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Jagd im Fokus: Jäger-Vorsitzender Hartwig Görtler, sein Sohn Thilo Görtler, Markus Reichart vom Landratsamt, Jägerschaft-Vize Markus Ortner und Vize-Landrat Georg Scheitz (v.l.) bei der Hegeschau.

Jagd

Fast 1000 Wildschweine erlegt

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Im Landkreis gibt es keine Wildschweinplage. Zu diesem Schluss kommt die Kreisjägerschaft nach Auswertung von Abschuss- und Schadenszahlen aus der Landwirtschaft. Zuletzt wurden fast 1000 Wildschweine erlegt – den Bauern ist das weiter zu wenig.

Starnberg – Von einer Plage kann keine Rede sein: Obwohl die Abschusszahl bei Wildschweinen im Jagdjahr 2017/2018 die 1000-Marke überschritten hat, gibt es in vier von fünf Jagdrevieren kein nennenswertes Problem mit Schäden durch Schwarzwild in der Landwirtschaft. In einigen Bereichen jedoch gibt es auffällige Schadenshäufungen oder geringe Abschusszahlen, die Hartwig Görtler als Vorsitzender der Kreisjägerschaft genauer untersuchen will. Am teilweise angespannten Verhältnis zwischen Bauernverband und Jägern ändert diese Feststellung wenig.

Bei der Hegeschau am Samstag auf Gut Rieden legte Görtler die Zahlen für das Jagdjahr vor, das vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 dauerte. Demnach waren 966 Wildschweine erlegt worden – deutlich mehr als 2016/2017 mit 480 und im Jagdjahr davor mit 729. Dass die Jäger gezielt vorgingen, belegte Görtler mit Zahlen: 78 Keiler und 58 Bachen seien geschossen worden, mithin ältere Tiere. Bei 403 Frischlingen und 427 so genannten Überläufern (Schweine im zweiten Lebensjahr) sei vor allem die Zahl der jüngeren Tiere reduziert worden, was Einfluss auf die Vermehrung hat. „Viele, viele Stunden“ hätten die Jäger mit der Schwarzwild-Jagd zugebracht, in der Summe waren es 40 Tonnen Fleisch. Der Dank der Bauern sei angebracht, sagte Görtler. 62 Wildschweine waren so genanntes Fallwild, wurden also nicht geschossen, sondern kamen etwa bei Wildunfällen um.

Die Landwirte, voran der Bauernverband, fordern seit langem eine rigorose Jagd, um die Wildschweinbestände drastisch zu senken und damit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen. Obmann Georg Zankl ist mit den Abschusszahlen nicht zufrieden: „Die vermehren sich ja auch“, fürchtet er. Dennoch: Es gebe viele Jäger, die sich „wirklich bemühen“, und in deren Revieren würden die Schäden auch abnehmen. Insgesamt jedoch stiegen die Verluste an. „Es gibt eben einige Problemreviere“, sagt Zankl.

Die hat Hartwig Görtler mit seinem Kennzahlen-System ermittelt. Nach Auswertung der meisten Schadens- und Abschusszahlen in Abhängigkeit zur Fläche zeige sich, dass in 80 Prozent der Reviere kein explizites Wildschwein-Problem zu erkennen sei. In sieben Revieren gebe es Auffälligkeiten – etwa Schäden, obwohl dort keine einzige Sau geschossen wurde. In etwa einem Dutzend Revieren ergibt die Auswertung Handlungsbedarf. „Das ist reine Mathematik, wir wollen niemanden bloßstellen“, sagte er in Richtung seiner Kollegen, aber auch der Landwirte. Die Daten sollen nun verfeinert werden, um genauer zu erkennen, wo und warum es hakt.

Von einigen Bauern habe man die nötigen Daten bekommen, „von vielen jedoch nicht“. Görtler appellierte erneut an die Landwirte, sich an dem inzwischen bundesweit bekannten Berechnungsmodell zu beteiligen. Vizelandrat Georg Scheitz forderte eine „gescheite, strukturierte Arbeitsweise“ und will für ASP-Fälle vorbauen. Zankl weiß wohl, dass viele seiner Berufskollegen bisher nicht mitziehen. „Viel Arbeit“ mag ein Grund sein, aber auch, dass viele Bauern Schäden direkt mit den Jägern regelten. Je nach Vertrag kommen die Jagdpächter für diese Schäden auf.

Der Bauernobmann rückt von seinen Forderungen nach Nachtzielgeräten für die Jagd oder Saufängen (eine Art Wildschweinfalle, in die die Tiere gelockt und dann erlegt werden) nicht ab. „Wir müssen da mal zu Potte kommen“, findet der Gilchinger. Das Landratsamt hat bisher in beiden Fällen wenig Hang zur Erlaubnis gezeigt.

Die Strecke weist zudem 1871 Rehe aus, von denen 17 Prozent Fallwild waren. Dass mehr als 300 Tiere bei Unfällen umkamen, findet Görtler zu viel. Man müsse einmal über Verkehrsregeln reden, auch Geschwindigkeitsbegrenzungen. Weitere Daten: 624 Füchse weist die Liste aus, 75 davon wurden überfahren. Von 47 Hasen waren es 30, von 179 Dachsen 36.

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