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Hilfe in letzter Minute: Wasserretter konnten die vier Menschen aus dem kalten Starnberger See retten.

Hubschrauber landet

Boot kentert auf Starnberger See: Dem Tod gerade so entwischt

Starnberg - Auf dem Starnberger See ist am Sonntag ein Boot mit vier Ruderern gekentert. Dass sie noch leben, ist pures Glück. Denn offenbar stiegen sie in leichter Kleidung ins Boot. Einige Augenblicke länger im Wasser – und die Vier wären gestorben.

Sie sind dem Tod von der Schippe gesprungen, in letzter Sekunde. Vier Ruderer sind gestern auf dem Starnberger See mit ihrem Boot gekentert. DLRG und Wasserwacht zogen die 22 bis 35 Jahre alten Sportler wenig später aus dem vier Grad kalten Wasser. Der DLRG-Sprecher und Einsatzleiter Walter Kohlenz sagte kurz danach: „Die hätten das keine fünf Minuten länger ausgehalten.“ Dabei riefen die Verunglückten selbst noch Hilfe, offenbar mit einem Handy. Die Rettungskräfte konnten entsprechend schnell reagieren. 

Um 10.45 Uhr ging der Notruf ein, 15 Minuten später waren die Retter mit vier Booten am See. Das Ruderboot war auf Höhe des See-Restaurants Undosa gesunken und befand sich etwa in der Mitte des Sees, einige Hundert Meter vom Ufer entfernt. Schon die Distanz hätte es den drei Männern und einer jungen Frau schwer gemacht, schwimmend ans Ufer zu gelangen. Entscheidender aber war, dass sie für die Temperaturen völlig unzureichend gekleidet waren. 

Tobias Bucher von der Starnberger Wasserwacht sagte gestern, nur einer aus der Gruppe habe einen Neopren-Anzug getragen. Die anderen seien „in teils kurzer Alltagskleidung“ unterwegs gewesen. Außerdem trug keiner eine Rettungsweste. So blieb den Verunglückten keine Wahl, als sich schwimmend über Wasser zu halten – so gut es eben ging. „Hätten unsere ehrenamtlichen Rettungskräfte nur wenige Minuten länger gebraucht, müssten wir jetzt vermutlich von vier ertrunkenen jungen Menschen sprechen“, sagt DLRG-Mann Kohlenz. 

Staatsanwaltschaft München II ermittelt

Wegen der Eiseskälte im See waren die Vier in einer lebensbedrohlichen Verfassung. Bei einem von ihnen wurde eine Körpertemperatur von gerade noch 26 Grad gemessen. Die Frau im Team war derart entkräftet, dass sie unterging, als das Rettungsboot am Unglücksort ankam. Der Vorfall ist brisant, auch deshalb, weil hier vor knapp einem Jahr ein 13-jähriger Schüler aus München beim Rudertraining ertrank – nicht weit von der jetzigen Unglücksstelle entfernt. Auch er war ohne Neoprenanzug unterwegs und ertrank, als er versuchte, bei starkem Wind ans Ufer zu schwimmen. Das Wasser hatte damals acht Grad. 

Die Staatsanwaltschaft München II hat inzwischen gegen zwei beteiligte Übungsleiter Anklage erhoben, weil sie ihre Aufsichtspflicht beim Training verletzt haben sollen. Ob der Unfall am Sonntag auch im Rahmen eines Trainings geschah, ob die Vier Rudererfahrung haben, ob sie gar einem Verein angehören und woher genau sie kommen – das alles ist bis dato genauso ungeklärt wie die Frage, warum das Boot, offenbar eine Sportausführung, kenterte. Die drei Männer wurden zur Behandlung in Kliniken gefahren, die junge Frau musste wegen starker Unterkühlung per Hubschrauber in eine Münchner Klinik geflogen werden. Eines, sagt Walter Kohlenz, ist ganz sicher: „Die Vier können ihren zweiten Geburtstag feiern.“ 

Dramatische Rettung am Starnberger See: Bilder

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