Schlaglöcher in der Andechser Straße: Es gibt ordentlich Sanierungsbedarf in Starnberg.
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Schlaglöcher in der Andechser Straße: Es gibt ordentlich Sanierungsbedarf in Starnberg.

Fachfirma legt Bericht vor

Sanierungsbedarf von 118 Millionen Euro: Starnberg will seine Straßen auf Vordermann bringen

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Stadt Starnberg hat von einer Fachfirma alle Straßen im Stadtgebiet untersuchen lassen. Die Zustandserfassung zeigt einen Sanierungsbedarf von gut 118 Millionen Euro.

Starnberg – Die Summe hätte bei den politisch Verantwortlichen in Starnberg schnell Schnappatmung auslösen können. Auf 118,3 Millionen Euro beziffert eine Fachfirma den Sanierungsbedarf, um das Starnberger Straßennetz in den nächsten zehn Jahren wieder auf Vordermann zu bringen.

Dass der kollektive Schock in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats ausblieb, dürfte auch mit dem – einstimmig angenommenen – Beschlussvorschlag der Verwaltung zu tun gehabt haben: „Die Fraktionen werden um Stellungnahmen zum Erhaltungsmanagement und dessen Konsequenzen gebeten.“

Bürgermeister Janik stellt klar: „Müssen irgendwie einen Weg finden“

Er sei „aufgrund der genannten Zahlen etwas zurückhaltend“ gewesen, was das weitere Vorgehen betreffe, sagte Bürgermeister Patrick Janik. Dennoch stellte er klar: „Wir müssen irgendwie einen Weg finden.“

Im vergangenen Jahr hatte die Berliner Firma „eagle eye“ mit einem Spezialfahrzeug im Auftrag der Stadt das komplette Starnberger Straßennetz abgefahren. Neben den Straßenflächen nahmen die Kameras auch Verkehrszeichen, Ampelanlagen, Grünanlagen, Parkplätze, Gullys und dergleichen mehr auf. Seit Ende Februar liegen die Untersuchungsergebnisse vor: Bestand, Ursachen der Schäden, Handlungsempfehlungen.

Drei Szenarien für Sanierung der Straßen in Starnberg denkbar

Drei Szenarien sind nun theoretisch denkbar, wie die städtische Bauverwaltung erklärte. Als erstes das Szenario „Do Nothing“, also nichts zu tun. Bei Ausbleiben von Erhaltungsmaßnahmen drohe den Starnberger Straßen im Jahr 2030 jedoch die Zustandsklasse 6, hieß es in der Sitzungsvorlage: „Warnwert überschritten, schlechter Zustand, intensive Beobachtung erforderlich, Maßnahmen planen.“ Das könne im schlimmsten Fall zu Verkehrsbeschränkungen, etwa bei der zulässigen Tonnage, oder sogar zu Straßensperrungen führen.

Das zweite Szenario bezeichnete Janik wörtlich als „Geld-spielt-keine-Rolle-Programm“. Es sieht in den nächsten zehn Jahren die besagten 118,3 Millionen Euro vor, davon rund 73,5 Millionen Euro bereits im ersten Jahr. Für dieses Geld könnten alle Straßen in der Kernstadt und den Ortsteilen umfassend saniert werden.

Wahrscheinlichste Lösung: Schritt für Schritt mit begrenztem Budget

Bleibt als dritte – und wahrscheinlichste – Variante eine Lösung peu à peu oder, wie es die Verwaltung formuliert, ein „Bauprogramm mit begrenztem Budget“. Dafür müsse mit jährlich 4,8 Millionen Euro gerechnet werden, um Schlaglöcher zu flicken, Randsteine auszubessern und vieles mehr zu machen.

Was genau für wie viel Geld sich die Stadträte vorstellen können, sollen sie nun zunächst selbst beraten, ehe das Thema im Laufe der nächsten Monate wieder den Stadtrat beschäftigen dürfte. Prof. Otto Gaßner (UWG) merkte bereits an, dass Starnberg „auf keinen Fall“ alle Straßen so modernisieren müsse, dass sie der heutigen Zeit entsprechen. „Wir werden bei einem ziemlich reduzierten Ausbauprogramm landen“, prophezeite er.

Anlieger finanziell belastet? Bislang keine konkreten Auskünfte

Eva Pfister (BMS) wollte wissen, ob bei einzelnen Straßen möglicherweise auch die Anlieger herangezogen werden können, wenn es sich um eine Ersterschließung handele. Konkrete Auskünfte dazu konnte Janik in der Sitzung nicht geben. „Wir lassen uns anwaltlich beraten bei der Frage, was ersterschlossen ist und was nicht.“ Dieses Thema wolle er im April im Stadtrat behandeln.

ps

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