bereits in dieser Woche mit den ersten Übungseinheiten am Ball los. „Der Spaß soll zurückkommen. Wir wollen den Kindern ermöglichen, einfach mal wieder zu kicken“, so Möhwald.

TSV Perchting-Hadorf

Ab sofort steigen beim TSV Perchting-Hadorf die G- bis D-Junioren der Spielgemeinschaft am See (Kooperation mit dem SV Söcking) wieder in den Trainingsbetrieb ein. „Bei den älteren Jahrgängen und den Herren warten wir noch auf mehr Hintergrundinformationen vom BFV ab“, sagt Abteilungsleiter Michael Kuch. „Wir stehen in den Startlöchern, wenn wir genauere Instruktionen haben, legen wir los“.

SV Planegg-Krailling

Etwas vorsichtiger kehrt der SV Planegg-Krailling in den Betrieb zurück. Nur die Mannschaften von der D-Jugend abwärts sind ab dieser Woche wieder auf dem Platz aktiv. Für alle anderen, sprich A- bis C-Junioren sowie Herren, bleibt es bei Online-Fitnesseinheiten. „Wir wollten auf keinen Fall, dass wir mit Mannschaften anfangen und eventuell am nächsten Tag schon wieder aufhören müssen“, erklärt Abteilungsleiter Ayhan Kurt. Kritisch sei die Situation für die C-Jugend. „Da haben wir Spieler, die schon 15 geworden sind und andere, die noch 14 sind und auch bei einer Inzidenz von über 50 trainieren dürften.“ Um eine Spaltung innerhalb der Mannschaften zu vermeiden, verzichtet der SVP daher lieber komplett auf Einheiten mit Ball für die U15.

SC Pöcking-Possenh.

Beim SC Pöcking trainieren seit Montag wieder die Jugendmannschaften der Altersgruppen G bis D. „Alle Kinder bis 14 Jahre dürfen bei uns wieder auf den Platz“, sagt Isi Yilmaz. „Allerdings bleiben alle Umkleidekabinen und Innentoiletten geschlossen. Es gibt separate Ein- und Ausgänge, jeder muss auf dem Weg zum Sportplatz Maske tragen, Eltern und Zuschauer dürfen nicht aufs Gelände, und alles wird genau protokolliert“, erklärt Yilmaz das Hygienekonzept seines Vereins. Für die älteren Jahrgänge, die Herren-, AH- und Damenteams „warten wir diese Woche noch ab, wie sich die Inzidenz entwickelt. Dann entscheiden wir, wie die anderen Mannschaften einsteigen.“

SV Söcking

Die Fußballer der SG SV Söcking/FT Starnberg waren unter dem neuen Trainer Maximilian Dietze bereits die vergangenen Wochen sehr aktiv. Bis zu drei wöchentliche Einheiten gab es, um sich im Aufstiegskampf der B-Klasse 5 einen Vorteil zu erarbeiten. Abteilungsleiter Stefan Meininger freut sich, dass die Fußballer nun – sowohl in der Jugend als auch bei den Herren – starten können: „Wir werden schon diese Woche mit den Kleingruppentrainings starten und freuen uns, auf den Platz zu können. Die Vorfreude im ganzen Verein ist greifbar.“

FT Starnberg 09

Die Freien Turner sind bereits gestern in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Bis auf die ganz kleinen Kicker – die Vierjährigen – versammeln sich sämtliche Mannschaften diese Woche wieder auf den Plätzen an der Ottostraße. „Wir haben unseren Kunstrasen in vier Zonen aufgeteilt, in denen die erlaubten Gruppen kontaktlos trainieren können“, erklärt Jugendleiterin Kathrin Rumland. Von der G- bis zur C-Jugend kann in 20er-Gruppen trainiert werden, „bei der A- und B-Jugend und bei den Herren müssen wir auf die Inzidenzen achten und tageweise entscheiden“, sagt Rumland.

TV Stockdorf

Der TV Stockdorf handhabt die Lockerungen ähnlich wie der Nachbar aus Pentenried. So verzichten die Herren bis auf Weiteres auf Einheiten mit Ball, zumindest bis der BFV einen sinnvollen Fahrplan herausgibt. Den Jugendtrainern stellt der Verein frei, ob sie das Training mit ihren Teams wieder aufnehmen wollen. „Wenn die Witterung es zulässt, ist der Platz auf jeden Fall offen“, sagt Robert Frank, Fußballabteilungsleiter und Vereinsvorsitzender in Personalunion.

TSV Tutzing

„Wir haben es schon von Anfang an gesagt. Wenn wir spielen können, werden wir wieder spielen“, sagt Philipp Simon. Der Abteilungsleiter des TSV Tutzing freut sich auf die kommenden Wochen, in denen „ein Stück Normalität“ in den Alltag zurückkehren wird. Auch die Kinder und Jugendlichen werden wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen.

SV Wangen

Bei den Herren des SV Wangen, der einzigen Fußballmannschaft des Vereins im Spielbetrieb, stand vor allem eine Frage im Raum: Lässt der Rasen überhaupt Training zu? Wie berichtet, hatten Wildschweine im vergangenen Herbst auf dem einzigen Platz des SVW gewütet und ihn komplett unbespielbar gemacht. Die gute Nachricht kam Ende vergangener Woche: Solange das Wetter hält, sind zumindest Trainingseinheiten möglich. Heute absolviert der B-Klassist seine erste Einheit – „und zwar topmotiviert“, wie Abteilungssprecher Julius Roever mitteilt. „Die Burschen wollen einfach mal wieder kicken.“

SC Weßling

Martin Jakob fährt eine ganz klare Linie: „Ich habe meinen Trainern untersagt, gleich am Montag mit dem Training zu beginnen. Vor Mittwoch geht gar nichts. Und die Herrenmannschaften starten, wenn überhaupt, erst nächste Woche.“ Der Abteilungsleiter des SC Weßling „kann die Entscheidung der Politiker nicht verstehen“, bei steigenden Inzidenzen Sport mit bis zu 20 Kindern zu erlauben – „auch wenn ich der tiefen Überzeugung bin, dass die Kinder neben der Bewegung den Kontakt zu ihren Altersgenossen dringend brauchen“. Am Montagabend traf sich Jakob mit seinen Trainern zu einer Online-Konferenz, um über das weitere Vorgehen zu beraten. „Ich werde alle an die Regeln erinnern und appelliere an ihre Verantwortung“, kündigte Jakob an.

SC Wörthsee

Der Vorsitzende des SC Wörthsee, Norbert Strangfeld, erklärte, dass das Training in Kleingruppen bei seinen Fußballern gestartet wurde. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Erwachsenen dürfen nun wieder auf den Platz – sofern sie sich an die Regeln halten. „Wichtig ist uns, dass wir uns an alle coronabedingten Vorschriften halten. Dazu sind die Übungsleiter aller Sportarten aufgefordert worden“, sagt Strangfeld.

mib/mg/tao

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